Das US-Zentralkommando stoppt in dieser Woche mit einem dritten Schlag einen weiteren Tanker, der die Iran-Blockade umgehen wollte; Stunden zuvor waren drei indische Seeleute nach dem Angriff auf die MT Settebello für tot erklärt worden.
US-Streitkräfte haben in dieser Woche einen weiteren Öltanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Das Schiff soll versucht haben, die von ihnen verhängte Blockade iranischer Häfen zu umgehen, teilte das US‑Zentralkommando (CENTCOM) am Donnerstag mit.
Ein US-Kampfflugzeug feuerte demnach zwei Hellfire-Raketen in den Maschinenraum des unter Flagge von Guinea-Bissau fahrenden Tankers, nachdem die Besatzung wiederholt Anweisungen der US-Streitkräfte ignoriert hatte, so CENTCOM.
Es war bereits der dritte derartige US-Angriff in dieser Woche und der neunte seit Beginn der Blockade, so CENTCOM. Das Kommando ist für die US-Truppen im Nahen Osten zuständig.
Der Angriff auf das Schiff, das Öl durch den Golf von Oman transportieren wollte, erfolgte nach CENTCOM-Angaben in den frühen Morgenstunden am Donnerstag, gegen 4.20 Uhr MESZ.
Bereits am frühen Donnerstagmorgen meldete das britische Zentrum für maritime Handelsoperationen (UKMTO) ein Feuer auf einem Tanker 21 Seemeilen nordöstlich von Sohar im Oman. Die indische Botschaft in dem Golfstaat erklärte, die Marine des Landes bringe Besatzungsmitglieder in Sicherheit.
Nach Angaben der britischen Maritimsicherheitsfirma Vanguard befanden sich 20 Besatzungsmitglieder an Bord des Tankers.
Der jüngste US-Angriff folgte auf einen ähnlichen Vorfall am Vortag vor der Küste Omans.
Damals habe ein US-Kampfflugzeug Präzisionsmunition in den Maschinenraum des Schiffes gefeuert, nachdem die Besatzung mehrfach Anweisungen der US-Streitkräfte missachtet habe, erklärte das US‑Zentralkommando auf X. Es identifizierte den Tanker als MT Settebello, der unter Flagge des Inselstaats Palau fährt.
Indien bestellte daraufhin am Mittwoch den ranghöchsten US-Diplomaten in Neu-Delhi ein, um scharf gegen den Angriff zu protestieren. Nach dem Beschuss galten drei indische Besatzungsmitglieder zunächst als vermisst; inzwischen bestätigten die Behörden ihren Tod.
Bereits am Montag hatte ein US-Kampfjet vom Typ F‑18 Super Hornet vom Flugzeugträger USS Abraham Lincoln den ebenfalls unter Palau-Flagge fahrenden Tanker MT Marivex im Golf von Oman getroffen und außer Betrieb gesetzt – aus demselben Grund, wie das US-Militär erklärte.
Nach Angaben des US-Militärs hat es seit Beginn der Blockade am 13. April 135 Schiffe auf andere Routen umgeleitet, die den Anweisungen folgten. Zudem ließ es 42 Schiffe mit humanitärer Fracht passieren.
Der jüngste Angriff ist Teil einer ganzen Serie von Raketen- und Drohnenattacken auf Handelsschiffe in der Meerenge. Dort blockieren seit Monaten zwei rivalisierende Lager die Schifffahrtswege.
Teheran hatte den Frachtverkehr durch die strategisch wichtige Wasserstraße zu Beginn des Kriegs am 28. Februar gestoppt. Die USA verhängten parallel dazu eine eigene Blockade gegen alle iranischen Schiffe und Häfen.