Griechenland muss handeln, damit Kugelfische und Quallen nicht seinen Tourismus beeinträchtigen. Entscheidend für die Wirkung schwimmender Sperren ist, dass sie präzise im Wasser positioniert werden – nur dann erfüllen sie ihren Zweck.
Das massive Auftreten von Quallen, u.a. im Golf von Evia, hat in den vergangenen Jahren Badegäste und lokale Behörden stark belastet. Nun zeichnet sich eine Lösung ab – zumindest so lange, bis die Quallen wieder abziehen.
Der Golf von Evia ist ein Meeresarm der Ägäis. Er erstreckt sich zwischen der Insel Evia (Euböa) und dem griechischen Festland. Er ist vor allem für seine Fischerei, Segelreviere und Badeorte bekannt.
Die Gemeinde Chalkideon auf der Insel Evia hat nun schwimmende Sperren installieren lassen, ähnlich den Barrieren gegen Meeresverschmutzung. Die Verantwortlichen hoffen, dass Badegäste dort künftig schwimmen können, ohne einen möglichen Quallenstich fürchten zu müssen.
Schwimmende Barrieren: Wo sie im Golf von Evia liegen
Am Strand Rodies bei Chalkida begann Mitte Juni die Verlegung der speziellen schwimmenden Barrieren an Stränden der Gemeinde Chalkideon. Das Projekt kostet insgesamt genau 366.950,10 Euro.
Die Barrieren sollen an sechs Stränden der Gemeinde Chalkideon im nördlichen Golf von Evia installiert werden. Spezialisierte Taucher bringen sie an den Stränden Alykes, Bourntontas, Valopoula, Kalamia und Zephyros ins Wasser.
Parallel dazu plant der Hafenverband von Nord-Evia (O.L.N.E.), entsprechende Barrieren an den Stränden Sykies, Kourenti, Souvala und Papathanasiou zu verlegen, die in seinen Zuständigkeitsbereich fallen.
„Wir danken der Region Mittelgriechenland für die Finanzierung dieser wichtigen Maßnahme. Sie gibt uns die Möglichkeit, den Zufluss von Quallen sowie von treibenden Abfällen und Verschmutzungen an der Wasseroberfläche in die Badezonen zu begrenzen. So tragen wir zur Sicherheit der Badegäste bei und verbessern das Bild der Strände für Einwohner und Besucher unserer Gemeinde“, erklärte die Bürgermeisterin von Chalkideon.
Schwimmende Barrieren: Schutz auch vor giftigen Kugelfischen
Fachleute betonen, dass solche schwimmenden Sperren tatsächlich wirksam sein können, sofern sie fachgerecht montiert sind. Sie schützen allerdings nur den Bereich, den sie umschließen, und halten Quallen sowie Fische – sogar die giftigen Kugelfische – vom Eintritt in die abgesperrte Zone ab.
Eine korrekte Installation einer Anti-Quallen-Barriere erfordert, dass sie an der Küste beginnt, sich in tiefes Wasser erstreckt und wieder an Land zurückkehrt. So entsteht eine vollständig geschlossene, halbkreisförmige oder rechteckige „Sicherheitszone“.
Der untere Teil des Netzes trägt spezielle Gewichte, etwa Ketten oder versenkte Lasten. Sie müssen gut auf dem Meeresboden aufliegen oder nur einen sehr kleinen Spalt lassen, damit die Quallen nicht von Unterwasserströmungen unter das Netz hindurch gespült werden.
Der obere Teil der Barriere besteht aus stabilen Schwimmkörpern (Bojen). Sie sollten deutlich aus dem Wasser ragen, etwa 30 bis 50 Zentimeter, damit die Quallen selbst bei starkem Wellengang die Sperre nicht „überklettern“ und in die Badezone gelangen.
Die Sperre muss in ausreichender Wassertiefe liegen, um wirksam zu sein und den Badebetrieb nicht zu sehr einzuschränken. Einige Badegäste am Strand von Rodies sollen sich darüber beschwert haben, dass das Netz zu nah am Ufer gespannt wurde und den Bereich für freies Schwimmen stark einengt.
Damit die Barrieren langfristig funktionieren, brauchen die Netze eine regelmäßige Reinigung durch spezialisierte Teams. So verhindern die Betreiber, dass sich Algen und andere Meeresorganismen ansammeln, das Material beschweren oder beschädigen und dadurch „Einstiegslöcher“ entstehen.