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Giftige Blaualgen in der Ostsee bestätigt: Diese Gewässer sollten Sie meiden

Badegäste aufgepasst. Gesundheitsämter warnen vor dem Baden an bestimmten Stränden der Ostsee aufgrund von Blaualgen. Bei Hautkontakt könnten allergische Reaktionen auftreten.
Badegäste aufgepasst. Gesundheitsämter warnen vor dem Baden an bestimmten Stränden der Ostsee aufgrund von Blaualgen. Bei Hautkontakt könnten allergische Reaktionen auftreten. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Badegäste aufgepasst: Mehrere Gesundheitsämter warnen vor dem Baden an bestimmten Stränden der Ostsee aufgrund von Blaualgen. Bei Hautkontakt könnten allergische Reaktionen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.

In der Ostsee kommt es aufgrund der andauernden heißen Temperaturen vermehrt zur Weiterbildung von Algen. Viel Sonnenschein und hohen Wassertemperaturen begünstigen ihre Fortpflanzung.

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Jetzt warnt die Hansestadt Rostock Badegäste vor bestimmten Ostsee-Stränden.

Badewarnung ausgesprochen

Westlich von Warnemünde wurde in der Ostsee ein Algenteppich beobachtet, erklärte die Hansestadt Rostock am Samstag. Es bestehe der Verdacht, dass es sich um Blaualgen handle, so das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Am Dienstag das Update: "Untersuchungen haben das Vorkommen Toxin bildender Cyanobakterien, so genannter Blaualgen, bestätigt", teilte das Rostocker Gesundheitsamt mit. Das Gesundheitsamt bestätigt, dass es sich um Blaualgen handelt, sie wurden in der Ostsee nachgewiesen.

Daher rät das zuständige Gesundheitsamt davon ab, in diesen Gewässern zu baden. Hautkontakt mit den Blaualgen kann zu Schwellungen, Irritationen oder allergischen Reaktionen führen. In schweren Fällen kommt es zu Erbrechen und Magen-Darm-Erkrankungen.

Das Gesundheitsamt mahnt insbesondere für Kinder und Hunde zur Vorsicht. Hunde sollten das Wasser demnach auch nicht trinken.

Welche Strände sind betroffen?

Ein Badeverbot wurde nicht ausgesprochen. Die Badewarnung gilt für die Ostseeküste vor Warnemünde. Dabei handelt es sich um die Strandabschnitte 30 bis 36. Betroffen ist demnach auf der Karte von Google Maps der Bereich mit den stärkeren Farben.

Allerdings heißt es weiter von Seiten der Stadt Rostock, dass die Ausbreitung durch Wind und Wetter nicht genau einzuschätzen ist. Potenziell seien also weite Bereiche betroffen.

Auch in Badeseen in ganz Deutschland kann es immer wieder zu Blaualgen kommen. Seit über 20 Jahren sind Badegewässer in Deutschland jedoch meist sicher. Sollte es vereinzelt zu Gesundheitsrisiken kommen, wird schnell gehandelt. Dazu messen die Landesämter in zweiwöchentlichem oder monatlichem Abstand das Vorkommen verschiedenster Bakterien.

Die Ergebnisse werden in sogenannten Badegewässerkarten veröffentlicht und sollen Badegäste vor möglichen Gesundheitsrisiken schützen. Zuständig sind die Landesgesundheitsämter. Klicken Sie auf der Karte auf Ihre Region, um zur richtigen Gewässerkarte zu kommen.

Was genau sind Blaualgen?

Von einem Algenteppich spricht man bei einer großen Ansammlung von Algen, einer dichten zusammenhängenden Schicht aus massenhaft vermehrten Algen oder Cyanobakterien.

Denn bei Blaualgen handelt es sich eigentlich um winzig kleine Bakterien und nicht die grünen langen haarigen Pflanzen. Sie schwimmen oftmals frei im Wasser und bilden einen schmierigen, bläulich-grünen Film auf der Oberfläche.

"Bei warmem, sonnigem Wetter und nährstoffreichem Wasser können sie sich stark vermehren und an der Wasseroberfläche zu sichtbaren Teppichen sammeln", erklärte die Stadt Rostock in einer Mitteilung. Durch Wind und Strömung können sich die Ansammlungen kurzfristig verlagern oder auflösen.

Blaualgen, auch Cyanobakterien genannt, bilden einen schlierenartigen Film auf der Wasseroberfläche. Hier zum Beispiel an der Unterhavel.
Blaualgen, auch Cyanobakterien genannt, bilden einen schlierenartigen Film auf der Wasseroberfläche. Hier zum Beispiel an der Unterhavel. Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin ©LAGeSo

Die so genannten "Blaualgen" würden für Aufsehen sorgen, weil sie gesundheitsgefährdende Giftstoffe produzieren können, heißt es auch im Faktenblatt Cyanobakterien des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde. Generell seien die von den Blaualgen produzierten Toxine in geringer Konzentration für gesunde Menschen ungefährlich. Auch nicht alle Arten der Blaualgen produzieren diese Giftstoffe.

In diesen kurzfristig gebildeten Teppichen kann sich die Konzentration der Giftstoffe jedoch so weit erhöhen, dass eine Gefährdung der Gesundheit besteht. Bei Menschen kann es zu Hautreizungen und nach Verschlucken des Wassers zu Übelkeit und Erbrechen kommen, heißt es weiter. Bei Tieren, die mit den Toxinen angereichertes Wasser getrunken haben, sei es dem Leibniz-Institut zufolge in der Vergangenheit wiederholt zu Todesfällen gekommen, so etwa bei Rindern, Hunden und Enten.

Auch in der vergangenen Badesaison waren Blaualgen ein häufiges Problem nach langen heißen Wochen. In knapp der Hälfte aller für das Baden geschlossenen Seen waren Cyanobakterien die RUsache, wie das Umweltbundesamt berichtete.

Badegefahr auch durch Vibrionen

Die besonders warmen Temperaturen begünstigen auch noch weitere Bakterien, wie etwa Vibrionen. Zwei Menschen sind in diesem Jahr in Deutschland nach einer Vibrionen-Infektion gestorben. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden bislang 17 Erkrankungen registriert.

Schwere Krankheitsverläufe betreffen nach Angaben des RKI allerdings vor allem ältere Menschen sowie Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder Vorerkrankungen wie Diabetes, Leber- oder schweren Herzerkrankungen. Junge, gesunde Erwachsene erkranken dagegen nur selten schwer. Auch die beiden bislang registrierten Todesfälle in diesem Jahr betrafen laut RKI jeweils hochaltrige Menschen.

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