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Ibiza und Sant Josep sind ideales Testfeld für Innovation und Lebensqualität

Vicent Roig, Bürgermeister von Sant Josep de sa Talaia, beim Ibiza Tech Forum 2026.
Vicent Roig, Bürgermeister von Sant Josep de sa Talaia, beim Ibiza Tech Forum 2026. Copyright  Ibiza Tech Forum
Copyright Ibiza Tech Forum
Von Maria Muñoz Morillo
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ibiza richtet 2026 das Ibiza Tech Forum aus und profiliert sich als globales Tech-Labor: Daten, KI, Kameras und Drohnen sollen Dienste verbessern und illegale Tourismusangebote eindämmen.

In seiner vierten Auflage hat sich das Ibiza Tech Forum als Epizentrum etabliert, in dem Gegenwart und Zukunft der Technologie aufeinandertreffen. In diesem Jahr stand die Hauptbühne im spektakulären Auditorio de Caló de s'Oli. Dort machte das Forum einen qualitativen wie quantitativen Sprung nach vorn und bewies, dass die Insel weit mehr ist als ihr weltweit berühmter Ruf als Partyhauptstadt.

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„Euronews“ hat mit Vicent Roig, Bürgermeister von Sant Josep de sa Talaia, der gastgebenden Gemeinde, gesprochen. Thema waren die strategische Rolle, die Ibiza auf der globalen Technologielandkarte spielt, und die Frage, wie sich die öffentliche Verwaltung mit Hilfe von Daten weiterentwickeln muss.

Regieren mit Fakten statt Glaubenssätzen

Nach seiner Teilnahme an der institutionellen Diskussionsrunde zog Roig ein klares Fazit: Die öffentliche Verwaltung hat bei der Sensorik noch Nachholbedarf. „Etwas anderes ist es, Entscheidungen aus einem politischen Akzent oder aus Überzeugungen zu treffen, und etwas ganz anderes, Entscheidungen auf Basis realer empirischer Daten zu fällen“, sagte der Bürgermeister diesem Medium unmissverständlich.

Für Roig führt eine voll vernetzte Gemeinde direkt zu einer höheren Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger. Die Technologie ermöglicht den Schritt von einer reaktiven zu einer präventiven Verwaltung: „In Echtzeit zu wissen, wann ein Müllcontainer voll ist, ein Wasserleck sofort zu entdecken, um die Versorgung nicht unterbrechen zu müssen, oder Personenströme mit Drohnen und Kameras zu überwachen, um die öffentliche Sicherheit zu optimieren oder einen Brand effizient einzukreisen – das sind nur einige Beispiele dafür, wie künstliche Intelligenz und Technologie das kommunale Management verändern.“

Technologischer Schutzschild gegen „Piraterie“ im Tourismus

Einer der großen Streitpunkte auf Inseln ist das Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Anziehungskraft und dem Schutz des lokalen Lebensmodells gegenüber der Massentouristik, die die Bewohner der Pityuseninsel und Menschen in vielen Regionen Spaniens heftig kritisieren, weil ihre Umgebung unter der Touristenflut unter Druck gerät. Für den Bürgermeister von Sant Josep liegt der Schlüssel erneut in der Kontrolle der Daten, denn oft „ist das Gefühl der Überfüllung stärker als die tatsächliche Lage“.

Trotzdem benennt Roig das eigentliche Problem: das illegale Angebot. Schwarztaxis, Ferienunterkünfte ohne Lizenz oder illegale Partys treiben eine Schattenwirtschaft an, die sich mit klassischen Mitteln kaum erfassen lässt.

„Genau dieser Tourismus, den wir nicht im Griff haben, erzeugt das Bild der völligen Überlastung“, erklärt er. Die Stadtverwaltung plant, dieses Problem mit Kamera- und Drohnensystemen zu bekämpfen, die das „Produkt Ibiza“ schützen sollen. Derzeit leidet es vor allem unter einem Imageverschleiß.

Hürden überwinden, um globale Investoren anzuziehen

Ibiza bietet eine unschlagbare Kombination: Innovation und Lebensqualität. Dank internationaler Verbindungen entscheiden sich immer mehr Familien und Fachkräfte dafür, das ganze Jahr über in Sant Josep zu leben, auf der Suche nach Sicherheit, Stabilität und Wohlbefinden.

Der Weg zur vollständigen Digitalisierung stößt jedoch auf Hindernisse. Roig nennt sie ohne zu zögern: Die Hürden der Gemeinden sind weder finanzieller Natur noch Ausdruck mangelnden Willens, sondern bürokratische und grundlegende Infrastrukturprobleme. Der Bürgermeister bedauert, dass eine Technologieveranstaltung dieses Kalibers Generatoren einsetzen muss, weil der Stromfluss nicht ausreicht, und dass der Ausbau von Glasfaser an komplizierten Vorschriften scheitert.

Schaufenster und Testlabor für die Welt

Wenn Ibiza Technologie-Führungspersönlichkeiten, Investorinnen und Investoren sowie internationale Institutionen empfängt, rückt die Insel in den Fokus der Welt. Von ihrem Partyruf will sie sich dabei nicht lossagen. Roig betont, dass auch das Freizeitangebot der Insel ein Synonym für Avantgarde und Innovation ist: „Was in Ibiza entsteht, wird in den Rest der Welt exportiert – nicht nur in der Musik, sondern auch in der Organisation großer Freizeitveranstaltungen.“

Zum Schluss richtet der Bürgermeister eine klare Botschaft an Unternehmen und Investoren, die auf den Archipel blicken: Ibiza und Sant Josep bieten Rechtssicherheit, Lebensqualität und vor allem ein einzigartiges Gebiet. Als Insel mit 542 Quadratkilometern ist sie der perfekte Testmarkt, um Technologien auszuprobieren, die später national und international exportiert werden können.

Die vollständige Interviewversion mit Vicent Roig finden Sie auf unserem Youtube-Kanal (Quelle auf Spanisch).

Cutter • Juan Isidro Montero Garcia

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