LVMH verkauft die Marke Marc Jacobs an den US-Konzern WHP Global. Dieser baut damit sein Modeportfolio aus, zu dem bereits Vera Wang und G-Star gehören.
Eine Ära geht zu Ende für die Marke Marc Jacobs, die der gleichnamige US-Designer gegründet hat. Nach knapp 30 Jahren im LVMH-Konzern verkauft der Luxusgigant die Marke an die Investmentgesellschaft WHP Global. Das teilte der von Bernard Arnault geführte Konzern in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung mit. Der Verkaufspreis blieb vertraulich; er dürfte jedoch zwischen 850 Millionen und 1 Milliarde Dollar liegen. Der Abschluss soll noch vor Jahresende erfolgen.
Die Marke erweitert damit das Portfolio der US-amerikanischen Markengesellschaft, die auf den Einzelhandel spezialisiert ist. Zum Portfolio gehören rund 15 Marken, darunter Lotto, Vera Wang, G-Star und Toys ‚R‘ Us. Zusammen erwirtschaften sie mehr als 8,5 Milliarden Dollar Jahresumsatz.
Marc Jacobs bleibt der Marke treu
Marc Jacobs, 63 Jahre alt, behält eine Rolle im Haus. „Ich bleibe in meiner Rolle als Kreativdirektor von Marc Jacobs International engagiert und freue mich auf dieses vielversprechende neue Kapitel“, schrieb er in einem Beitrag auf seinem Instagram-Konto. Bevor er sich ganz auf seine eigene Marke konzentrierte, war der US-Designer 16 Jahre lang künstlerischer Leiter von Louis Vuitton, der Flaggschiffmarke von LVMH.
Bernard Arnault würdigte seinerseits die „seltene Kreativität und einzigartige Vision“ des Designers, dessen „Einfluss auf die Modewelt unbestreitbar ist“.
LVMH erneuert Markenportfolio
Das „Wall Street Journal“ hatte bereits im vergangenen Juli unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise berichtet, dass LVMH den Verkauf von Marc Jacobs prüft. Dem US-Blatt zufolge verhandelte der französische Konzern damals mit mehreren potenziellen Käufern, darunter die US-Gruppe Authentic, Eigentümerin von Reebok, und WHP Global, das mit der Holding G-III verbunden ist.
In den vergangenen Jahren hat der Konzern des französischen Milliardärs bereits mehrere Marken aus seinem Portfolio veräußert. Im September 2024 trennte sich LVMH von Off-White, einem Modehaus, das 2012 von Virgil Abloh gegründet wurde, dem früheren künstlerischen Leiter der Herrenkollektionen von Louis Vuitton, der 2021 starb.
Im Januar 2025 kaufte die britische Designerin Stella McCartney den Minderheitsanteil von 49 Prozent zurück, den LVMH an ihrem Unternehmen hielt. Ein Jahr später, im Januar 2026, verkaufte der Konzern seine Duty Free Shops (DFS) in China an CTG Duty-Free, einen großen, in Peking ansässigen Betreiber des „travel retail“.
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