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Teurere Flüge, weniger Gäste: Irankonflikt bremst Tourismus in Südostasien

In Südostasien spüren Staaten wie das Reiseland Thailand die Folgen des Iran-Kriegs unmittelbar.
In Südostasien spüren Länder wie das Urlaubsparadies Thailand die Folgen des Iran-Kriegs unmittelbar. Copyright  Florian Wehde/Unsplash
Copyright Florian Wehde/Unsplash
Von Saskia O'Donoghue mit Associated Press
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Im südostasiatischen Tourismus lief die Erholung von der Pandemie gerade an. Nun drücken hohe Kerosinkosten, Flugchaos und die Iran-Krise die Reiselust zum Start der wichtigen Sommersaison.

Günstige Flüge, Backpacker-Hostels und traumhafte Strände haben Südostasien zu einer der widerstandsfähigsten Reiseregionen der Welt gemacht.

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Doch nun gerät dieses Image ins Wanken. Die Folgen des Iran-Konflikts treffen die weltweiten Energiemärkte.

Steigende Flugpreise und Treibstoffkosten, dazu sinkende Besucherzahlen in tourismusabhängigen Ländern wie Thailand, Vietnam und Kambodscha: Die Region erlebt, wie anfällig der Sommerreiseverkehr für weit entfernte Konflikte bleibt.

Ob die Balance der bevorstehenden touristischen Hochsaison im Sommer hält, ist ungewiss. Die Unsicherheit über einen Waffenstillstand führt weiter zu Flugstreichungen und höheren Ticketpreisen.

Asiens Tourismus im brüchigen Aufschwung

Der Tourismus in Asien hat sich von der Covid-19-Pandemie noch längst nicht vollständig erholt. Die Krise traf die Region besonders hart.

Nur wenige Jahre später kämpft Südostasien nun mit den Folgen des andauernden Kriegs für die weltweite Energieversorgung und die Preise.

Für viele Schwellen- und Entwicklungsländer ist der Tourismus eine wirtschaftliche Lebensader. In Thailand steuert er fast 13 % zur Wirtschaftsleistung bei, in Vietnam fast 9 %, und in Kambodscha sichert er Millionen Arbeitsplätze.

Kürzlich meldete das thailändische Ministerium für Tourismus und Sport jedoch, dass die Zahl der Besucherinnen und Besucher im April im Jahresvergleich um 7 % sank, die Zahl der Ankünfte aus Europa sogar um fast 16 %. Aus dem Nahen Osten kamen 57 % weniger Menschen.

Im Nachbarland Kambodscha berichtet die Tourismusbehörde, dass in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 die Zahl der in Siem Reap registrierten internationalen und inländischen Gäste im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 37,5 % zurückging.

Reisende bringen zudem dringend benötigte Devisen in importabhängige Volkswirtschaften wie die Philippinen und Nepal.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass der Konflikt entscheidet, welche Tourismusbetriebe lange genug durchhalten, um später von einer Rückkehr der Gäste zu profitieren.

„Dass innerhalb von fünf Jahren erst die Pandemie und nun der Krieg aufeinanderfolgen, ist verheerend für die Tourismusbranche“, sagte Jitsai Santaputra von der Energieberatungsfirma The Lantau Group der Nachrichtenagentur AP.

Im beliebten Siem Reap gehen wegen der anhaltenden Krise die Besucherzahlen zurück
Im beliebten Siem Reap gehen wegen der anhaltenden Krise die Besucherzahlen zurück allPhoto Bangkok/Unsplash

Iran-Krieg treibt Reisekosten in die Höhe

Knappheit und hohe Preise für Kerosin haben Vietnam Airlines, die in Malaysia ansässige AirAsia-Gruppe, Cathay Pacific aus Hongkong und weitere Airlines dazu gebracht, Flüge zu streichen oder Flugpläne anzupassen.

Auch europäische Airlines, die Reisende häufig über den Mittleren Osten nach Asien bringen, geraten unter ähnlichen Druck.

Zu Beginn des Kriegs führten Luftraumsperrungen über dem Persischen Golf und zeitweise geschlossene Flughäfen dazu, dass wichtige Umsteigepunkte für Asien-Flüge wegfielen oder Linienflugzeuge auf längere, teurere Routen ausweichen mussten.

Gleichzeitig sind die Flugpreise stark gestiegen – und bleiben hoch. Fluggesellschaften wie Air India und Cathay Pacific haben ihre Treibstoffzuschläge deutlich angehoben, teils auf das Doppelte.

Das verunsichert viele Reisende deutlich, sagte Lavinia Lau, bei Cathay zuständig für Kundinnen, Kunden und das kommerzielle Geschäft, der AP.

Viele Menschen buchten ihre Flüge inzwischen viel kurzfristiger als früher, berichtet sie. Das sei ein klares Zeichen für die Unsicherheit.

In Südostasien spüren auch Taxi- und Fahrdienstfahrerinnen und -fahrer in Touristenhochburgen den Anstieg der Treibstoffpreise. Einige berichten seit Beginn des Kriegs von deutlich geringeren Gewinnen.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen warnt, dass höhere Flugpreise und schwindendes Vertrauen schnell auf Einkommen von Haushalten und öffentliche Einnahmen durchschlagen können – gerade in Staaten, in denen der Tourismus eine zentrale Quelle für Jobs, Löhne und Devisen ist.

Reisen seien oft der erste Posten, den Menschen streichen, wenn sich die wirtschaftliche Lage verschlechtert, sagt Le Tuyet Lan. Sie betreibt Pensionen in Hanoï und Ho-Chi-Minh-Stadt.

In Krisenzeiten wechselten Luxusreisende meist in die Mittelklasse, Mittelklassenkunden griffen zu Budget-Hotels, und das unterste Marktsegment werde damit am stärksten getroffen.

„Das wird die gesamte Branche durcheinanderbringen“, sagte Le Tuyet Lan der AP.

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