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USA beschießen Iran-Tanker vor Oman – Indien protestiert wegen vermisster Seeleute

Archiv: Ein Patrouillenboot fährt durchs Wasser, Frachtschiffe liegen vor Anker in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas, 2. Mai 2026
ARCHIV: Patrouillenboot im Seegebiet der Straße von Hormus vor Bandar Abbas, Frachtschiffe liegen vor Anker, zweiter Mai 2026 Copyright  AP Photo
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Von Aleksandar Brezar
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das US-Zentralkommando beschoss den unter Palau-Flagge fahrenden Tanker Settebello, nachdem die Crew Befehle ignoriert hatte, und traf den Maschinenraum, als das Schiff trotz US-Blockade iranisches Öl transportieren wollte.

Ein US-Kampfflugzeug hat im Golf von Oman auf einen Tanker geschossen und ihn manövrierunfähig gemacht. Das Schiff soll versucht haben, in Verletzung einer US-Blockade Öl aus Iran zu transportieren, teilte das US-Militär am Mittwoch mit.

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Die Maschine habe Präzisionsmunition in den Maschinenraum des Schiffes gefeuert, nachdem die Besatzung wiederholt Anweisungen der US-Streitkräfte ignoriert habe, erklärte das US Central Command auf X. Demnach handelt es sich um den unter der Flagge Palaus fahrenden Tanker MT Settebello.

Indien bestellte daraufhin am Mittwoch den ranghöchsten US-Diplomaten in Neu-Delhi ein, um gegen den Angriff scharf zu protestieren. Drei indische Besatzungsmitglieder gelten seit dem Beschuss als vermisst.

21 weitere indische Crewmitglieder wurden von dem Handelsschiff gerettet. Das Außenministerium verurteilte den Angriff in einer Erklärung. Die britische Seebehörde UKMTO hatte zunächst von einem Toten und zwei Vermissten unter der Besatzung berichtet.

Die britische maritime Sicherheitsfirma Vanguard Tech erklärte zunächst, der als palauischer Tanker Settebello identifizierte Frachter habe einen Notruf abgesetzt. Demnach sei sein Maschinenraum von einer Rakete getroffen worden, als das Schiff vor Sohar im Golf von Oman unterwegs gewesen sei, und an Bord sei ein Feuer ausgebrochen.

Später meldete die Behörde UKMTO einen Zwischenfall etwa 20 Seemeilen nordöstlich von Sohar im Oman.

„Lokale Behörden berichteten, ein Tanker habe in seinem Maschinenraum ein Feuer erlitten; sie seien vor Ort und unterstützten die Evakuierung der Besatzung“, hieß es.

„Das Schiff meldet einen Todesfall und zwei vermisste Crewmitglieder. Es liegen keine Hinweise auf Umweltschäden vor“, hieß es weiter.

Sohar liegt nahe dem Eingang zur Straße von Hormus, in einem Seegebiet, in dem es seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar immer wieder zu Zwischenfällen mit Schiffen kommt.

Rivalisierende Blockaden lösen Serie von Zwischenfällen aus

Der Angriff ist der jüngste in einer Reihe von Raketen- und Drohnenangriffen auf Handelsschiffe in der Meerenge, die seit Monaten unter zwei rivalisierenden Blockaden steht.

Teheran hat den Frachtschiffsverkehr durch die strategische Wasserstraße weitgehend zum Erliegen gebracht. Die USA verhängten ihrerseits eine eigene Blockade gegen alle iranischen Schiffe und Häfen.

Am 1. März griff Iran einen Tanker nördlich des Hafens von Khasab an und beschoss zudem den Hafen Duqm, beide im Oman.

Ende Mai verzeichnete ein Bericht der UKMTO eine Explosion auf einem weiteren Tanker rund 60 Seemeilen östlich von Maskat.

In der vergangenen Woche feuerte das US Central Command eine Hellfire-Rakete in den Maschinenraum des unter botswanischer Flagge fahrenden Tankers MT Lexie. Das Schiff war trotz der US-Seeblockade auf dem Weg zu einem iranischen Hafen.

Am Montag traf ein US-Kampfjet vom Typ F-18 Super Hornet vom Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Golf von Oman den unter Palau-Flagge fahrenden Tanker MT Marivex und setzte ihn mit derselben Begründung außer Gefecht.

Bereits früher im Krieg trafen iranische Drohnen den Hafen Sohar. Iran hat zudem mehrere Schiffe im Golf von Oman aufgebracht, darunter im Mai den Tanker Ocean Koi. Teheran erklärte, der Tanker habe versucht, Ölexporte und iranische Interessen zu stören.

Trotz dieser Vorfälle tritt Oman weiter als Vermittler zwischen Teheran und Washington auf.

An ihrer engsten Stelle ist die Straße von Hormus nur rund 38 Kilometer breit. Sowohl Iran als auch Oman kontrollieren die Wasserstraße, über die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen sowie weitere Fracht transportiert werden.

Teheran hatte bereits angekündigt, Gebühren für durchfahrende Schiffe erheben zu wollen, und angedeutet, dass dies gemeinsam mit Oman geschehen könnte. Maskat wies dies umgehend zurück und betonte, für Hormus dürften rechtlich keine Transitgebühren verlangt werden, weil es sich um eine natürliche und nicht um eine künstlich geschaffene Passage handelt.

Ende Mai veröffentlichte Iran zudem eine Karte, auf der Teheran die Hoheitsgewalt über einen Teil der Straße von Hormus beansprucht, der weit in die Territorialgewässer der Vereinigten Arabischen Emirate und Omans hineinreicht. Fünf Golfstaaten warnten daraufhin Reedereien über die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO ausdrücklich davor, dieser Darstellung zu folgen.

Weitere Quellen • AFP

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