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"Sie werden dafür bezahlen": Merz droht Drahtziehern des Drohnenangriffs in Leipzig

Einsatzkräfte am Flughafen Leipzig-Halle am 7. August 2026
Einsatzkräfte am Flughafen Leipzig-Halle am 7. August 2026 Copyright  (c) Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Lutz Faupel
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Neben der bereits entdeckten Sprengstoffdrohne haben die Behörden eine dritte Drohne sowie eine Substanz sichergestellt, bei der es sich möglicherweise um militärischen Sprengstoff handelt.

Die Ermittlungen nach dem vereitelten Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig-Halle haben zu neuen Funden geführt. Wie die tagesschau berichtet, gehen die Behörden inzwischen davon aus, dass bei dem Vorfall mehrere Drohnen im Einsatz gewesen sein könnten. Das berichtet das öffentlich-rechtliche Medium mit Verweis auf NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Ermittler seien auf einem Feld nahe des Flughafens auf ein Fluggerät und eine Substanz gestoßen, bei der es sich um den militärischen Sprengstoff Hexogen handeln könnte.

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Der ursprüngliche Fund hatte sich bereits in der Nacht zum 4. August ereignet. Auf dem Flughafengelände wurde eine mit Sprengstoff ausgerüstete Drohne entdeckt. Nach bisherigen Erkenntnissen sollte offenbar ein ukrainisches Antonov-Frachtflugzeug getroffen werden, das für den Transport von Rüstungsgütern eingesetzt wird. Der Angriff scheiterte mutmaßlich, weil der Zünder der Sprengladung nicht funktionierte.

Weitere Drohne nahe dem Flughafen entdeckt

Den Recherchen zufolge wurde am 14. August auf einem Feld in der Gemeinde Kabelsketal im Saalekreis eine weitere Drohne entdeckt. Das Gebiet grenzt unmittelbar an den westlichen Bereich des Leipziger Flughafens.

Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts und weitere Polizeikräfte untersuchten den Fundort. Einen Tag später sollen die Ermittler dort eine Substanz sichergestellt haben, bei der es sich nach ersten Einschätzungen um etwa 50 Gramm Hexogen handeln könnte. Der hochexplosive Stoff wird unter anderem militärisch verwendet.

Die Bundesanwaltschaft äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den neuen Funden.

Möglicherweise mehrere Drohnen im Einsatz

Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Vorfall komplexer gewesen sein könnte als zunächst angenommen. Neben der Drohne mit Sprengstoff soll in derselben Nacht eine weitere Drohne mit einem DHL-Frachtflugzeug zusammengestoßen sein.

Die Maschine hatte nach der Sperrung des Flughafens ihre geplante Landung abbrechen müssen. Auch die spätere Auswertung von Radardaten soll Hinweise auf ein kleines Flugobjekt geliefert haben.

Am Leitwerk der Maschine wurde nach ihrer Umleitung nach Hannover eine Beschädigung festgestellt, die nach bisherigen Erkenntnissen zu einer Kollision passen könnte. So berichtet tagessschau. Die mutmaßliche Drohne selbst sei bislang nicht gefunden worden.

Antenne und mögliche Explosionsstelle

Weitere Spuren führte nach Kursdorf nördlich des Flughafens. Dort stellten Ermittler eine technische Vorrichtung sicher, die möglicherweise zur Steuerung einer Drohne gedient haben könnte. An einem Baum waren nach bisherigen Erkenntnissen eine Antenne und elektronische Bauteile mit Klebeband befestigt.

In der näheren Umgebung fanden die Einsatzkräfte zudem verbrannte Erde und Metallteile. Die Ermittler prüfen, ob es sich um eine mögliche Explosionsstelle handelt. Zeugen hatten am Abend des 4. August, noch vor dem Fund der Sprengstoffdrohne am Flughafen, einen lauten Knall gehört.

Was sich an diesem Ort tatsächlich ereignete, sei weiterhin unklar.

Ermittler prüfen Verbindungen nach Russland

Wer hinter den mutmaßlichen Anschlagsplänen steckt und welches konkrete Ziel verfolgt wurde, ist weiterhin offen. Sicherheitskreise gehen nach Informationen von NDR, WDR und SZ davon aus, dass russische Geheimdienste in die Planung involviert gewesen sein könnten. Russland weist eine Beteiligung zurück.

Merz kündigt baldige Erkenntnisse an

Zu dem Fall positionierte sich nun auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Zum Auftakt der zweitägigen Kabinettsklausur des schwarz-roten Bündnisses auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg stellte der CDU-Chef in Aussicht, dass die Bundesregierung bald genauer benennen will, wer hinter dem Drohnenvorfall in Leipzig steckt. Bei der Klausur selbst gehe es zwar nicht um die Frage, wer für den Angriff verantwortlich ist – daran werde aber mit den Sicherheitsbehörden intensiv gearbeitet, so Merz. Wörtlich sagte er: "Wir werden das in Kürze auch darlegen und uns dazu äußern."

Der Kanzler nutzte den Auftritt, um den Vorfall in einen größeren sicherheitspolitischen Zusammenhang zu stellen. Der Drohnenangriff in Leipzig belege, dass Deutschland "ganz handfest bedroht" sei. Das Land habe es mit Problemen zu tun, die teilweise von außen kämen, betonte Merz, und dazu zähle eben auch die Sicherheitslage: "Deutschland ist stärker ins Fadenkreuz hybrider Angreifer gerückt." Solche Angreifer würden dabei zunehmend rücksichtslos vorgehen, so der Kanzler wörtlich: "Angreifer nehmen zunehmend skrupellos auch schwere Sachschäden, sogar Verletzte und Tote in Kauf."

Trotz dieser Bedrohungslage zog Merz eine positive Bilanz der bisherigen Schutzmaßnahmen der Bundesregierung. Der Fall Leipzig zeige aus seiner Sicht, dass es richtig gewesen sei, frühzeitig Vorkehrungen gegen hybride Angriffe getroffen zu haben. Deutschland bleibe trotz der gestiegenen Bedrohung „ein sicheres Land“, so der Kanzler. Als konkretes Beispiel für den verstärkten Schutz verwies er auf das neu eingerichtete Drohnenzentrum in Magdeburg.

Merz kündigte zudem an, dass Deutschland Urheber hybrider Angriffe künftig stärker zur Verantwortung ziehen wolle. "Sie werden dafür bezahlen", so der Kanzler. Dieses Ziel verfolge auch das im August vom Kabinett beschlossene Gesetzespaket zu den Nachrichtendiensten. Gleichzeitig bekräftigte er, die Bundesregierung werde die Unterstützung der Ukraine im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg "mit langem Atem" fortsetzen, um so Friedensgespräche zu erzwingen.

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