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Bericht: Europas KI-Vorzeigeunternehmen Mistral verbreitet russische Propaganda

ARCHIV - Arthur Mensch, Chef von Mistral AI im Station F bei einer Veranstaltung am Rande des Artificial Intelligence Action Summit in Paris, am elf. Februar 2025
Archivbild: Arthur Mensch, Chef von Mistral AI im Pariser Start-up-Campus Station F bei einer Begleitveranstaltung zum KI-Gipfel. elf. Februar 2025 Copyright  AP Photo/Aurelien Morissard, Pool
Copyright AP Photo/Aurelien Morissard, Pool
Von Anna Desmarais
Zuerst veröffentlicht am
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Das Institut für die estnische Sprache kommt zu dem Schluss, dass alle vier geprüften Mistral-Modelle in ihren Antworten wohl russische Propaganda nutzen.

Das bekannteste europäische Modell für Künstliche Intelligenz gehört zu den anfälligsten für russische Propaganda. Das zeigt eine neue Studie.

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Forscherinnen und Forscher am Institut für die estnische Sprache testeten 60 Chatbot-Modelle, darunter vier Versionen von Mistral AI sowie ChatGPT von OpenAI und Claude von Anthropic. Sie legten den Systemen 75 Fragen in drei Sprachen vor. So wollten sie messen, wie stark die Modelle russische Propaganda übernehmen oder wie gut sie Narrative des Kremls herausfiltern.

Die Untersuchung umfasste 14 Themenbereiche. Dazu gehörten etwa häufig wiederholte Falschbehauptungen, Russland evakuiere ukrainische Kinder rechtmäßig aus Kriegsgebieten, oder dass die NATO ihr Versprechen gebrochen habe, sich nach der deutschen Wiedervereinigung nicht nach Osten zu erweitern.

Die Antworten bewertete das Team auf einer Skala von eins bis fünf. Fünf stand für eine ausgewogene Reaktion, eins für eine Verstärkung irreführender oder falscher Aussagen.

Alle vier in der Studie getesteten Mistral-Versionen erreichten bei der Erkennung von Kreml-Narrativen in allen untersuchten Bereichen weniger als 40 %. Außerdem stellten die Forschenden fest, dass mindestens zwölf Antworten von Mistral auf sanktionierte Quellen verwiesen, die weithin als Sprachrohre pro-russischer Berichterstattung gelten, etwa Russia Today oder Sputnik News.

Mistral gilt oft als wichtigster europäischer Konkurrent zu US-Anbietern wie Anthropic und dessen Chatbot Claude. Doch es ist nicht das erste Mal, dass das System bei Tests zu russischer Propaganda schlecht abschneidet.

Im April 2026 kam eine Analyse von NewsGuard (Quelle auf Englisch), einem US-Bewertungssystem für Nachrichtenwebseiten, zu dem Ergebnis, dass Mistrals Chatbot Le Chat russische Falschbehauptungen in englischer Sprache in 50 % der Fälle und auf Französisch in 56,6 % der Fälle wiederholte. Dazu zählten unter anderem Falschinformationen über Russland, Iran und China.

Nach Angaben von NewsGuard zielt das Netz Pravda Network beziehungsweise Portal Kombat darauf ab, Suchmaschinen und die Antworten von KI-Chatbots mit russischer Propaganda zu überfluten. Das Netzwerk umfasst 370 Webseiten, von denen im April 2026 286 aktiv waren, und gilt als wahrscheinlicher Auslöser für die pro-russische Schlagseite von Mistral.

Euronews Next bat Mistral um eine Stellungnahme, erhielt jedoch zunächst keine Antwort.

Anfang dieses Jahres schloss die französische Regierung eine Vereinbarung mit Mistral. Ziel ist es, die KI-Technologien des Unternehmens in die Streitkräfte, Behörden, Dienste und öffentliche Einrichtungen zu integrieren.

Das Unternehmen hat außerdem Vereinbarungen mit dem Rüstungskonzern Airbus (Quelle auf Englisch), dem Autobauer BMW und der Regierung von Luxemburg (Quelle auf Englisch) geschlossen.

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