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Berlin stoppt Commerzbank-Kauf durch UniCredit, UniCredit-Aktie legt kräftig zu

Ein Mann geht auf den Eingang der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt zu, Deutschland, Dienstag, 24. September 2024. (AP Photo/Michael Probst)
Ein Mann geht auf den Eingang der Zentrale der Commerzbank in Frankfurt zu, Deutschland, Dienstag, 24. September 2024. (AP Photo/Michael Probst) Copyright  AP Photo
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Von Cecilia Attanasio Ghezzi
Zuerst veröffentlicht am
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Bundesregierung mit zwölf Prozent Anteil weist Angebot italienischer Bank für deutsches Institut als feindlich zurück. UniCredit-Aktie steigt, Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen Marktmanipulation.

Deutschland ist mit rund zwölf Prozent an der Commerzbank beteiligt und weist das feindliche öffentliche Umtauschangebot (Ops) von UniCredit zurück. Die Bundesregierung setzt auf die Unabhängigkeit der deutschen Bank und kritisiert den vom italienischen Konzern gewählten, als „aggressiv“ beschriebenen Ansatz.

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Das geht aus einer Mitteilung der deutschen Finanzagentur (Finanzagentur) hervor, die die Staatsbeteiligung an der Commerzbank verwaltet. „Eine Annahme des Angebots war wirtschaftlich ohnehin ausgeschlossen“, heißt es darin, „denn es sieht keinen angemessenen Aufschlag auf den aktuellen Commerzbank-Kurs vor.“

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Die Transaktion gilt in Deutschland als politisch heikel. Der Bund ist weiterhin zweitgrößter Aktionär der Frankfurter Bank, eine Beteiligung aus der Finanzkrise 2008. Über finanzielle Erwägungen hinaus betont Berlin die strategische Bedeutung des Vorgangs.

Commerzbank „spielt eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des Mittelstand, des Rückgrats der exportorientierten kleinen und mittleren Unternehmen. Sie ist ein wichtiger Arbeitgeber und eine tragende Säule des Finanzplatzes Frankfurt, den die Regierung erhalten will“, heißt es weiter.

Die Wirtschaftszeitung Handelsblatt berichtet, UniCredit habe am Montag damit gedroht, bei ausreichender Unterstützung auf der Hauptversammlung den Aufsichtsrat und den Vorstand der Commerzbank auszutauschen.

Daraufhin habe die Bank die Finanzaufsicht Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) eingeschaltet und UniCredit vorgeworfen, überwiegend Aktien einzusetzen, die von Banken stammen, mit denen sie über Derivategeschäfte verbunden ist, und nicht von unabhängigen Aktionären.

UniCredit habe diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen und vorgeschlagen, das internationale Netz der Commerzbank zu verkleinern. Es sei zu komplex und ineffizient und solle zugunsten eines stärkeren Fokus auf das Deutschland-Geschäft zurückgefahren werden.

Außerdem erklärte UniCredit, man habe die angestrebte Schwelle von 30 Prozent im Rahmen der Ops überschritten. Die Offerte war gestartet, als der italienische Konzern bereits knapp 27 Prozent des Kapitals der deutschen Bank hielt.

Wie die Börse auf das UniCredit-Angebot für Commerzbank reagiert

Die UniCredit-Aktie legt um rund drei Komma einundsiebzig Prozent auf 77,34 Euro zu und zählt damit trotz der Absage der deutschen Regierung, die ihre Anteile nicht andient, zu den stärksten Werten im FTSE Mib.

Am Dienstagnachmittag, dem 16. Juni, will UniCredit das jüngste tägliche Update zum Stand der Andienungen veröffentlichen. Am Freitag, dem 19. Juni, sollen dann die endgültigen Zahlen für die erste Angebotsfrist folgen, inklusive der Aktien, die heute im Laufe des Nachmittags und am Abend angedient werden.

Vom 20. Juni bis zum 3. Juli ist ein zusätzlicher Andienungszeitraum geplant. In dieser Zeit können bislang zögernde Aktionäre ihre Meinung ändern und ihre Aktien doch noch einreichen. Die endgültigen Zahlen sollen am 8. Juli veröffentlicht werden. Gestern lag die Quote der Andienungen bei elf Komma 91 Prozent des Kapitals.

Die potenzielle Gesamtexponierung einschließlich Derivaten beläuft sich auf 55,09 Prozent des Kapitals, was 57,47 Prozent der Stimmrechte entspricht. Betrachtet man nur die gehaltenen Aktien und die bisherigen Annahmen der Ops, liegt der Anteil bei 38,68 Prozent; unter Einbeziehung eines physisch zu erfüllenden Derivats steigt er auf 41,9 Prozent. UniCredit hatte sich zum Ziel gesetzt, mehr als 30 Prozent des Commerzbank-Kapitals zu erreichen.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigt, dass sie nach einer Strafanzeige ein Vorermittlungsverfahren wegen „Verdachts der Marktmanipulation“ im Zusammenhang mit der UniCredit-Ops für Commerzbank eingeleitet hat.

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