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Trotz Trump-Drohungen: Iran und USA erzielen Fortschritte um Straße von Hormus

US-Vizepräsident JD Vance vor einem Treffen der USA mit Iran, Pakistan und Katar im Luxushotelkomplex Bürgenstock am Vierwaldstättersee, 21. Juni 2026
US-Vizepräsident JD Vance vor einem Treffen der USA mit Iran, Pakistan und Katar im Luxushotelkomplex Bürgenstock über dem Vierwaldstättersee am 21. Juni 2026 Copyright  AP Photo
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Von Babak Kamiar & Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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JD Vance erklärte, die 18-stündigen Gespräche in der Schweiz hätten eine sehr gute Basis geschaffen: Man einigte sich auf Regeln für eine offene Straße von Hormus und die Fortsetzung der Waffenruhe im Libanon, obwohl Trump mit härteren Schlägen gegen den Iran drohte.

Die iranische Delegation ist aus der Schweiz zurückgekehrt. Sie einigte sich dort auf einen Mechanismus, der die Straße von Hormus offenhalten und die Waffenruhe im Libanon sichern soll. Vermittler sprachen nach achtzehn Stunden Gesprächen von „deutlichen Fortschritten“.

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US-Vizepräsident JD Vance nannte den Sonntag „einen sehr, sehr guten Tag“, bevor er das Alpenland verließ, das die Gespräche ausgerichtet hatte.

„Zuerst wollten wir einen Mechanismus schaffen, um die Straße von Hormus offenzuhalten – sie ist offen“, sagte Vance am Montag Journalistinnen und Journalisten auf dem Bürgenstock.

„Wir haben eine sehr gute Grundlage für ein erfolgreiches Abschlussabkommen gelegt; das Abkommen ist das Haus“, erklärte er.

„Wir haben das Haus noch nicht gebaut, aber wir haben ein solides Fundament gelegt, um für das amerikanische Volk zu einem guten Ergebnis zu kommen“, so Vance weiter.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, bestätigte, dass man sich auf einen Mechanismus für eine sichere Durchfahrt geeinigt habe. Er bezeichnete ihn als „wichtig“, ohne Details zu nennen.

Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif dankte Katar für seine Vermittlerrolle. Er sprach von greifbaren Fortschritten und lobte „den konstruktiven Geist, den Washington und Teheran bei der Umsetzung des Memorandum of Understanding gezeigt haben“.

Nach Angaben aus Teheran wird Irans Präsident Massud Peseschkian am Dienstag zu Gesprächen mit pakistanischen Regierungsvertretern in Islamabad erwartet. Das Treffen ist Teil der laufenden Abstimmung in der Vermittlungsinitiative.

US-Präsident Donald Trump verkomplizierte die Lage. Er drohte erneut mit Luftangriffen auf Iran – diesmal wegen der Hisbollah und deren Weigerung, eine Feuerpause mit Israel einzuhalten. Israel setzt seine Einsätze gegen Teherans wichtigste Stellvertreter-Miliz im Nachbarland fort.

„Iran muss seine hoch bezahlten Stellvertreter im Libanon sofort daran hindern, Probleme zu verursachen. Wenn nicht, werden wir Iran wieder sehr hart treffen – genau wie vergangene Woche, nur noch härter“, schrieb Trump am Sonntag auf Truth Social.

Zuvor hatte der US-Präsident nach Medienberichten die iranische Delegation zusätzlich verärgert. In einem Interview mit Fox News sagte er, Iran „werde kein Land mehr haben“, falls es die Straße von Hormus schließe, und fügte an die Adresse der Unterhändler hinzu, sie würden „nicht einmal in euer verdammtes Land zurückkehren“.

Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Nationalen Sicherheits- und Außenpolitikausschusses des iranischen Parlaments, reagierte wenige Stunden nach Ende der Gespräche in der Schweiz auf X.

„Ihr droht, wir handeln. Die Straße von Hormus ist weder euer persönliches Casino noch der Hinterhof der Piraten des neuen Zeitalters. Es handelt sich um Hoheitsgewässer Irans, und die letzte Entscheidung liegt beim stolzen Volk Irans und seinen tapferen Streitkräften.“

Vance wies Berichte zurück, wonach Trumps Worte die Gespräche beinahe zum Scheitern gebracht hätten. Die US-Unterhändler hätten ihren iranischen Gesprächspartnern erklärt, der Präsident der Vereinigten Staaten stelle nur die Dinge klar, sagte er am Montag.

„Wenn ihr euch auf das einlasst, was wir Millennials wohl Trash Talk nennen würden, könnt ihr nicht erwarten, dass der Präsident der Vereinigten Staaten nicht reagiert und den Sachverhalt nicht richtigstellt“, so Vance.

Die mit den Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenagentur Tasnim behauptete, die iranische Delegation habe erreicht, dass Iran in ein künftiges libanesisches Sicherheitssystem eingebunden werde. Demnach würden Entscheidungen Iran, die USA und die libanesische Regierung betreffen, nicht jedoch Israel.

Weder in Washington noch in Beirut bestätigten offizielle Stellen diese Darstellung. Ein ranghoher US-Diplomat sagte der Nachrichtenagentur AP, es habe Fortschritte bei den Mechanismen sowohl für Hormus als auch für die Waffenruhe im Libanon gegeben.

Teheran feiert WM-Remis des iranischen Teams

Als die Gespräche in der Schweiz am Sonntagabend in ihre achtzehnte Stunde gingen, trennte sich Irans Fußballnationalmannschaft in Los Angeles null zu null von Belgien. Torhüter Alireza Beiranvand wurde zum Spieler der Partie gewählt.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi griff das Ergebnis sofort auf. Er veröffentlichte ein Bild Beiranvands, umgeben von Darstellungen der Kinder, die bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff auf eine Schule in Minab getötet wurden.

„Vom Fußballplatz über den Verhandlungstisch bis zum Schlachtfeld ist jeder Schritt, den wir als Iranerinnen und Iraner gehen, Teil eines größeren Kampfes“, schrieb Araghtschi. Es gehe darum, „die Ehre und Würde unseres geliebten Volkes zu verteidigen“.

Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, veröffentlichte ein ähnliches Bild: Beiranvand und Irans Abwehr, wie sie den Ball vor dem Tor klären. Dazu schrieb er auf X: „So schützen wir unser Land.“

Die Beiträge stießen in iranischen sozialen Netzwerken sofort auf Widerspruch. Nutzer fragten nach dem Verbleib und der Sicherheit von Mohammad Rashid Mazaheri, einem ehemaligen Torhüter der Nationalmannschaft. Er war wenige Tage vor Kriegsbeginn festgenommen worden, weil er den verstorbenen Ajatollah Ali Chamenei öffentlich kritisiert hatte.

Beiranvand gilt als Unterstützer der Islamischen Republik. Er war bereits während des Israel-Iran-Konflikts im Juni 2025 und im jüngsten Krieg durch öffentliche Solidaritätsbekundungen mit dem Regime in Teheran aufgefallen.

Das in Washington ansässige Institute for the Study of War kam unterdessen zu dem Schluss, dass Irans Ankündigung, die Straße von Hormus zu schließen, vor allem Druck aufbauen solle und weniger eine tatsächliche Blockade bedeute.

„Die weiterlaufende Passage von Schiffen durch die Meerenge nach der iranischen Ankündigung zeigt, dass die Erklärung vermutlich eher auf eine psychologische Wirkung und ein Signal abzielte“, erklärte das ISW.

Teheran versuche zudem, zunächst finanzielle Zusagen aus der Vereinbarung zu ziehen, bevor es über Nuklearfragen spreche, um den Einfluss der USA in den weiteren Gesprächen zu verringern, hieß es weiter.

„Mit der Ankündigung der Schließung versucht Iran, den wirtschaftlichen Druck auf die Vereinigten Staaten zu erhöhen, damit Washington Israel dazu drängt, seine Operationen gegen die Hisbollah zu beenden und sich aus dem Libanon zurückzuziehen“, so die Einschätzung.

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