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USA: Inflation steigt auf vier Komma zwei Prozent - höchster Stand seit drei Jahren

Archivfoto: Eine Zapfsäule füllt den Tank eines Fahrzeugs an einer Exxon-Tankstelle in Littleton im US-Bundesstaat Colorado, Dienstag, 12. Mai 2026.
Archivbild: An einer Exxon-Tankstelle in Littleton im US-Bundesstaat Colorado füllt eine Zapfsäule am Dienstag, dem zwölften Mai 2026, den Tank eines Fahrzeugs. Copyright  AP Photo/David Zalubowski
Copyright AP Photo/David Zalubowski
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Die Jahresteuerung ist im Mai auf vier Komma zwei Prozent gestiegen, vor allem wegen teurerem Sprit. Die höheren Preise belasten Haushalte und erschweren der US-Notenbank den Zinskurs.

Ein kräftiger Anstieg der Kraftstoffpreise hat die Inflation in den USA im Mai auf den höchsten Jahreswert seit drei Jahren getrieben. Die am Mittwoch veröffentlichten Daten stärken die Argumente dafür, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Kreditkosten für längere Zeit hoch hält.

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Die Verbraucherpreise lagen im Mai nach Angaben des Arbeitsministeriums 4,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Im April hatte die Teuerungsrate noch 3,8 Prozent betragen. Es war der dritte Anstieg in Folge. Im Monatsvergleich kletterten die Preise um 0,5 Prozent, nach 0,6 Prozent im April und 0,9 Prozent im März.

Abseits der höheren Energiekosten blieben die grundlegenden Preistrends moderater. Das deutet darauf hin, dass sich der Inflationsdruck noch nicht flächendeckend in der Wirtschaft festgesetzt hat. Sollten die Energiepreise weiter nachgeben, könnte die Gesamtinflation in den kommenden Monaten wieder sinken. Die Benzinpreise sind seit Mai bereits gefallen.

Ein ermutigendes Signal im Bericht vom Mittwoch: Die Kerninflation – sie blendet die besonders schwankungsanfälligen Kategorien Nahrungsmittel und Energie aus – blieb vergleichsweise verhalten. Die Kernpreise legten im Mai um 0,2 Prozent zu, nach einem Anstieg um 0,4 Prozent im April. Im Jahresvergleich zog die Kerninflation leicht von 2,8 auf 2,9 Prozent an.

Dennoch verteuerten sich viele Waren und Dienstleistungen im vergangenen Monat. Kleidung kostete 0,3 Prozent mehr und lag 4,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Flugtickets, getrieben von steigenden Kerosinpreisen, verteuerten sich allein im Mai um 2,7 Prozent und lagen fast 27 Prozent höher als vor einem Jahr. Strompreise stiegen im Monatsverlauf um 0,6 Prozent und lagen im Jahresvergleich 5,9 Prozent höher.

Die Inflation war zuvor auf dem Rückzug, bevor Präsident Donald Trump im April 2025 umfangreiche Zölle einführte und damit viele Importwaren verteuerte. Zuletzt kamen höhere Öl- und Gaspreise hinzu, die mit dem Konflikt unter Beteiligung Irans zusammenhängen. Das verstärkt den Preisdruck und hält die Frage der Bezahlbarkeit für Haushalte auf der politischen Tagesordnung.

Die Benzinpreise zogen im Mai an, nachdem Iran die Straße von Hormus geschlossen hatte und damit rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung unterbrach. Nach Daten der Energy Information Administration stiegen die durchschnittlichen US-Benzinpreise von etwa 4,04 Dollar je Gallone Mitte April auf 4,49 Dollar Mitte Mai.

Inzwischen sind die Preise laut Autofahrerclub AAA wieder auf durchschnittlich 4,16 Dollar je Gallone gesunken. Das könnte im Juni für einen etwas niedrigeren Inflationswert sorgen. Dennoch bleiben die Treibstoffkosten für viele Amerikaner ein Problem: Benzin kostet seit März durchgängig mehr als 4 Dollar je Gallone.

Auch steigende Dieselpreise treiben die Transportkosten nach oben. Unternehmen wie UPS und FedEx haben in den vergangenen Monaten Treibstoffzuschläge eingeführt. Das könnte die Lebensmittelpreise weiter erhöhen. Lebensmittel im Supermarkt verteuerten sich im April um 0,7 Prozent und lagen 2,9 Prozent über dem Vorjahresstand.

Höhere Inflation erschwert Fed-Kurs bei Zinssenkungen

Die hartnäckig erhöhte Inflation hat die Debatte innerhalb der Federal Reserve verschoben. Zu Jahresbeginn hatten die Währungshüter signalisiert, sie rechneten 2026 mit zwei Zinssenkungen. Inzwischen haben mehrere Notenbanker jedoch angedeutet, dass der nächste Schritt eher eine Zinserhöhung als eine Senkung sein könnte.

Höhere Zinsen machen in der Regel Hypotheken, Autokredite und Unternehmensfinanzierungen teurer.

An der Wall Street erwarten Anleger derzeit, dass die Fed die Zinsen im Dezember anhebt, wie aus den vom Tool CME FedWatch ausgewerteten Terminmarktdaten hervorgeht.

„In einigen Bundesstaaten liegen die Benzinpreise auf Sicht von zwölf Monaten noch immer fast 50 Prozent höher, und selbst wenn die USA und Iran eine Art Einigung finden, sehen die Preissteigerungen zunehmend nach einem längeren Problem aus“, sagte Lindsay James, Anlagestrategin beim Vermögensverwalter Quilter. Sie fügte hinzu, die Märkte kalkulierten inzwischen bis zum Jahresende eine Zinserhöhung um einen Viertelpunkt ein – mit der Möglichkeit weiterer Anhebungen 2027.

Trotz steigender Inflation zeigt sich der Arbeitsmarkt robust. Die Unternehmen stellten im Mai mehr Personal ein, und die Wirtschaft wächst weiter. Dadurch sinkt der Druck auf die Fed, die Zinsen zu senken, um das Wachstum zu stützen. Die Daten deuten zudem darauf hin, dass das aktuelle Zinsniveau die wirtschaftliche Aktivität nicht stark ausbremst.

Einige Notenbanker argumentieren jedoch, dass ein geringeres Wachstum nötig sein könnte, um die Inflation wieder näher an das Ziel der Fed zu bringen.

Die Renditen zweijähriger und zehnjähriger US-Staatsanleihen sind seit dem überraschend starken Arbeitsmarktbericht vom Freitag gestiegen. Das spiegelt die Erwartung vieler Anleger wider, dass die Inflation erhöht bleiben und letztlich weitere geldpolitische Straffungen erzwingen könnte.

Die Inflationsdaten setzen auch Fed-Chef Kevin Warsh unter Druck. Warsh, der sich früher für niedrigere Zinsen eingesetzt hat und von Trump als Nachfolger von Jerome Powell ernannt wurde, sieht sich nun erneutem Preisdruck gegenüber. Das könnte den Spielraum der Fed für Lockerungen deutlich einengen.

Trump und Vertreter des Weißen Hauses argumentieren derzeit vor allem, dass die Zinsen nicht weiter steigen müssten, statt zusätzliche Senkungen zu fordern.

Die Märkte rechnen bei der FOMC-Sitzung in der kommenden Woche mit unveränderten Zinsen von 3,5 bis 3,75 Prozent. Investoren werden aufmerksam verfolgen, ob die Fed ihre Projektionen anpasst.

James betonte jedoch: „Warsh hält wenig von fester Vorauskommunikation. Das macht den künftigen Zinspfad unsicherer.“

Die Analystin fügte hinzu: „Die USA haben es in gewisser Weise mit einem Inflationsproblem zu tun, das sie sich weitgehend selbst eingebrockt haben. Es wird schwer werden, das zu lösen und die Preisschübe, die wir bislang in diesem Jahr gesehen haben, vollständig wieder zurückzudrehen.“

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