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WM 2026: Sechs Millionen Fans, drei Länder und ein Team gegen Krankheitsausbrüche

Fans Schottlands feiern den Sieg nach dem WM-Gruppenspiel der Gruppe C gegen Haiti in Foxborough im US-Bundesstaat Massachusetts nahe Boston am Samstag, dem 13. Juni 2026.
Fans Schottlands feiern den Sieg nach dem WM-Gruppenspiel der Gruppe C gegen Haiti in Foxborough im US-Bundesstaat Massachusetts nahe Boston am 13. Juni 2026. Copyright  AP/Charlie Krupa
Copyright AP/Charlie Krupa
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Zur WM 2026 reisen rund 6 Millionen Fans quer durch Nordamerika. Gesundheitsbehörden stehen bereit und achten auf mögliche Infektionsausbrüche.

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 der Männer, die gleichzeitig in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten stattfindet, werden in den drei Ländern insgesamt mehr als sechs Millionen Menschen erwartet.

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Wie bei jeder Großveranstaltung beobachten Fachleute für öffentliche Gesundheit und Behörden aufmerksam, ob Ausbrüche oder Infektionscluster auftreten, die die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher gefährden könnten.

An der Georgetown University in Washington, D.C., leitet Rebecca Katz gemeinsam das Health Security Operations Center, ein nichtstaatliches Koordinationsteam, das sich auf Infektionsrisiken rund um das Turnier konzentriert.

„Großveranstaltungen sind komplex. Es gibt immer auch infektiologische Risiken“, sagte Katz gegenüber Euronews Health.

Zu den Kernaufgaben des Zentrums gehört es, Krankheitssignale in den Austragungsstädten und in den Gemeinden, aus denen die Fans anreisen, zu überwachen. Stellt das Team erhebliche Risiken fest, veröffentlicht es Gesundheitswarnungen. Außerdem wertet es Online-Diskussionen zu neuen Gesundheitsbedenken aus.

Drei-Länder-Turnier stellt Gesundheitsschutz vor Herausforderungen

Zwischen dem elften Juni und dem 19. Juli reisen mehr als sechs Millionen Menschen in die drei Gastgeberländer und innerhalb ihrer Grenzen. An den Spielorten bilden sich immer wieder große Menschenmengen.

Diese Bedingungen stellen den öffentlichen Gesundheitsdienst vor besondere Herausforderungen und verlangen eine engmaschige Überwachung.

„Dieses Turnier ist besonders kompliziert, denn es gibt drei Länder und mehr als 48 unterschiedliche Rechts- und Verwaltungsräume, wenn man die Teamquartiere und alle Reisebewegungen mit einrechnet“, erklärte Katz.

Welche Krankheiten stehen im Fokus?

Das Team veröffentlicht täglich einen Lagebericht. Darin hebt es neue Entwicklungen hervor und zeigt auf, welche Nationalmannschaften aufgrund ihrer Teamquartiere oder der kommenden Spiele einem höheren Risiko ausgesetzt sind.

Einige der Erreger, die unter Beobachtung stehen, treten bei jeder großen Menschenansammlung auf. Dazu gehören sexuell übertragbare Infektionen, Magen-Darm-Erkrankungen und Atemwegsinfektionen.

Andere Risiken hängen stärker mit der Region zusammen, in der das Turnier ausgetragen wird.

„Wir beobachten eine ganze Reihe von Erregern, aber ganz oben steht im Moment Masern“, sagte Katz. „Wir haben eindeutig Fälle in den USA, in Kanada und in Mexiko.“ Das Team verfolge die Lage „sehr genau“, betonte sie, insbesondere in einigen Gebieten, in denen Spiele stattfinden oder Teams untergebracht sind.

Weitere überwachte Erreger sind Dengue, Hepatitis A und Mpox.

„Das entspricht im Wesentlichen dem, was wir bei Großveranstaltungen traditionell im Blick haben“, so Katz.

Besteht ein Ebola-Risiko?

Der derzeit bedeutendste Ausbruch weltweit betrifft Ebola in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda.

„Die weltweite Gesundheitsgemeinschaft verfolgt die Lage in der DR Kongo sehr genau. Sie ist offenkundig äußerst besorgniserregend, und es gibt enorme Anstrengungen, die DR Kongo und Uganda bei ihrer Reaktion zu unterstützen“, sagte Katz.

Das kongolesische Gesundheitsministerium hat 782 Fälle und 181 Todesfälle bestätigt. Der Notstand im Bereich der öffentlichen Gesundheit versetzt die Welt in Alarmbereitschaft.

Die Vereinigten Staaten haben Einreisebeschränkungen für Menschen aus den betroffenen Ländern verhängt und andere Staaten zu ähnlichen Schritten aufgefordert.

Trotzdem, betonte Katz, schätzen Fachleute das Ebola-Risiko für die Weltmeisterschaft in den USA derzeit als gering ein.

„Aufgrund der Art, wie Ebola übertragen wird, und der bereits eingeführten Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs sehen wir hier keine große Gefahr für die Öffentlichkeit“, sagte sie.

Die Auswahl der DR Kongo traf am elften Juni in Houston im US-Bundesstaat Texas ein. Dort bereitet sich das Team in seinem Basislager auf das erste Gruppenspiel am 17. Juni gegen Portugal vor.

Dem Lagebericht des Health Security Operations Center vom zwölften Juni zufolge war in den vergangenen 21 Tagen weder ein Spieler noch ein Mitglied des Betreuerstabs in der DR Kongo.

Abwasseranalyse: das versteckte Überwachungsinstrument

Eines der wichtigsten Instrumente von Katz und ihrem Team ist die Überwachung von Abwasser. Die Methode gibt es seit Jahrzehnten, verbreitet eingesetzt wird sie aber erst seit der COVID-19-Pandemie.

„Wir haben gesehen, dass sie eine enorm starke Datenquelle für die Überwachung sein kann“, sagte sie. Fachleute könnten damit „die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen finden“.

„Gibt es irgendwo auch nur einen einzigen Ebola-Fall, werden sie ihn entdecken.“

Mit solchen Frühwarnsystemen können Fachleute auffällige Signale frühzeitig erkennen und die Gesundheitsbehörden in den betroffenen Regionen alarmieren, bevor sich die Lage zuspitzt.

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