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Börsen weltweit legen zu – Ölpreis bleibt wegen Iran-Krieg hoch

ARCHIV: Devisenhändler verfolgen Kursbewegungen im Handelssaal der Hana-Bank-Zentrale in Seoul, Südkorea, am 20. Mai 2026.
ARCHIV: Devisenhändler verfolgen Kurse auf Monitoren im Handelssaal der Hana Bank in Seoul, Südkorea, am 20. Mai 2026. Copyright  AP Photo
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Von Una Hajdari
Zuerst veröffentlicht am
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Die Börsen legten am Freitag zu, denn neue Hoffnungen auf einen Durchbruch in den US-Iran-Gesprächen beruhigten Anleger. Doch der Verkehr durch die Straße von Hormus stockt weiter, der Ölpreis liegt über 100 US-Dollar, die Lage bleibt unsicher.

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind zum Handelsstart ins Plus gedreht. Stützend wirkten Signale, dass die jüngste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran kurz vor einem Durchbruch stehen könnte.

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Schon die Aussicht auf ein Abkommen beruhigt die Märkte, auch wenn viele Händler nach den zahlreichen Fehlstarts in einem Konflikt, der seit Ende Februar Rohstoff- und Anleihemärkte erschüttert, weiter vorsichtig bleiben.

Der DAX gewann null Komma vierundsechzig Prozent; stärkster Wert war die Deutsche Post mit plus drei Komma einundsechzig Prozent. Der französische CAC 40 legte um null Komma fünfundsechzig Prozent zu, angetrieben von STMicroelectronics mit plus drei Komma dreiundvierzig Prozent. In London rückte der FTSE 100 um null Komma achtunddreißig Prozent vor, die Beteiligungsgesellschaft 3i stieg um zwei Komma einunddreißig Prozent. Der Euro Stoxx 50 kletterte um null Komma achtundachtzig Prozent.

Euro und Pfund Sterling bewegten sich zum Dollar kaum. Gegen neun Uhr MESZ kostete ein Euro 1,161 Dollar, ein Pfund 1,342 Dollar.

Für zusätzliche Zuversicht sorgten Daten aus Deutschland. Die größte Volkswirtschaft der Eurozone verzeichnete im ersten Quartal ein erwartetes Wachstum von null Komma vier Prozent im Jahresvergleich, das Konsumklima für Juni hellte sich ebenfalls auf – ein vorsichtig positives Signal für eine Wirtschaft, der solche Lichtblicke zuletzt selten waren.

Asiens Börsen setzen Kursrally fort

Tokios Leitindex Nikkei 225 führte die Gewinnerliste im asiatisch-pazifischen Raum an und stieg um zwei Komma sieben Prozent auf 63.339 Punkte. Rückenwind kam von Daten, nach denen die Inflation in Japan im April auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren fiel und nur noch bei ein Komma vier Prozent lag – eine spürbare Abkühlung, obwohl der Krieg im Iran die Energiepreise hoch hält.

Die Zahlen verschafften den Märkten etwas Luft in einer Phase, in der die Inflation weltweit als akutes Risiko gilt.

In Taiwan schloss der Taiex zwei Komma zwei Prozent höher. In Hongkong gewann der Hang Seng null Komma neun Prozent auf 25.612 Punkte, der Shanghai Composite legte ebenso stark auf 4.112 Zähler zu. In Südkorea stieg der Kospi leicht um null Komma vier Prozent auf 7.847 Punkte, Australiens S&P/ASX 200 gewann null Komma vier Prozent auf 8.657 Zähler, der indische Sensex rückte um null Komma sechs Prozent vor.

Die Vorgaben aus den USA fielen verhalten, aber positiv aus. Der S&P 500 schloss null Komma zwei Prozent höher bei 7.445 Punkten, der Dow Jones Industrial Average gewann null Komma sechs Prozent auf 50.285 Zähler. Der technologielastige Nasdaq legte um null Komma eins Prozent auf 26.293 Punkte zu.

Die Aktie des Chipkonzerns Nvidia gab trotz besser als erwarteter Quartalszahlen um eins Komma acht Prozent nach. Einige Analysten sehen den Wert dennoch weiter als unterbewertet – ein Hinweis darauf, dass selbst starke Ergebnisse in der aktuellen Lage mit Vorsicht aufgenommen werden.

Ölpreise steigen: Verkehr durch Straße von Hormus bleibt eingeschränkt

Die Ölpreise stehen weiter unter Aufwärtsdruck. Zum europäischen Handelsstart verteuerte sich die Nordseesorte Brent um zwei Komma drei Prozent auf 104,97 Dollar je Barrel – deutlich mehr als die rund 70 Dollar vor Beginn des Konflikts Ende Februar. Die US-Sorte WTI stieg um eins Komma acht Prozent auf 98,10 Dollar.

Im Zentrum der Spannungen steht die Straße von Hormus, die enge Wasserstraße zwischen Iran und Oman, durch die etwa ein Viertel des weltweiten Seeölhandels läuft.

Der Schiffsverkehr dort liegt weiterhin deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Da die Gespräche zwischen den USA und dem Iran ohne Durchbruch weitergehen, deutet wenig auf eine rasche Rückkehr zu normalen Lieferströmen hin.

„Die Märkte suchen weiterhin nach Signalen für Fortschritte bei einem möglichen Abkommen zwischen den USA und dem Iran“, schrieben die Rohstoffstrategen Warren Patterson und Ewa Manthey von ING am Freitag in einer Notiz. „Zwar gibt es Anzeichen für Optimismus, doch die Unsicherheit dominiert.“

In Washington sagten die republikanischen Fraktionsspitzen im Kongress eine für Donnerstag geplante Abstimmung über eine Resolution der Demokraten zu den Kriegsbefugnissen ab. Der Vorstoß hätte Präsident Donald Trump zum Rückzug aus dem Konflikt zwingen sollen. Nachdem klar wurde, dass sie nicht genug Stimmen hatten, um das Gesetz zu stoppen, wurde die Abstimmung auf Juni verschoben.

Die hohen Ölpreise schlagen direkt auf die Anleihemärkte durch. Steigende Inflationserwartungen treiben dort die Renditen nach oben und drücken die Kurse.

Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe lag am Freitag bei vier Komma siebenundfünfzig Prozent, nachdem sie zu Wochenbeginn zeitweise über vier Komma siebenundsechzig Prozent gestiegen war – ein Niveau, das weltweit auf Aktien, Immobilien und andere zinssensible Anlagen zu drücken drohte.

Der Euro notierte bei 1,1605 Dollar und damit leicht schwächer, der US-Dollar stieg zum japanischen Yen auf 159,12 Yen nach 158,98 Yen.

Lenovo-Aktie schießt nach starken Zahlen um zwanzig Prozent hoch

Unternehmensseitig sorgte Lenovo in Hongkong für Schlagzeilen. Die Aktien des Technologiekonzerns sprangen nach überraschend starken Zahlen für das vierte Quartal um mehr als zwanzig Prozent nach oben.

Der Umsatz kletterte auf 21,6 Milliarden Dollar (18,7 Milliarden Euro), ein Plus von 27 Prozent im Jahresvergleich.

Größter Treiber war das Geschäft mit PCs, Tablets und Smartphones. In diesem Bereich legten die Erlöse um rund zwanzig Prozent zu, die Sparte für PCs und smarte Endgeräte verbuchte das stärkste Quartalswachstum seit fünf Jahren.

Die Aktie notierte am späten Vormittag in Europa 20,3 Prozent höher bei 15,82 Hongkong-Dollar (1,87 Euro).

Weitere Quellen • AP

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