Der Wetterdienst AEMET warnt: Ab dem Wochenende liegt eine sehr warme Luftmasse über Spanien, möglich ist die zweite Hitzewelle des Sommers. In Extremadura und Andalusien gelten bereits orange Warnungen mit bis zu 42 °C.
Der Sommer 2026 kennt bisher keine Pause. Erst seit wenigen Tagen lässt die erste Hitzewelle nach, die nach Schätzungen des Überwachungssystems MoMo des Gesundheitsministeriums im Juni rund 900 Todesopfer forderte. Doch die staatliche Wetteragentur AEMET warnt bereits vor einem neuen Extremereignis.
AEMET teilte in sozialen Netzwerken mit, dass in den kommenden Tagen sehr warme Luftmassen über Spanien hinwegziehen werden. Eine neue Hitzewelle ab dem Wochenende lasse sich daher nicht ausschließen. Die Prognosen sehen mehrere Tage in Folge mit hohen Tages- und Nachttemperaturen vor – ein Muster, das diesen Sommer bereits zur Regel geworden ist.
Auslöser ist eine sehr warme Luftmasse in niedrigen Schichten westlich der Iberischen Halbinsel. Sie bewegt sich auf Portugal und Spanien zu und könnte nach den jüngsten Vorhersagekarten die zweite Hitzewelle des Jahres im Land auslösen.
Extremadura und Andalusien an vorderster Front
Das Wetterereignis macht sich bereits deutlich bemerkbar. Im Westen von Extremadura und Andalusien, vor allem im Guadalquivir-Tal, gelten derzeit orangefarbene Warnstufen mit Höchstwerten zwischen 40 und 42 °C. Entlang des Ebro, in den Pyrenäen der Provinz Lleida und im Süden Gran Canarias hat AEMET gelbe Warnungen ausgerufen.
Der Hintergrund ist eine Ansammlung extremer Hitze in unteren Luftschichten westlich der Halbinsel. Dort formiert sich erneut ein Hitzedom über dem bereits stark aufgeheizten Atlantik. Dieser Hitzedom wird in den kommenden Tagen als Motor des Ereignisses wirken.
Die Temperaturen steigen voraussichtlich bis zum Wochenende vom 3. bis 5. Juli weiter an und erhöhen sich auch in den ersten Tagen der folgenden Woche. Auch die Kanarischen Inseln bleiben nicht verschont: Auf den westlichen Inseln werden Höchstwerte um 36 °C erwartet, auf den östlichen bis zu 38 °C. Die Tiefstwerte dürften vielerorts über 20 bis 23 °C liegen und in mittleren Lagen sogar 28 bis 30 °C erreichen. Dennoch fällt das Ereignis dort weniger extrem aus als auf dem Festland und auf den Balearen.
Auch der Norden entkommt nicht. Der Temperaturanstieg macht sich ab Samstag bemerkbar, vor allem aber am Sonntag, in weiten Teilen Nordspaniens, besonders in Galicien – einer Region, in der solche Ausschläge wegen ihrer Seltenheit besonders auffallen.
Wird die Hitzeperiode als offizielle Hitzewelle eingestuft?
Damit der Abschnitt offiziell als Hitzewelle gilt, müssen drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:
- Die Temperaturen müssen das 95. Perzentil in außergewöhnlichem Ausmaß übertreffen.
- Der Zeitraum muss mindestens drei Tage andauern.
- Betroffen sein muss mindestens ein Zehntel des spanischen Staatsgebiets.
Nach den bisher vorliegenden Berechnungen ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Kriterien erfüllt werden, mit einer geschätzten Dauer von drei bis fünf Tagen in einigen Gebieten.
Sorgen bereiten auch die Nächte. In den kommenden Tagen liegen die Tiefstwerte meist zwischen 20 und 26 °C und können örtlich auf 27 bis 28 °C steigen. Für große Teile des Landes bedeutet das tropische Nächte und zusätzliche Probleme beim Einschlafen in den am stärksten betroffenen Regionen.
Der Kontext ist nicht neu. Spanien verzeichnete den vergangenen Juni als den zweitwärmsten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen, mit einer Durchschnittstemperatur, die 3,2 °C über dem üblichen Wert lag – nur der Juni 2025 war noch heißer.
Fachleute von AEMET erinnern daran, dass von den seit 1975 im Juni registrierten zwölf Hitzewellen die Hälfte erst seit 2015 aufgetreten ist. Das zeigt, wie stark sich diese Extreme in den vergangenen Jahren beschleunigt haben.