Der neue britische Premierminister Andy Burnham ist zum Unabhängigkeitstag der Ukraine in Kyjiw und leitet an diesem Montag ein Treffen der "Koalition der Willigen" mit Präsident Macron und Bundeskanzler Merz.
Der britische Premierminister Andy Burnham reist an diesem Montag in die Ukraine. Es ist seine erste Auslandsreise, seit er vor einem Monat sein Amt übernommen hat.
Burnhams Reise steht im Zusammenhang mit einer neuen Zusage an die Führung in Kyjiw: Das Vereinigte Königreich will die dortige Produktion von Langstreckenraketen unterstützen.
Großbritannien "hat der Rüstungsfirma MBDA erlaubt, vertrauliche Informationen über britische Komponenten der Langstreckenrakete SCALP offenzulegen, damit in der Ukraine örtliche Montageanlagen aufgebaut werden können", gab die Regierung bekannt.
Mit der Freigabe der Daten können Frankreich und die Ukraine die Montage der Rakete in ukrainischen Werken vorantreiben.
"Die Maßnahme ergänzt die große britische Initiative, mit dem Projekt Brakestop schnell kostengünstige, hochentwickelte Langstreckenwaffen für die Ukraine zu entwickeln", hieß es weiter.
Zum ukrainischen Unabhängigkeitstag an diesem Montag reisen mehrere europäische Staats- und Regierungschefs nach Kyjiw.
Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird Burnham das Treffen der "Koalition der Willigen" leiten. In dieser haben sich Staaten zusammengeschlossen, die die Ukraine im Kampf gegen die russische Invasion unterstützen. Das Treffen findet im Hybridformat statt: Einige Teilnehmer sind vor Ort, andere schalten sich per Videokonferenz zu. Das Büro des irischen Regierungschefs Micheal Martin teilte mit, er werde virtuell teilnehmen.
Am Sonntag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schon Staats- und Regierungschefs aus den nordischen und baltischen Ländern getroffen. In bilateralen Gesprächen ging es vor allem um eine engere Zusammenarbeit in der Verteidigung.
Selenskyj empfing zudem die US-Senatoren Richard Blumenthal und James Lankford in Kyjiw. Er erklärte, er habe sie über die anhaltende Bedrohung durch russische ballistische Raketen und den Bedarf an besseren Luftverteidigungssystemen informiert.
Auch EU-Ratspräsident António Costa wird in der Ukraine erwartet, ebenso weitere internationale Gäste, darunter Luxemburgs Premierminister Luc Frieden.
Das Treffen findet unmittelbar vor den Feierlichkeiten zum ukrainischen Unabhängigkeitstag an diesem Montag statt.
"Zum 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit soll es für die Menschen in der Ukraine keinen Zweifel geben: Das Vereinigte Königreich steht heute und so lange wie nötig an Ihrer Seite", bekräftigte Burnham in einer Erklärung.
Großbritannien gehört seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Jahr 2022 zu den entschiedensten Unterstützern der Ukraine. Bisher sagte London rund 25 Milliarden Pfund (29,2 Milliarden Euro) Hilfe zu, davon 16 Milliarden Pfund (18,7 Milliarden Euro) für militärische Unterstützung.