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Brütende Hitze in Europa: 40 Grad sorgen für Alarm in Spanien, Frankreich & Portugal

Ein Tourist trinkt an einem heißen Tag am Strand von Barcelona in Spanien Wasser, am zweiten Juli 2025.
Eine Touristin trinkt an einem heißen Tag Wasser am Strand von Barcelona in Spanien am zweiten Juli 2025. Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Liam Gilliver
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Vorsicht Hitzewelle: Immer mehr Fachleute warnen vor den gesundheitlichen Folgen sogenannter Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken.

Brütende Hitze kehrt nach Europa zurück, nur wenige Wochen nachdem eine tödliche Hitzewelle schon im Monat Mai für Temperaturrekorde sorgte.

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Spaniens Wetterdienst AEMET hat in mehreren Regionen wegen eines "deutlichen Anstiegs“ der Temperaturen die gelbe Warnstufe ausgerufen. Für den Nordosten des Landes wird zudem mit Warnstufe Orange vor Starkregen und Gewittern gewarnt.

Meteorologinnen und Meteorologen erwarten die stärkste Hitze in Sevilla, Saragossa und Córdoba. Dort sollen die Werte bis in die kommende Woche auf etwa 40 °C steigen. Auch tropische Nächte, in denen die Temperaturen in 24 Stunden nicht unter 20 °C sinken, gelten als wahrscheinlich.

Für die Menschen vor Ort bedeutet das kaum Abkühlung.

Auch in Deutschland - wie beispielsweise in Frankfurt am Main und in München - werden in den kommenden Tagen tropische Nächte erwartet.

In Frankreich, das während der beispiellosen Hitzewelle im vergangenen Monat mehrere Todesfälle verzeichnete, müssen Bewohnerinnen und Bewohner nicht nur im Südwesten und im Raum Bordeaux auf mehrere Tage mit etwa 39 °C einstellen.

In Portugal sollten die Temperaturen ab Samstag, dem 20. Juni, deutlich steigen und auch in der kommenden Woche sehr hoch bleiben. In einigen Regionen könnten sie nach Angaben der Meteorologin Maria João Frada 40 °C oder mehr erreichen.

"Wir sprechen zu Beginn der kommenden Woche bereits von Temperaturen zwischen 35 und 40 °C“, erklärt Frada. "Die Marke von 40 °C betrifft jedoch vor allem das Landesinnere, das obere Douro-Tal, das Tejo-Tal und das Innere des Alentejo.“

Entlang der Westküste Portugals könnten die Werte ihren Angaben zufolge bis auf 35 °C steigen.

"Das ist nicht einfach nur eine weitere heiße Woche“

Meteorologinnen und Meteorologen in Italien warnen, dass nächste Woche heiße Luft aus den subtropischen Breiten über dem Inneren Nordafrikas nach Norden strömt und das Land erfasst. Im Süden werden dann extreme Temperaturen erwartet, in Florenz könnten die Höchstwerte 40 °C erreichen.

Sogar in sonst eher kühlen Ländern ziehen die Temperaturen in den kommenden Tagen an.

Nach ersten Berechnungen der Wetterseite wfy24.com steigen die Werte in den inneren Donau-Ebenen Bulgariens und Rumäniens auf bis zu 38 °C. In Budapest werden 36 bis 37 °C erwartet, wenn sich die Hitze über dem Karpatenbecken ausbreitet.

"Das ist nicht einfach nur eine weitere heiße Woche. Das Muster trägt die strukturellen Merkmale eines blockierenden Hochdruckgebiets, nicht einer kurzzeitigen Wärmephase“, sagt Ionna Vergini, Gründerin von wyf24, im Gespräch mit Euronews Earth.

Europas "strukturelle Lücke“ im Umgang mit extremer Hitze

Vergini bezeichnet den aktuellen Temperaturanstieg als 'Lehrbuchbeispiel für das ,neue Normal‘“, weil wärmespeichernde Treibhausgase den Planeten weiter aufheizen.

"Dabei zeigt sich eine wachsende strukturelle Lücke bei der Vorbereitung“, sagt sie. "Südeuropa hat eine Verhaltensanpassung an extreme Hitze entwickelt: geänderte Tagesabläufe, Siesta, Rollläden und Ähnliches. Das ist aber eine Frage des Verhaltens, nicht der Biologie – und sie schützt die physische Infrastruktur nicht.“

Stromnetze kommen selbst in wärmeren Regionen bei Spitzenlasten durch Klimaanlagen an ihre Grenzen. Viele öffentliche Verkehrssysteme sind zudem für Temperaturgrenzen ausgelegt, die noch aus dem späten 20. Jahrhundert stammen. Auch sie reagieren daher empfindlich auf große Hitze.

In der nordwestitalienischen Stadt Turin kam es vergangene Woche zu großflächigen Stromausfällen, weil die Hitzewelle im Mai das lokale Netz überlastete.

Das französische S-Bahn- und Tram-Train-Netz Transilien ruft Fahrgäste bereits dazu auf, vor der Fahrt die Fahrpläne zu prüfen, da es wegen der Hitze zu Störungen kommen kann.

Die versteckten Gefahren tropischer Nächte

Mit dem Temperaturanstieg häufen sich in weiten Teilen des Mittelmeerraums auch die tropischen Nächte.

Dieses Phänomen betrifft bereits öffentliche Dienste wie Schulen. Dort werden wie beim Abitur in Frankreich Prüfungszeiten verlegt, um Schülerinnen und Schüler zu entlasten, die wegen der hohen Nachttemperaturen schlecht schlafen oder weil die Temperatur in den Klassenräumen schier unerträglich ist.

"Anhaltende Hitze in der Nacht ist vermutlich eine größere Gefahr für die öffentliche Gesundheit als die Höchstwerte am Tag“, erklärt Vergini. "Wenn die Tiefstwerte nicht unter 20 °C fallen und im schlimmsten Fall sogar über 25 °C bleiben – manche sprechen dann von 'supertropischen Nächten‘ –, fehlt dem Körper das wichtige Erholungsfenster. Das Herz-Kreislauf-System steht dauerhaft unter Stress, um den Körperkern zu kühlen."

„Übersterblichkeit während Hitzewellen hängt deutlich stärker mit mehreren aufeinanderfolgenden Nächten mit hohen Tiefstwerten zusammen als mit einem einzelnen sehr heißen Nachmittag.“

Tropische Nächte fallen in Städten oft besonders belastend aus – wegen des Effekts der städtischen Hitzeinseln, von denen in Deutschland jeder Dritte betroffen ist. Hitze staut sich zwischen hohen Gebäuden, Asphalt und Beton speichern sie und geben sie später wieder an die Luft ab.

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