Libanesische Medien melden am Freitag einen israelischen Luftangriff im Süden des Landes. Zuvor hatte ein US-Regierungsvertreter erklärt, Israel und die Hisbollah hätten sich auf eine Waffenruhe geeinigt.
Israel und die Hisbollah haben sich am Freitag auf eine Waffenruhe geeinigt. Das sagten drei Regierungsvertreter. Zuvor hatte der Beschuss im Süden Libanons ein erstes Abkommen zwischen Iran und den USA vom Mittwoch, das den Krieg beenden soll, in Frage gestellt.
Geplante Gespräche zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz fielen wegen der Kämpfe aus.
Katar, die USA und der Iran vermittelten die Waffenruhe, wie zwei Vertreter aus der Region und ein US-Beamter berichteten. Sie wollten anonym bleiben.
Ein Vertreter der Hisbollah bestätigte, dass Vermittler versuchten, eine neue Feuerpause umzusetzen. Eine Vereinbarung werde bald bekannt gegeben, sagte er. Auch er wollte ungenannt bleiben, weil er nicht befugt ist, öffentlich darüber zu sprechen.
Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu äußerte sich zunächst nicht dazu.
Armeesprecher Brigadegeneral Effie Defrin erklärte, das Militär habe keine neuen Weisungen von der Regierung erhalten. Israels Streitkräfte operierten in einer „vorgelagerten Verteidigungszone“ und würden dies weiter tun.
US-Präsident Donald Trump und sein iranischer Amtskollege Masoud Pezeshkian hatten am Mittwoch ein Abkommen unterzeichnet, das den Krieg beenden soll. Er hatte am 28. Februar mit US-israelischen Luftangriffen begonnen.
Der Iran besteht darauf, dass die Waffenruhe auch den Rückzug Israels aus dem Süden Libanons umfasst. Israel hält dagegen, der ursprüngliche Deal beziehe den Libanon nicht ein.
Am Freitag meldete die israelische Armee, dass vier Soldaten getötet worden seien. Daraufhin forderte der rechtsradikale israelische Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir: „Ganz Libanon muss brennen.“
Netanjahu kündigte seinerseits an, Israel werde „einen sehr hohen Preis von der Hisbollah für diese Angriffe einfordern“. Die israelischen Streitkräfte würden „so lange wie nötig in der Sicherheitszone im Süden Libanons bleiben“.
Die israelischen Verteidigungsstreitkräfte teilten am Freitag auf X mit, sie hätten im Süden Libanons mehr als 80 Ziele der Hisbollah angegriffen und dutzende Kämpfer der vom Iran unterstützten Miliz getötet.
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums kamen bei israelischen Luftangriffen und Beschuss am Freitag in Libanon mindestens 47 Menschen ums Leben, darunter mindestens sieben Frauen und zwei Kinder. 97 weitere wurden verletzt.
Kurz nachdem ein US-Beamter erklärt hatte, Israel und die Hisbollah hätten eine Waffenruhe vereinbart, meldeten libanesische Staatsmedien am Freitag einen weiteren israelischen Luftangriff im Süden des Landes.
Bereits im April hatten beide Seiten eine Feuerpause vereinbart. Sie beendete die Angriffe jedoch nicht.