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Gericht verurteilt Google zu 1,7 Milliarden Euro Entschädigung an Klarnas PriceRunner

ARCHIV: Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski und Aufsichtsratschef Michael Moritz läuten an der New York Stock Exchange die Opening Bell, September 2025
ARCHIV: Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski und Aufsichtsratschef Michael Moritz geben sich die Hand, als sie die Eröffnungsglocke der NYSE läuten, September 2025. Copyright  AP Photo/Richard Drew
Copyright AP Photo/Richard Drew
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Schwedisches Gericht verurteilt Google zu 14,3 Mrd. schwedischen Kronen Schadenersatz an Preisvergleichsdienst PriceRunner wegen jahrelanger Bevorzugung des eigenen Shopping-Angebots.

Das Patent- und Marktgericht in Stockholm hat am Mittwoch sein Urteil verkündet: Google soll 14,3 Milliarden schwedische Kronen plus Zinsen (1,7 Milliarden Euro) zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Klarna-Tochter PriceRunner Schaden erlitt, weil der Technologiekonzern sein eigenes Preisvergleichsangebot in den Suchergebnissen unrechtmäßig bevorzugte und konkurrierende Dienste zurückdrängte.

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Das Gericht erklärte, PriceRunner sei durch die „rechtswidrige Bevorzugung“ des eigenen Dienstes über viele Jahre hinweg geschädigt worden.

Die zugesprochene Summe gehört zu den höchsten Entschädigungen dieser Art in Schweden.

In einer Mitteilung an Anleger begrüßte Klarna die Entscheidung, auch wenn der Betrag deutlich unter der ursprünglich geforderten Summe liegt.

Das Unternehmen hatte rund 80 Milliarden Kronen (7,2 Milliarden Euro) verlangt. Damit wies das Gericht den Großteil der Forderung zurück, folgte PriceRunner aber im Kern der Vorwürfe.

Die Klage stützt sich auf Feststellungen, die bereits vor europäischen Gerichten bestätigt wurden.

Die damalige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager spricht auf einer Pressekonferenz, nachdem sie Google wegen seines Online-Shopping-Dienstes mit einer Geldbuße belegt hatte, Brüssel, Juni 2017
Die damalige EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager spricht auf einer Pressekonferenz, nachdem sie Google wegen seines Online-Shopping-Dienstes mit einer Geldbuße belegt hatte, Brüssel, Juni 2017 AP Photo/Virginia Mayo

Im Jahr 2017 verhängte die EU-Kommission eine Geldbuße von 2,42 Milliarden Euro gegen Google. Sie war zu dem Schluss gekommen, dass der Konzern seine Marktmacht in der Online-Suche missbraucht hatte, indem er seinem eigenen Shopping-Vergleichsdienst einen unzulässigen Vorteil verschaffte. Der Europäische Gerichtshof bestätigte diese Entscheidung 2024.

PriceRunner, eine schwedische Vergleichsseite im Besitz von Klarna, reichte 2022 in Stockholm eine Schadenersatzklage ein. Das Unternehmen argumentierte, Googles Vorgehen habe es in den Suchergebnissen herabgestuft und ihm über mehr als ein Jahrzehnt hinweg erheblichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt.

Klarna übernahm das Unternehmen im selben Jahr und integrierte die Vergleichstechnologie in die Klarna-App.

Google kündigt Gegenwehr an

Google wird das Urteil voraussichtlich anfechten.

Mathilde Méchin, Leiterin Politikkommunikation für Europa bei Google, übermittelte Euronews dazu folgende Stellungnahme:

„Wir [Google] sind mit der Entscheidung des Gerichts nicht einverstanden. Wir prüfen sie und werden unsere rechtlichen Möglichkeiten abwägen. Die Änderungen, die wir 2017 bei den Shopping-Anzeigen vorgenommen haben, funktionieren erfolgreich und sorgen für Wachstum und Arbeitsplätze bei Hunderten von Preisvergleichsdiensten, die mehr als 1.500 Websites in Europa betreiben.“

Google wies die Klage von Beginn an zurück und erklärte zum Prozessauftakt gegenüber Medien, man lehne die Forderung entschieden ab. Der Konzern betont, er habe seine Suchergebnisse 2017 umfassend geändert, um die Auflagen der Kommission zu erfüllen.

Gegen die zugesprochene Entschädigung kann vor einer höheren Instanz Berufung eingelegt werden. Sollte das Urteil Bestand haben, verringert sich der Betrag, der bei Klarna ankommt, noch durch Steuern sowie durch Vereinbarungen zur Beteiligung früherer PriceRunner-Aktionäre und des Prozessfinanzierers.

Für Klarna bedeutet das Urteil dennoch einen symbolischen und finanziellen Rückenwind. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um elf Komma fünf Prozent zu.

Nach Einschätzung von Dan Greaves, Kommunikations- und Politikchef bei Klarna, stärkt das Urteil einen gesünderen und wettbewerbsfähigeren Markt für den Vergleich von Produkten und Preisen.

Die Entscheidung reiht sich ein in Googles langjährige Kartellprobleme in Europa. Der Fall Google Shopping gilt inzwischen als Meilenstein in den Bemühungen der EU, die Marktmacht der größten Technologieplattformen zu begrenzen.

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