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"Völlig verrückt": Antarktis verzeichnet Rekordtemperaturen im Winter

Der neue Hitzerekord fällt in eine anhaltende Hitzewelle: Seit drei Wochen liegen die Höchstwerte ununterbrochen über dem Gefrierpunkt.
Der neue Hitzerekord fällt in eine andauernde Hitzewelle, in der die Tageshöchstwerte seit drei Wochen ununterbrochen über null Grad liegen. Copyright  AP photo
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Von Rebecca Ann Hughes
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Der neue Hitzerekord fällt in eine anhaltende Wärmeperiode: Seit drei Wochen liegen die Tageshöchstwerte ununterbrochen über null Grad.

Die Antarktis erlebt in diesem Monat ungewöhnlich hohe Temperaturen. An einer Wetterstation stieg das Thermometer im Juni auf mehr als 15 Grad Celsius und übertraf damit frühere Winterrekorde.

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Statt der für diese Jahreszeit üblichen Schneedecke lag in einigen Gebieten der Boden frei. Die ungewöhnliche Wärme verstärkt die Sorge, dass sich die Folgen der Klimakrise weiter beschleunigen könnten.

Antarktis: Rekordhitze im Winter

In der Antarktis wurden am 6. Juni nach Angaben der britischen Zeitung The Guardian Temperaturen von bis zu 15,4 Grad Celsius gemessen. Die Daten stammen von der argentinischen Esperanza-Station auf der Trinity-Halbinsel.

Der neue Höchstwert fällt in eine länger anhaltende Wärmephase. Über drei Wochen hinweg lagen die Tageshöchsttemperaturen durchgehend über dem Gefrierpunkt.

Der gemessene Wert lag rund zwei Grad über dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 1998, der ebenfalls an der Esperanza-Station registriert wurde.

Raúl Cordero, Klimaforscher an der Universität Groningen, bezeichnete die Temperaturen gegenüber The Guardian als „völlig verrückt“.

„Sie liegen zudem rund 20 Grad über dem, was für diese Jahreszeit üblich ist. Das ist eine enorme Abweichung“, sagte er.

Schmelzendes Eis selbst auf Gletscherkuppe

Auch andere Regionen verzeichneten deutlich höhere Temperaturen als gewöhnlich. Ursache waren ungewöhnlich starke und warme Winde aus dem Norden, die über weite Teile der Antarktischen Halbinsel hinwegzogen.

An der chilenischen Wetterstation Boonen Rivera wurden nahezu 13 Grad gemessen.

Forschende auf King George Island, rund 160 Kilometer von der Esperanza-Station entfernt, berichteten von großflächig schneefreiem Boden. Dort war die Erde sichtbar, nachdem die Temperaturen am 6. Juni auf 4,6 Grad gestiegen waren.

„Am vergangenen Wochenende war es hier sehr ungewöhnlich. Die Temperaturen stiegen stark an, sodass draußen alles taute“, sagte der chilenische Glaziologe Luis Muñoz gegenüber The Guardian. „Normalerweise liegen zu dieser Jahreszeit etwa 20 Zentimeter Schnee und viel Eis auf dem Boden.“

Sogar auf dem rund 500 Meter hohen Gipfel des nahe gelegenen Collins-Gletschers beobachtete Muñoz Regen, der das Eis schmelzen ließ.

„Der Gletscher wurde direkt getroffen. Eigentlich müsste er jetzt Schnee bekommen, nicht an Masse verlieren. Zu dieser Jahreszeit dürfte es keine Ablation geben. Das ist für den Gletscher offensichtlich schlecht“, erklärte er.

Zukunft der Antarktis hängt von heutigen Entscheidungen ab

Bereits Anfang des Jahres zeigte eine Studie, wie stark die Antarktis von der menschengemachten Erderwärmung betroffen sein könnte.

Die in der Fachzeitschrift Frontiers in Environmental Science veröffentlichte Untersuchung modelliert verschiedene Szenarien für die Zukunft der Antarktischen Halbinsel, des nördlichsten Teils des antarktischen Festlands.

Im Szenario mit den höchsten Treibhausgasemissionen könnte die Fläche des Meereises um bis zu 20 Prozent schrumpfen. Das hätte weitreichende Folgen für Arten, die auf das Eis angewiesen sind, darunter Krill. Die kleinen Krebstiere bilden eine zentrale Nahrungsgrundlage für Wale, Pinguine und zahlreiche andere Meeresbewohner.

Eine stärkere Erwärmung der Ozeane setzt zudem die Ökosysteme unter Druck und kann Extremwetterereignisse begünstigen. Forschende bringen bereits mehrere Unwetter der vergangenen Jahre mit der Verbrennung fossiler Energieträger in Verbindung, darunter die verheerenden Überschwemmungen in Valencia im Jahr 2024 sowie schwere Monsunstürme in Teilen Asiens.

Die Forschenden warnen, die Zukunft des Kontinents hänge von den Entscheidungen ab, die heute getroffen werden. Eine deutliche Reduzierung der Emissionen könne die schwerwiegendsten Folgen der Klimakrise noch abmildern.

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