Das portugiesische Seewetteramt IPMA rechnet am Wochenende mit überdurchschnittlicher Wärme, Regen und Gewittern. Eine tropische Luftmasse bringt Saharastaub aus Nordafrika auf die Iberische Halbinsel.
In Portugal auf dem Festland können die Temperaturen an diesem Wochenende bis auf 35 Grad steigen – ein für die Jahreszeit ungewöhnliches Hitzeereignis, wie das IPMA einschätzt.
In weiten Teilen des Landes rechnen die Meteorologen mit Höchstwerten zwischen 30 und 35 ºC. Im Inneren des Tejo-Tals sind örtlich bis zu 39 ºC möglich. Auch die Tiefstwerte steigen landesweit deutlich und liegen bei rund 20 ºC.
Am Wochenende treten die hohen Temperaturen zusammen mit einigen Wolkenfeldern und Schauern an der Küste auf. Im Landesinneren kann es vor allem am Samstagnachmittag zu kräftigen Regengüssen, Hagel und Gewittern kommen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit gehen die Temperaturen dort leicht zurück. Nach Angaben des IPMA zieht zudem Staub aus Nordafrika über das Land.
Nach Einschätzung des IPMA sind die Wetterbedingungen an diesem Wochenende „günstig für den Transport von Staub aus Nordafrika“. Die Staubwolke dürfte bis zum Ende des Samstags in der Atmosphäre bleiben.
Wüstenstaub aus der Sahara: Was er ist und worauf Sie achten sollten
Das Phänomen nimmt in der Sahara im Norden Afrikas seinen Anfang. Dort wirbeln Stürme mit starken Winden große Mengen Sand und Staub in die Höhe.
Das Portal Meteo Trás os Montes, eine Facebook-Seite mit Informationen zu Wetterphänomenen, erklärt: „Die schwereren Partikel fallen rasch nahe ihrem Ursprungsgebiet zu Boden, also in der Sahara. Feinere und leichtere Partikel steigen dagegen mehrere tausend Meter hoch in die Atmosphäre und bleiben dort mehrere Tage in der Schwebe.“
Erreichen diese leichteren Staubteilchen Höhen von über 1500 Metern, geraten sie in die Luftströmungen und beginnen „eine lange Reise“ über das Mittelmeer und den Atlantik. Je nach Wetterlage legen diese Staubmassen Tausende Kilometer zurück. Ein Teil erreicht Europa, Spanien und Portugal, ein anderer die andere Seite des Atlantiks. Dreht der Wind oder lässt nach, sinken die Partikel wieder zur Erdoberfläche ab.
Die hohe Konzentration von Wüstenstaub kann für manche Menschen Beschwerden verursachen, etwa Allergien und andere Atemwegsprobleme wie Asthma oder Bronchitis. Der Staub führt zudem zu erhöhter Bewölkung und eingeschränkter Sicht. Das erhöht die Gefahr, vor allem für Autofahrer.
Der Staub bringt aber nicht nur Nachteile. Positiv ist, dass die Wüstenpartikel reich an Mineralien sind, insbesondere an Eisen und Phosphor. Fallen sie ins Meer, dienen sie als wichtige Nährstoffe für die Nahrungskette im Ozean, erinnert Meteo Trás os Montes. Treffen sie auf Land, wirken sie wie ein natürlicher Dünger.
Regen und Gewitter: Acht Distrikte im Norden und Zentrum unter Gelbwarnung
Wie das IPMA weiter mitteilt, stehen an diesem Samstag die Distrikte Bragança, Vila Real, Braga, Viana do Castelo, Aveiro, Porto, Viseu und Guarda unter Gelbwarnung, der niedrigsten von drei Stufen. Grund sind erwartete Regenfälle und Gewitter.
Die erwartete Hitzewelle dürfte sich im Laufe der kommenden Woche weiter verstärken. Die Behörden raten deshalb zu besonderer Vorsicht: mehr Wasser trinken, auf alkoholische Getränke verzichten, sich täglich mindestens zwei bis drei Stunden in kühle oder klimatisierte Räume zurückziehen, direkte Sonneneinstrahlung vermeiden – vor allem zwischen elf und 17 Uhr – und Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von über 30 verwenden.