In den letzten Wochen ist in den Meeresgebieten Zyperns eine verstärkte Präsenz von Delfinen und anderen Walen festgestellt worden. Dies ist grundsätzlich ein gutes Zeichen, allerdings sind die Meeressäuger einer Reihe von massiven Gefahren ausgesetzt, die vom Menschen ausgehen.
In den letzten Wochen sind in den Meeresgebieten Zyperns vermehrt Delfine und andere Wale gesichtet worden, wie das zypriotische Ministerium für Fischerei und Meeresforschung mitteilte. Dies veranlasste die Behörden dazu, neue Informationen über den Schutz dieser einzigartigen Säugetiere zu veröffentlichen.
Das Phänomen wird als besonders positiv für das marine Ökosystem Zyperns und des östlichen Mittelmeers im Allgemeinen beschrieben, wobei darauf hingewiesen wird, dass das häufigere Vorkommen der Tiere ein Zeichen für die biologische Vielfalt und den guten Zustand der Meeresumwelt ist. Gleichzeitig wird daran erinnert, dass Delphine und andere Wale durch nationale und europäische Rechtsvorschriften geschützt sind.
Schutzmaßnahmen für Delfine und Wale
Das Ministerium bittet die Betreiber von Sportbooten, Fischerbooten und anderen Wasserfahrzeugen dringend, bei der Sichtung von Meeressäugern besondere Vorsicht walten zu lassen. Die Betreiber von Schiffen sollten sofort die Geschwindigkeit reduzieren, einen gleichmäßigen Kurs halten und abrupte Manöver vermeiden, die die Tiere stören könnten.
Gleichzeitig betonen die Behörden, dass es verboten ist, Delfine zu verfolgen, einzukreisen oder zu behindern. Es wird empfohlen, einen Sicherheitsabstand einzuhalten und sich nicht über einen längeren Zeitraum in ihrer Nähe aufzuhalten. Besonderer Wert wird auch darauf gelegt, laute Geräusche, laute Musik oder andere Aktivitäten zu vermeiden, die bei den Tieren Stress auslösen könnten.
Sollten sich Delphine von sich aus einem Schiff nähern, sind die Betreiber anzuweisen, mit geringer Geschwindigkeit weiterzufahren, ohne zu versuchen, mit den Tieren zu interagieren.
Schließlich erinnert das Ministerium daran, dass Belästigung, Fütterung oder jegliche Einmischung, die das natürliche Verhalten geschützter Arten - wie Fortbewegung, Brut oder Ruhe - beeinträchtigt, streng verboten ist und nach geltendem Recht Strafen nach sich ziehen kann.
Bedrohungen für Wale und Delfine
Das Überleben der acht gelisteten Wal- und Delfinarten ist durch eine Reihe von tödlichen Bedrohungen gefährdet. Diese sind:
Militärische Aktivitäten und Lärmbelästigung
Die Lärmbelästigung ist der heimtückischste Feind der Meeressäuger im östlichen Mittelmeer. Der intensive Einsatz von militärischem Mittelfrequenzsonar bei Marineübungen in Verbindung mit seismischen Unterwasseruntersuchungen zur Ortung von Kohlenwasserstoffen erweist sich als tödlich. Die ohrenbetäubenden Geräusche zerstören das empfindliche Echoortungssystem der Tiere und führen zu inneren Blutungen und extremer Desorientierung.
Fallen der Fischerei und Geisternetze
Der tägliche Kampf um Nahrung bringt die Wale in direkten Konflikt mit der Fischerei. Das versehentliche Verfangen (Beifang) in Netzen und Langleinen führt zum sofortigen Ertrinken, weil die Säugetiere nicht mehr zum Atmen auftauchen können. Verschärft wird die Situation durch den dramatischen Rückgang der Fischbestände aufgrund der Überfischung, aber auch durch so genanntes "Geistergeschirr" - zurückgelassene Fanggeräte, die zu dauerhaften, tödlichen Fallen auf dem Meeresboden werden.
Zunehmender Seeverkehr und dringende Anweisungen
Die starke Zunahme des Seeverkehrs in der zyprischen AWZ hat die Zahl der Unfälle vervielfacht. Handelsschiffe, Schnellboote und Sportboote verursachen tödliche Amputationen und Propellerverletzungen. Die Situation wurde als so ernst eingeschätzt, dass sich das Ministerium für Fischerei und Meeresforschung (Quelle auf Griechisch) gezwungen sah, dringende Empfehlungen an die Charterer zu richten und sie aufzufordern, die Geschwindigkeit sofort zu reduzieren und Annäherung an Untiefen zu vermeiden.
Kunststoffe und Chemikalien
Neben den unmittelbaren Risiken leiden die Wale auch unter der chronischen Schädigung ihrer Umwelt. Das Verschlucken von Kunststoffen und Mikroplastik führt zu unheilbaren Verstopfungen in ihrem Verdauungssystem, die einen langsamen Hungertod der Tiere zur Folge haben. Gleichzeitig reichern sich Schwermetalle und chemische Abfälle über die Nahrungskette in ihrem Fett an und zerstören ihr Immun- und Fortpflanzungssystem.