Die Gefechte zwischen beiden Seiten nehmen zu. Irans Innenminister ist zu Gesprächen nach Pakistan gereist, das in dem Konflikt als wichtiger Vermittler gilt.
Die Revolutionsgarden Irans haben nach Angaben staatlicher Medien am Dienstag US-Militärziele in Bahrain und Kuwait angegriffen.
Die Revolutionsgarden erklärten, sie hätten in Bahrain zwei Luftabwehrsysteme und ein Radarsystem auf zwei unterschiedlichen US-Stützpunkten getroffen. In Kuwait seien Raketenabwehrradare und Satellitenempfangsanlagen angegriffen worden.
„Mit diesem Radarschlag sollte sich der Feind auf noch entschlossenere und kraftvollere Wellen von Drohnen- und Raketenangriffen vorbereiten“, hieß es in einer Erklärung.
Die Revolutionsgarden erklärten zudem, sie hätten „zwei nicht kooperative Öltanker“ gestoppt, die nach Explosionen mit Bränden an Bord die „unsichere südliche Route der Straße von Hormus“ passieren wollten.
Die britische Behörde United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) teilte mit, sie habe am Dienstag Berichte über einen Tanker in der Wasserstraße vor Oman erhalten, den ein unbekanntes Geschoss getroffen habe, woraufhin die Besatzung das Schiff verlassen musste.
„Die Besatzung hat das Schiff verlassen und befindet sich derzeit in einem Rettungsboot“, schrieb die Behörde in einem Beitrag auf X.
Die Vorfälle ereignen sich kurz nachdem das US-Militär die zehnte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen hat. Die Einsätze sollen Teherans Fähigkeit schwächen, Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen.
US-Streitkräfte hätten iranische militärische Kommandostellen, maritime Fähigkeiten, Startplätze für Raketen und Drohnen sowie Luftabwehrsysteme angegriffen, um Irans Möglichkeit zu verringern, weiter Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu attackieren, teilte das Zentralkommando CENTCOM am Dienstag in einer Erklärung auf X mit.
Die amerikanischen Streitkräfte seien weiterhin bereit, Iran für ungerechtfertigte Angriffe auf zivile Seeleute zur Rechenschaft zu ziehen, die die Meerenge frei und offen durchqueren wollen, hieß es weiter.
In den vergangenen Wochen haben die Gefechte um die Kontrolle der Straße von Hormus zugenommen. Die Meerenge ist eine Schlüsselroute für den weltweiten Transport von Öl und Erdgas.
Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ist deshalb fast völlig zum Erliegen gekommen. Die Ölpreise sind in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.
Brent-Öl, die internationale Referenzsorte, verteuerte sich um 3,2 % auf 90,95 US-Dollar je Barrel. Die US-Referenzsorte WTI stieg um 2,8 % auf 84,04 US-Dollar je Barrel.
Trotz der Eskalation treibt Pakistan, ein wichtiger Vermittler in dem Konflikt, offenbar seine diplomatischen Bemühungen voran.
Am Montag traf Irans Innenminister Eskandar Momeni in Islamabad ein, um mit Premierminister Shehbaz Sharif und weiteren Vertretern Pakistans zu sprechen. Ob diese Gespräche Teil der pakistanischen Vermittlungsinitiative sind, ist allerdings noch offen.
Bereits einen Tag zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio Gesprächsbereitschaft signalisiert. Er sagte vor Journalistinnen und Journalisten, die USA seien zu Verhandlungen mit Iran bereit, das Abkommen müsse aber „real“ sein und eines, mit dem Iran „leben könne“.