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Adidas und DFB: Eine Ära geht zu Ende

Nationalmannschaftsspieler Florian Wirtz im Auswärtstrikot
Nationalmannschaftsspieler Florian Wirtz im Auswärtstrikot Copyright  Adidas
Copyright Adidas
Von Laura Fleischmann
Zuerst veröffentlicht am
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Seit 1954 begleitet Adidas die deutsche Nationalmannschaft. Mit der diesjährigen WM endet vorerst die Zusammenarbeit. Eine neue Kollektion erinnert an historische Momente der Fußballgeschichte.

Kaum eine Marke ist enger mit der deutschen Fußballgeschichte verknüpft als Adidas. Bereits seit 1954 stattet die deutsche Sportmarke die Nationalmannschaft aus. Doch die diesjährige WM in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ist vorerst die letzte Weltmeisterschaft, bei der Adidas die Trikots des deutschen Teams stellt.

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Im März 2024 gab der DFB bekannt, sich bis auf Weiteres von Adidas zu trennen. Ab 2027 wird der US-Hersteller Nike für sieben Jahre sowohl die deutsche Frauen- als auch die deutsche Herrennationalmannschaft ausrüsten.

Dahinter stecken, wie der DFB betont hat, finanzielle Gründe. Rund 50 Millionen Euro soll Adidas bisher jährlich für den Ausstattervertrag gezahlt haben. Nike plant künftig, jährlich über 100 Millionen Euro zu zahlen, so zumindest das Handelsblatt.

Geld, das beim DFB sicher gut ankommt. Schließlich kamen aufgrund der bescheidenen sportlichen Erfolge der Nationalmannschaft bei den vergangenen großen Turnieren deutlich weniger Preisgelder rein als in der Vergangenheit. Adidas wurde, so der Sportkonzern, erst informiert, als der Deal schon feststand.

Als Hommage an die guten alten Zeiten ist das diesjährige Auswärtstrikot in Dunkelblau gehalten – inspiriert von einem Trikot aus dem Jahr 1986. Auch das Heimdesign hat einen Retro-Look. Zusätzlich bringt der Sporthersteller eine "FIFA World Cup™ Bringback-Kollektion" heraus. In der Kollektion hat Adidas die Trikots der letzten US-Weltmeisterschaft im Jahr 1994 neu aufgelegt. Auch Trikots aus den Jahren 1990, 2006 und 2014 wurden nachempfunden.

Bringback Collection
Bringback Collection Adidas

Dank des Sieges der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1954, auch bekannt als "Wunder von Bern", schaffte Adidas es, sich international als Sportmarke durchzusetzen. Inzwischen macht der Konzern 8,136 Milliarden € Umsatz, so Zahlen von 2025. Gegründet wurde der Sporthersteller von Adolf (kurz "Adi") Dassler im August 1949.

Adi Dassler wurde die Schuhmacherei in die Wiege gelegt. Schon sein Vater Christoph Dassler arbeitete in einer der vielen Schuhfabriken in der Region um Herzogenaurach, der Heimat der Familie Dassler.

Sein eigenes Geld verdiente Adi Dassler allerdings zunächst in einer Backstube. Für seine große Liebe, den Sport, sollte er den Bäckerkittel wieder an den Nagel hängen.

Adi Dassler begeisterte sich für zahlreiche Sportarten, darunter Leichtathletik, Speerwerfen, Skifahren und natürlich Fußball. Er bemerkte, dass es vielen Sportlern an spezifischem Schuhwerk fehlte. Gleichzeitig glaubte er, dass professionelle, zur Sportart passende Schuhe die Leistung steigern könnten.

Nach seinem Militärdienst begann Dassler in der Waschküche seiner Mutter, an einem Turnschuh zu arbeiten. Die gefertigten Musterschuhe schickte er an Sportvereine in der Region, die schließlich zahlreiche Bestellungen bei ihm aufgaben.

Mit seinem Bruder Rudolf Dassler eröffnete Adi Dassler die "Gebrüder Dassler Schuhfabrik", auch genannt "Geda". Die beiden Dasslers gründeten das Unternehmen im Jahr 1924 und stellten Lederstollen sowie Laufschuhe mit Spikes her.

Adi Dassler in der ersten "Gebrüder Dassler"-Schuhfabrik im Jahr ca. 1927
Adi Dassler in der ersten "Gebrüder Dassler"-Schuhfabrik im Jahr ca. 1927 Adidas

Bei den Olympischen Spielen 1928 erzielten die Dassler-Brüder ihren ersten großen sportlichen Erfolg: Sie hatten der Leichtathletin Lina Radke Laufschuhe mit je sechs Spikes geschenkt. Radke stellte einen Weltrekord auf.

In Los Angeles im Jahr 1932 zierten Dassler-Schuhe dann die Füße zahlreicher Athleten. Als die Olympischen Spiele 1936 nach Berlin kamen, gewann der Amerikaner Jesse Owens in den Rennschuhen der Brüder vier Goldmedaillen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs entschieden sich die Brüder, beruflich getrennte Wege zu gehen. Adi Dassler gründete Adidas. Rudolf Dassler gründete die Sportmarke "Puma".

Seine neue Fabrik eröffnete Dassler 1949 gemeinsam mit 47 Mitarbeitenden und versah seine Schuhe mit den heute ikonischen drei Streifen. Ihr Zweck: die zusätzliche Stabilisierung von Fuß und Schuh.

1954 erzielte Dassler mit Adidas seinen ersten internationalen Sporterfolg: Die deutsche Fußballnationalmannschaft gewann mit seinen Schuhen das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Ungarn. Sein Design war besonders leicht und wog etwa die Hälfte traditioneller Fußballschuhe.

Adi Dassler bei der Fußball-WM in Bern im Jahr 1954
Adi Dassler bei der Fußball-WM in Bern im Jahr 1954 Adidas

Etwas über eine Dekade später, im Jahr 1967, erweiterte Adidas seine Produktlinie um Bekleidung. Vom Trainingsanzug "Franz Beckenbauer" inspirierte Modelle finden sich auch heute noch im Adidas-Sortiment.

Ein weiterer Meilenstein für Adidas: 1970 entwickelte der Sporthersteller zum ersten Mal den offiziellen WM-Fußball, genannt "Telstar 1970". Der Ball wurde so designt, dass er später im Schwarz-Weiß-Fernsehen gut sichtbar war: ein weißer Ball mit schwarzen Punkten.

Fußball "Telstar 1970"
Fußball "Telstar 1970" Adidas

Am 6. September 1978 starb Adi Dassler. Während seiner Lebenszeit hatte er den Leistungssport maßgeblich revolutioniert.

Doch die Gebrüder Dassler haben auch eine düstere Geschichte: Adi und Rudolf Dassler traten 1933 der NSDAP bei, so die Adi und Käthe Dassler Stiftung. 1935 agierte Adi Dassler als Sportwart der lokalen Hitlerjugend in Herzogenaurach, wo sich auch heute noch das Hauptquartier von Adidas befindet.

Auf der Website der Stiftung heißt es: "Kurz nach der Übernahme der politischen Macht durch die NSDAP im Jahre 1933 sahen sich Adi und sein Bruder Rudolf dazu gedrängt, der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei beizutreten. Es waren wirtschaftliche Gründe, vor allem aber die Sorge um die Arbeitsplätze der über hundert Mitarbeiter, die sie zu diesem Entschluss kommen ließen."

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