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Aserbaidschan: Alijew besucht Berlin für Gespräche über Energie und Handel

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President.az Copyright  President Ilham Aliyev and Federal Chancellor Friedrich Merz passed along the line of guard of honor.
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Von Saida Rustamova & Euronews Baku
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Aserbaidschan und Deutschland schließen eine strategische Partnerschaft zu Energie, Verkehr und Handel. Kanzler Merz begrüßt Gaslieferungen von bis zu zwei Milliarden Kubikmetern jährlich als weiteren Schritt weg von der Abhängigkeit von Moskau.

Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev ist am Dienstag zu seinem ersten Staatsbesuch in Deutschland in Berlin eingetroffen. Im Mittelpunkt stehen die Energiesicherheit und die Handelsroute des Mittleren Korridors. Europa will seine Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen weiter verringern.

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Aliyev traf Bundeskanzler Friedrich Merz zu bilateralen Gesprächen. Anschließend kam es zu einem größeren Treffen mit Kabinettsmitgliedern.

Beide Seiten unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung zu einer strategischen Partnerschaft sowie mehrere Abkommen zu Energie, Verkehr, Infrastruktur, Handel und Investitionen sowie Wissenschaft und Technologie. Deutschland ist nach Italien das zweite europäische Land, das ein solches Abkommen mit Aserbaidschan schließt. Parallel zu den Gesprächen tagte ein gemeinsames Wirtschaftsforum.

„Ich möchte Präsident Ilham Aliyev meinen Dank aussprechen“, sagte Merz. „Sie eröffnen uns die Möglichkeit, größere Gasmengen aus Aserbaidschan zu beziehen. Dieses Thema findet sich auch in der Gemeinsamen Erklärung wieder, die wir heute unterzeichnet haben.“

„Aserbaidschan kann das benötigte Ölvolumen liefern“, sagte Aliyev. „Das lässt sich sowohl über heimische Quellen als auch über die Handelsabteilung von SOCAR abdecken.“

Deutschland gehört inzwischen zu den neuen Gaskunden Bakus. Seit 2024 fließt aserbaidschanisches Gas über den Südlichen Gaskorridor und weitere Leitungen nach Deutschland. Aliyev erwartet, dass die jährlichen Lieferungen bis zum kommenden Jahr auf etwa zwei Milliarden Kubikmeter steigen.

Merz bezeichnete den Südlichen Gaskorridor als verlässliche Versorgungsroute. Deutschland wolle mit Aserbaidschan eine langfristige Partnerschaft aufbauen.

Aserbaidschan liefert derzeit rund zwölf Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr nach Europa. Zu den wichtigsten Abnehmern zählen Italien, Griechenland, Bulgarien und Ungarn.

„Aserbaidschan ist bereit, die Energieexporte nach Deutschland und andere EU-Staaten zu erhöhen, da die russische Energieinfrastruktur durch den Krieg in der Ukraine weiter Schaden nimmt“, sagte Aliyev.

Die Entscheidung Berlins, sich nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine Anfang 2022 von russischer Energie zu lösen, hat den strategischen Wert des Südlichen Gaskorridors für EU-Staaten deutlich erhöht.

Auch der Mittlere Korridor, der China über Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei mit Europa verbindet, spielte eine zentrale Rolle. Aliyev betonte, Aserbaidschan habe massiv in den Ausbau des Hafens Alat am Kaspischen Meer investiert. Das Frachtaufkommen auf dieser Route sei deutlich gestiegen.

Deutschland als eine der wichtigsten Industrienationen Europas und großer Importeur asiatischer Waren hat ein direktes Interesse daran, die Abhängigkeit von Transitstrecken über Russland zu verringern.

Aliyev ging zudem auf den anhaltenden Krieg zwischen Iran und den USA ein. Der Konflikt stört regionale Energie- und Handelsströme und erhöht den Stellenwert von Landrouten und Verbindungen über das Kaspische Meer als Alternative zur Straße von Hormus.

Er sagte, Aserbaidschan habe während des Krieges eine ausgewogene Position bewahrt und sei bereit, jede diplomatische Initiative zur Wiederherstellung der Stabilität zu unterstützen.

Merz würdigte im Gegenzug den Friedensprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan. Er sprach sich für eine dauerhafte Lösung aus und rief beide Seiten auf, das Friedensabkommen zu finalisieren.

Aserbaidschan: verlässlicher Partner für Europa

Nach Einschätzung von Orkhan Yolchuyev, Direktor und Mitgründer des Analysezentrums CASPIA in Baku, liegt die Bedeutung des Besuchs in der breiten Palette an Bereichen, die die neue strategische Agenda umfasst.

„Erstmals werden auf so hoher Ebene auch Themen wie Grüne Energie, kohlenstoffarmer Wasserstoff, digitale Transformation, industrielle Modernisierung, Verkehrsanbindungen und Innovation in die bilaterale Zusammenarbeit einbezogen“, sagte Yolchuyev.

„Deutschland sieht Aserbaidschan zunehmend nicht nur als Energie-Lieferant, sondern auch als Partner für neue Industrie- und Logistikprojekte, die Europa, den Südkaukasus und Zentralasien verbinden.“

Yolchuyev zufolge kann der neu geschaffene Wirtschaftsrat helfen, politische Vereinbarungen in konkrete Projekte zu überführen. Die Einbindung von Bildung, Wissenschaft und kulturellem Austausch gebe der Partnerschaft zudem ein breiteres Fundament.

Shahin Ismayilov, Mitglied des aserbaidschanischen Parlaments und Vorsitzender des Ausschusses für Jugend und Sport, betonte, die in Berlin erzielten Vereinbarungen könnten die Kooperation in den Bereichen Energie, Handel, Verkehr und Investitionen vertiefen.

„Der Besuch von Präsident Ilham Aliyev in Deutschland markiert einen wichtigen Schritt zur weiteren Stärkung der strategischen Partnerschaft zwischen Aserbaidschan und Deutschland“, sagte er gegenüber Euronews.

„Aserbaidschan bleibt ein verlässlicher Partner für Europa, insbesondere bei der Sicherung stabiler Energieversorgung und beim Ausbau der Initiative Mittlerer Korridor.“

Aliyev sprach die bilaterale Zusammenarbeit beider Länder später am Dienstag auch in einem Vier-Augen-Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an.

Steinmeier, früherer Außenminister Deutschlands, bezeichnete Aserbaidschan und Deutschland als „Inseln der Stabilität“ inmitten anhaltender globaler Konflikte und weiterer Herausforderungen.

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