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Trump-Regierung streicht 15.000-Dollar-Visakaution für einige WM-Fans

Philadelphia gehört zu den 16 Austragungsorten der Fußball-WM in diesem Sommer.
Philadelphia gehört zu den sechzehn Gastgeberstädten der Fußball-WM in diesem Sommer. Copyright  AP Photo/Matt Rourke
Copyright AP Photo/Matt Rourke
Von Saskia O'Donoghue mit Associated Press
Zuerst veröffentlicht am
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Die Regierung Trump setzt umstrittene Kautionspflichten für Visa von bis zu 15 000 Dollar, rund 12 800 Euro, für einige WM-Fans aus, die in die USA reisen, aus Sorge um die Zuschauerzahlen bei der WM 2026.

Die Anreise zur Fußball-WM 2026 in den USA dürfte für viele Fans gerade deutlich einfacher und günstiger geworden sein.

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Die Trump-Regierung hat bestätigt, dass sie umstrittene Kautionsgebühren von bis zu 15.000 Dollar (12.800 Euro) für berechtigte Anhänger erlässt, die zum Turnier reisen. Damit fällt eine der größten Sorgen internationaler Fans, die ihre Reise zu dem Sommerturnier planen.

Die Regelung gilt für Fans mehrerer qualifizierter Nationen, die offizielle FIFA-Tickets gekauft haben. Zuvor hatte es monatelang Befürchtungen gegeben, dass strenge Einreisevorschriften, steigende Kosten und langwierige Visa-Verfahren viele Menschen von einem Besuch der Weltmeisterschaft abhalten.

Das US-Außenministerium hatte die Kautionspflicht im vergangenen Jahr für Länder eingeführt, in denen nach seiner Einschätzung besonders viele Menschen ihr Visum überziehen oder mit anderen Sicherheitsrisiken in Verbindung stehen.

Damals hieß es, Reisende aus rund fünfzig Ländern müssten die Kaution hinterlegen. Inzwischen haben sich jedoch fünf dieser Staaten für das Turnier qualifiziert: Algerien, Cabo Verde, Elfenbeinküste, Senegal und Tunesien.

Nun erklärt die US-Regierung, dass Staatsangehörige dieser fünf Länder, die gültige FIFA-Tickets gekauft haben, von der Kautionspflicht befreit sind. Spieler, Trainer und Teile des Betreuerstabs waren bereits zuvor ausgenommen.

Wer die Kaution nicht mehr zahlen muss, kann das sogenannte FIFA-Pass-System nutzen, das im vergangenen November gestartet ist. Es ermöglicht schnellere Termine für Visa-Anträge.

Das dürfte zumindest einige Besucher freuen, die Spiele der Weltmeisterschaft in den USA verfolgen.

Reisen in die USA bleibt für viele schwierig

Das Turnier beginnt am elften Juni und wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen.

Kritiker werfen vor allem der US-Regierung vor, mit drastischen Schritten die Einwanderung zu begrenzen. Das passe kaum zu der verbindenden Botschaft, die ein globales Sportereignis wie die Weltmeisterschaft vermitteln soll.

Reisende aus Iran und Haiti dürfen trotz der Qualifikation ihrer Teams nicht in die USA einreisen.

Fans aus der Elfenbeinküste und aus Senegal können aufgrund der Kautionsentscheidung zwar kommen. Sie werden voraussichtlich aber weiter von Teilen von Trumps noch geltendem Einreisestopp betroffen sein.

Diese Politik hat Amnesty International und zahlreiche zivil- und menschenrechtliche Gruppen in den USA veranlasst, einen „World Cup travel advisory“ zu veröffentlichen, der vor dem politischen Klima im Land warnt.

Auch die Tourismusbranche schlägt Alarm.

US-Tourismus leidet unter den Maßnahmen

Die American Hotel and Lodging Association, der wichtigste Lobbyverband der US-Hotellerie, macht Visabeschränkungen und andere geopolitische Spannungen für eine „massive Dämpfung der internationalen Nachfrage“ verantwortlich. Die Folge seien Hotelbuchungen zur Fußball-WM, die deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen liegen.

Der Verband erklärt, viele Reisende machten sich Sorgen wegen möglicherweise langer Wartezeiten auf Visa-Termine und höherer Gebühren sowie wegen der Unsicherheit, wie ihre Anträge zur Einreise in die USA bearbeitet werden.

Die Auswirkungen betreffen nicht nur die Weltmeisterschaft. Nach Angaben von Fortune (Quelle auf Englisch) stieg der internationale Reiseverkehr im Jahr 2025 weltweit um rund 80 Millionen Menschen, doch die Besucherzahlen in den USA gingen um 5,5 Prozent zurück. Nordamerika war damit die Region mit dem geringsten internationalen Wachstum.

Noch im vergangenen Monat gingen Beobachter davon aus, dass nur etwa 250 WM-Fans von den Visa-Kautionen betroffen wären. Diese Zahl steigt jedoch, je mehr Tickets verkauft werden.

Die FIFA hatte die Kaution bereits kritisch gesehen und bedankte sich in dieser Woche bei der Trump-Regierung für die Kehrtwende.

In einer Erklärung hieß es, die Ankündigung zeige „unsere fortlaufende Zusammenarbeit mit der US-Regierung und der Taskforce des Weißen Hauses für die FIFA-Weltmeisterschaft, um ein erfolgreiches, rekordbrechendes und unvergessliches globales Ereignis auf die Beine zu stellen“.

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