Zuvor war der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Brüssel mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte zusammengetroffen.
Die Ukraine hat am frühen Donnerstagmorgen eine Welle von Drohnenangriffen im Raum Moskau gestartet. Sie nimmt damit weiterhin die russische Energieindustrie ins Visier.
In mehreren Beiträgen auf Telegram erklärte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin, die Luftabwehr habe 180 Drohnen beim Anflug auf die Hauptstadt abgefangen. Mehrere hätten jedoch eine Raffinerie getroffen; er sprach von einem „massiven“ Angriff. Es ist das zweite Mal in dieser Woche, dass diese Raffinerie getroffen wurde.
In sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigen offenbar eine enorme Explosion und einen Großbrand vor Ort. Rettungsdienste sind laut Sobjanin an mehreren Einschlagsorten in der Stadt im Einsatz.
Andrej Worobjow, Gouverneur des Moskauer Gebiets, berichtete, durch Trümmer von Drohnen sei in einem Einkaufszentrum im Südosten Moskaus ein Feuer ausgebrochen. Eine weitere Drohne habe in Schukowski ein Wohnhaus getroffen und dabei Teile einer Feuertreppe beschädigt.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff auf die Raffinerie in einem Beitrag auf X. Er veröffentlichte dazu ein Video, das offenbar die Folgen der Einschläge zeigt.
„Ziele wurden auch in der Region Rostow und in vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine getroffen“, schrieb er.
Kyjiw hat in den vergangenen Monaten die Angriffe auf russische Energieanlagen verstärkt. Selenskyj spricht von einer „gerechten“ Kampagne „weitreichender Sanktionen“ gegen Moskau.
Die ukrainischen Streitkräfte nehmen vor allem russische Ölanlagen ins Visier, darunter Raffinerien, Terminals und Lager. In der vergangenen Woche erklärte Selenskyj, seine Truppen hätten die Kuibyschew-Raffinerie in der russischen Region Samara sowie zwei Öleinrichtungen in der Region Wladimir getroffen.
Russland griff in der Nacht zum Mittwoch seinerseits den ukrainischen Energiesektor an und nahm nach Angaben lokaler Behörden eine Energieinfrastruktur-Anlage in der Region Poltawa ins Visier. Weitere Angriffe auf einen Industriebetrieb und ein Unternehmen in derselben Region verletzten nach Angaben der Regionalverwaltung Poltawa eine Person.
Selenskyj erklärte, Russland habe in der vergangenen Woche 1.920 Kampfdrohnen, 1.790 gelenkte Flugbomben und 17 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt.
Die Angriffe fallen mit einem Besuch des ukrainischen Staatschefs in Brüssel am Mittwoch zusammen. Dort traf er NATO-Generalsekretär Mark Rutte.
Er sagte, sie hätten über die NATO-Liste vorrangiger Ukraine-Bedarfe (PURL), ein Beschaffungsinstrument für Kyjiw, gesprochen. Thema seien auch seine Gespräche mit den G7-Staats- und Regierungschefs zu Wochenbeginn gewesen.
Selenskyj hatte seine G7-Amtskollegen in Frankreich getroffen und dabei erneut um zusätzliche Flugabwehrraketen und mehr Druck auf Moskau gebeten.
Nach dem Treffen erklärte er, man habe eine „weitere Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung“ und neue Maßnahmen gegen Moskau vereinbart.
Russlands Präsident Wladimir Putin empfängt in dieser Woche beim ASEAN-Russland-Gipfel in Kasan Staats- und Regierungschefs aus ganz Südostasien.
Vertreter aus elf Ländern, darunter Kambodscha, Thailand, Vietnam und Singapur, nehmen an dem Treffen teil. Erwartet werden Gespräche über strategische Partnerschaften und mögliche neue Felder der politischen, wirtschaftlichen und humanitären Zusammenarbeit.