Nach einem vorübergehenden Verbot darf Anthropic sein KI-Modell Mythos 5 wieder für ausgewählte US-Organisationen bereitstellen. Das Unternehmen erklärte, die US-Regierung habe grünes Licht für eine teilweise Freigabe gegeben. An einer vollständigen Wiederzulassung werde weiter gearbeitet.
Der KI-Entwickler Anthropic darf eines seiner leistungsstärksten Modelle wieder für bestimmte US-Organisationen freischalten. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, habe die US-Regierung signalisiert, dass das Cybersicherheitsmodell Mythos 5 erneut von ausgewählten Einrichtungen genutzt werden darf.
Anfang Juni hatte die Regierung von Präsident Donald Trump den Zugang zu den KI-Modellen Mythos 5 und Fable 5 stark eingeschränkt. Hintergrund waren Sicherheitsbedenken. Die Anordnung untersagte ausländischen Staatsangehörigen – darunter auch Beschäftigten von Anthropic – den Zugriff auf die Modelle.
Anthropic erklärte damals, den Zugang für sämtliche Kunden sperren zu müssen, um die Vorgaben der Regierung einzuhalten.
Nach Angaben des Unternehmens wurden seit dem 12. Juni Gespräche mit den zuständigen Behörden geführt. Diese hätten nun den Weg dafür freigemacht, Mythos 5 wieder für ausgewählte Organisationen freizugeben.
„Heute hat uns die Regierung mitgeteilt, dass Mythos 5, unser leistungsstärkstes Cybersicherheitsmodell, erneut von einer Reihe US-amerikanischer Organisationen eingesetzt werden darf, die kritische Infrastruktur betreiben und schützen“, erklärte Anthropic.
„Wir stellen diesen Organisationen den Zugang zügig wieder her. Gemeinsam mit der Regierung arbeiten wir daran, Mythos 5 schrittweise weiteren Nutzern zugänglich zu machen und Fable 5 wieder allgemein verfügbar zu machen“, teilte das Unternehmen weiter mit.
Die ursprüngliche Entscheidung der US-Regierung, den Zugang zu Mythos 5 und Fable 5 einzuschränken, hatte auch in Europa Besorgnis ausgelöst.
Der französische Europa-Staatssekretär Benjamin Haddad erklärte damals, Europa müsse „mehr investieren, seine Innovatoren stärker unterstützen und sich die Mittel verschaffen, die Technologien zu beherrschen, die die Macht im 21. Jahrhundert bestimmen werden“.
„Europa kann sich nicht damit zufriedengeben, ein offener Markt zu sein, der von Technologien abhängt, die anderswo entworfen, finanziert und kontrolliert werden“, sagte Haddad.