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Studie: US-Emissionen fügen Europa Schäden von 1,2 Billionen Euro zu

Das Kohlekraftwerk Gen. James Gavin ist am vierzehnten April zweitausendfünfundzwanzig in Cheshire im US-Bundesstaat Ohio in Betrieb.
Das Kohlekraftwerk Gen. James Gavin ist am 14. April 2025 in Cheshire, Ohio, in Betrieb. Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
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Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am
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Einer neuen Analyse zufolge haben US-Emissionen seit 1990 weltweit wirtschaftliche Schäden von mehr als zehn Billionen US-Dollar (8,65 Billionen Euro) verursacht.

Fachleute warnen: Die künftigen wirtschaftlichen Schäden jahrzehntelanger CO2-Emissionen werden die bisherigen Folgen bei Weitem übertreffen.

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Die Erderwärmung wird das weltweite Bruttoinlandsprodukt deutlich treffen. Viele Forschende sind überzeugt, dass gängige Modelle die wahren Kosten der Klimakrise für die Wirtschaft massiv unterschätzen.

Zwischen 1980 und 2023 haben Wetter- und Klimaextreme allein in der EU Schäden von mehr als 783 Milliarden Euro verursacht. Mit weiter steigenden Temperaturen dürfte diese Summe weiter wachsen.

Der Klimawandel ist eine globale Externalität: Die Emissionen eines Landes treffen alle anderen mit. Deshalb beziffert eine neue Studie der Stanford University nun den Schaden, den einzelne Staaten und die Welt insgesamt durch die über Jahrzehnte ausgestoßenen Treibhausgase großer Unternehmen und Länder erleiden.

US-Emissionen treffen EU-Wirtschaft und Schwellenländer

Die in der Fachzeitschrift Nature (Quelle auf Englisch) veröffentlichte Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass die US-Emissionen seit 1990 weltweit wirtschaftliche Schäden von mehr als zehn Billionen US-Dollar (rund acht Komma sechs Billionen Euro) verursacht haben.

Besonders stark betroffen sind aufstrebende Volkswirtschaften wie Brasilien und Indien. Für Brasilien summiert sich der Schaden auf rund dreihundertdreißig Milliarden US-Dollar, für Indien auf rund fünfhundert Milliarden.

Fast drei Billionen US-Dollar, also etwa ein Drittel der von den US-Emissionen angerichteten Schäden, entfallen auf die Vereinigten Staaten selbst. Europa verzeichnet dennoch einen enormen Verlust von rund 1,4 Billionen US-Dollar (etwa 1,21 Billionen Euro).

Europa gehört damit zu den Regionen mit den höchsten absoluten Einbußen beim Bruttoinlandsprodukt. Relativ zur Wirtschaftsleistung fallen die Schäden in ärmeren Weltregionen jedoch noch deutlich stärker ins Gewicht.

„Am Ende zeigt sich: Die US-Emissionen haben vor allem der eigenen Wirtschaftsleistung geschadet“, sagt Studienleiter Marshall Burke, Professor an der Stanford Doerr School of Sustainability.

Die Forschenden errechneten außerdem: Die Emissionen, die zwischen 1988 und 2015 mit der Förderung und Nutzung von Öl des Konzerns Saudi Aramco, dem weltweit größten einzelnen Unternehmensverursacher, verbunden sind, haben bis 2020 globale Schäden von rund drei Billionen US-Dollar (etwa 2,6 Billionen Euro) angerichtet.

Bleiben diese Emissionen bis zum Ende des Jahrhunderts in der Atmosphäre, könnte der Schaden nach ihren Berechnungen auf gewaltige 64 Billionen US-Dollar (rund 55,4 Billionen Euro) anwachsen.

Die Autorinnen und Autoren sprechen dennoch von einer eher vorsichtigen Schätzung, weil viele Folgen gar nicht im Bruttoinlandsprodukt auftauchen, etwa der Verlust von Biodiversität oder kulturellen Heimatgebieten.

Klimaschäden: So berechnen Forschende die Kosten

Für ihre Berechnungen behandeln die Forschenden Treibhausgase ähnlich wie den Müll aus Privathaushalten. Die Kosten für „Loss and Damage“, also Verlust und Schaden, vergleichen sie mit offenen Müllrechnungen.

„Wenn wir Müll erzeugen, ist es verboten, ihn einfach irgendwo abzuladen, weil dadurch anderen Menschen Kosten entstehen“, erklärt Mitautor Solomon Hsiang.

„Normalerweise bezahlen wir jemanden dafür, unseren Abfall zu entsorgen. Unser Erbe an Treibhausgasen ist ganz ähnlich, nur dass wir die Rechnung nie beglichen haben und sie weiter Zinsen aufläuft.“

Fachleute betonen, die Studie zeige, wie dringend Technologien im großen Maßstab eingesetzt werden müssen, die Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen. Sie warnen, dass der Zeitpunkt dieser Maßnahmen „entscheidend“ ist.

Nach ihren Berechnungen gilt: Bleibt eine Tonne Kohlendioxid fünfundzwanzig Jahre in der Atmosphäre, bevor sie entfernt wird, ist bereits etwa die Hälfte des erwarteten Schadens angerichtet.

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