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Ein Toter, zwei Vermisste nach Raketenangriff auf Tankschiff vor Oman

ARCHIV: Ein Patrouillenboot fährt durch die Straße von Hormus, Frachter liegen vor Bandar Abbas vor Anker, am zweiten Mai 2026.
ARCHIV: Patrouillenboot fährt durch das Wasser, Frachtschiffe liegen vor Bandar Abbas in der Straße von Hormus vor Anker, zweiten Mai 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Aleksandar Brezar
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das unter Palau-Flagge fahrende Schiff Settebello meldete am Mittwoch einen Raketenangriff auf den Maschinenraum vor Sohar; Behörden evakuieren die Crew im Golf von Oman.

Vor der Küste Omans nahe der Straße von Hormus hat am Mittwoch der Maschinenraum eines Tankers Feuer gefangen. Das teilte eine britische Seefahrtsbehörde mit. Demnach gelten zwei Besatzungsmitglieder als vermisst, ein weiteres kam zu Schaden.

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Zuvor hatte die britische Sicherheitsfirma Vanguard Tech mitgeteilt, der unter Palau-Flagge fahrende Tanker Settebello habe einen Notruf abgesetzt. Darin habe die Besatzung berichtet, der Maschinenraum sei beim Einsatz vor Sohar im Golf von Oman von einer Rakete getroffen worden und an Bord sei ein Feuer ausgebrochen.

Später meldete die Behörde United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) einen Vorfall rund 20 Seemeilen nordöstlich von Sohar in Oman.

Lokale Behörden berichteten demnach, in dem Maschinenraum eines Tankers sei ein Feuer ausgebrochen; Einsatzkräfte seien vor Ort und unterstützen die Evakuierung der Crew.

Das Schiff meldet eine verletzte Person und zwei vermisste Crewmitglieder. Auswirkungen auf die Umwelt gebe es nicht, hieß es weiter.

Wer hinter dem gemeldeten Raketenangriff auf das Schiff steckt, war zunächst unklar.

Die Hafenstadt Sohar liegt nahe dem Eingang zur Straße von Hormus, in einer Region, in der es seit Beginn des Kriegs mit Iran am 28. Februar immer wieder zu Zwischenfällen mit Schiffen kommt.

Rivalische Blockaden: Serie von Zwischenfällen

Der Angriff reiht sich in eine Serie von Raketen- und Drohnenangriffen auf Handelsschiffe in der Meerenge ein, die seit Monaten unter zwei rivalisierenden Blockaden steht.

Teheran hat den Verkehr von fast allen Frachtschiffen durch die strategisch wichtige Passage weitgehend gestoppt. Die USA wiederum blockieren alle iranischen Schiffe und Häfen.

Am ersten März griff Iran einen Tanker nördlich des Hafens Khasab an und attackierte auch den Hafen Duqm, beide in Oman.

Ende Mai meldete die UKMTO in einem weiteren Fall eine Explosion auf einem anderen Tanker rund 60 Seemeilen östlich von Maskat.

Am Montag feuerten Einheiten des US-Zentralkommandos eine Hellfire-Rakete in den Maschinenraum des unter botswanischer Flagge fahrenden Tankers MT Lexie. Das Schiff war trotz der US-Seeblockade auf dem Weg zu einem iranischen Hafen.

Am selben Tag traf ein US-Kampfjet vom Typ F-18 Super Hornet des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln den unter Palau-Flagge fahrenden Tanker MT Marivex im Golf von Oman und setzte ihn außer Gefecht.

Auch Sohar selbst wurde früher im Krieg von iranischen Drohnen getroffen. Iran nahm zudem mehrere Schiffe im Golf von Oman fest, darunter im Mai einen Tanker mit dem Namen Ocean Koi. Teheran erklärte, das Schiff habe versucht, Ölexporte und iranische Interessen zu stören.

Trotzdem tritt Oman weiterhin als Vermittler zwischen Teheran und Washington auf.

Die Straße von Hormus ist an ihrer schmalsten Stelle rund 38 Kilometer breit. Iran und Oman kontrollieren die Wasserstraße gemeinsam. Normalerweise passieren dort etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Transporte sowie weitere Fracht.

Teheran hatte zuvor angekündigt, für durchfahrende Schiffe Gebühren erheben zu wollen, und dabei den Eindruck erweckt, die Abgaben gemeinsam mit Oman einzutreiben. Maskat wies dies umgehend zurück und betonte, dass rechtlich keine Gebühren zulässig seien, weil die Straße von Hormus ein natürlicher und kein künstlich geschaffener Wasserweg ist.

Ende Mai veröffentlichte Iran zudem eine Karte, auf der das Land Aufsichtsrechte über einen Teil der Straße von Hormus beansprucht, der tief in die Hoheitsgewässer der Vereinigten Arabischen Emirate und Omans hineinreicht. Fünf Golfstaaten warnten daraufhin Reedereien über die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO ausdrücklich davor, diesen Ansprüchen Folge zu leisten.

Weitere Quellen • AFP

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