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Rettungsteams aus Europa helfen in Venezuela bei verzweifelter Suche nach Überlebenden des Erdbebens

Rettungskräfte suchen in den Trümmern eines Gebäudes, das einstürzte, als Erdbeben Catia La Mar erschütterten, am 29. Juni 2026.
Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines Gebäudes, das bei Erdbeben in Catia La Mar am 29. Juni 2026 eingestürzt ist. Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Noch immer gelten Zehntausende als vermisst, die Zeit für die Suche nach Überlebenden der Beben der Stärke 7,2 und 7,5 läuft ab – die schwersten in dem südamerikanischen Land seit über 100 Jahren.

Such- und Rettungsteams aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien sind in Venezuela im Einsatz. Sie sollen Opfer der beiden schweren Erdbeben vom 24. Juni aufspüren und bergen. Mehr als 1.700 Menschen kamen ums Leben.

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Zehntausende Menschen gelten aber weiterhin als vermisst, und die Zeit für die Suche nach Überlebenden läuft ab. Die Beben der Stärke 7,2 und 7,5 waren die stärksten, die den südamerikanischen Staat seit mehr als einem Jahrhundert getroffen haben.

Eine Transportmaschine der Bundeswehr hatte schon am 26. Juni u.a. 48 THW-Mitarbeitende mit Hunden sowie 8,7 Tonnen Material für Ortung und Bergung nach Venezuela gebracht.

"Das Ziel unseres Einsatzes, wir sind derzeit neun Personen, ist es, gezielt nach Verschütteten unter den Trümmern zu suchen. Wir verfügen über Geräte, mit denen wir verschüttete Menschen aufspüren können, die noch leben. Ich bin überzeugt, dass es unter den Trümmern noch viele Überlebende gibt“, sagt Thierry Velu, Gründer der französischen Hilfsorganisation GSCF.

Fachleute betonen, dass die ersten 72 Stunden nach einer Naturkatastrophe entscheidend für die Rettung von Menschenleben sind. Dieses Zeitfenster endete am Samstag um 18.04 Uhr.

"Wir haben außerdem ein Geofon, sozusagen ein digitales Stethoskop. Damit lauschen wir auf jedes Geräusch, jeden Schlag, jede Stimme, auch aus großer Entfernung“, erklärt Mario Lopez, der die spanische Rettungsmannschaft leitet.

Diese Luftaufnahme zeigt zerstörte Gebäude in Caraballeda, 29. Juni 2026
Diese Luftaufnahme zeigt zerstörte Gebäude in Caraballeda, 29. Juni 2026 AP Photo

Unterdessen hat das US-Militär am Montag einen wichtigen Hafen in der am stärksten betroffenen Region Venezuelas instand gesetzt und wieder geöffnet. Gleichzeitig begannen die Beerdigungen der Opfer.

Fünf Tage nach den heftigen Beben, die ganze Viertel dem Erdboden gleichmachten, rückt die Bergung der Toten in den Vordergrund. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, schwindet.

Nach jüngsten offiziellen Angaben sind rund 1.700 Menschen ums Leben gekommen, etwa 5.000 wurden verletzt. Zur Zahl der Vermissten gibt es keine zuverlässigen Angaben; Schätzungen gehen von Zehntausenden aus.

Im Hafen von La Guaira, der wieder in Betrieb ist, sah ein AFP-Korrespondent eine Lagerhalle, in der Hunderte nicht identifizierte Leichen in weißen und schwarzen Leichensäcken sowie einige Särge liegen. Das US-Kriegsschiff USS Fort Lauderdale lag im Hafen und brachte Hilfsgüter.

Dutzende Angehörige aus der verwüsteten Region warteten vor der provisorischen Leichenhalle auf Nachrichten über ihre Familien. Drinnen untersuchten Gerichtsmediziner in blauen Uniformen die Körper.

In der Nähe graben Einsatzkräfte und Freiwillige in zu Trümmerbergen zusammengestürzten Gebäuden. Sie hoffen, noch lebende Menschen zu finden – fünf Tage nach den Beben gibt es aber nur noch eine geringe Chance.

Ein Mann sitzt zwischen Erdbeben-Trümmern in La Guaira, 29. Juni 2026
Ein Mann sitzt zwischen Erdbeben-Trümmern in La Guaira, 29. Juni 2026 AP Photo

US-Soldaten der Luftwaffe helfen zudem, den Betrieb am internationalen Flughafen Simón Bolívar nahe Caracas wiederherzustellen. Auch dort gab es schwere Schäden.

Am Montag löste ein neues Beben der Stärke 4,6 erneut Angst in der Bevölkerung aus.

Satellitenbilder zeigen Ausmaß der Zerstörung

Die schweren Erdbeben in Venezuela haben nach einer ersten Auswertung von Satellitendaten der US-Raumfahrtbehörde Nasa mehr als 58.000 Gebäude beschädigt oder zerstört.

Demnach wurden in der betroffenen Region vermutlich etwa 58.870 Gebäude beschädigt oder zerstört. Grundlage für diese Angaben sind Radaraufnahmen von Satelliten, die am 25. Juni, dem Tag nach den Beben, gemacht wurden, erklärten die Forscher Corey Scher und Jamon Van Den Hoek von der Oregon State University.

Die beiden berufen sich dabei auf Daten des europäischen Radarsatelliten Sentinel-1 mit hochauflösenden Bildern.

"Dies ist eine vorläufige, schnelle Auswertung. Sie zeigt abrupte Veränderungen an der Oberfläche, die mit Schäden vereinbar sind“, schrieben die Forscher. Die Zahl sei als grober Hinweis zu verstehen und vor Ort nicht überprüft.

Der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, meldete am Montag Schäden an 855 Gebäuden, darunter 189 komplette Einstürze.

Die Nasa erklärte, ihre Satelliten leisteten "wichtige Unterstützung, indem sie Bilder und Daten liefern, die Einsatzteams am Boden helfen, die Schäden zu bewerten und Hilfsmaßnahmen zu planen“.

Weitere Quellen • AFP

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