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Sabotage am Stromnetz: Tatverdächtiger festgenommen

Die Polizei durchsuchte am 3. September 2026, das Gebiet rund um die Höchstspannungsleitungen in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack.
Die Polizei durchsuchte am 3. September 2026, das Gebiet rund um die Höchstspannungsleitungen in der Nähe des Umspannwerks Turnow-Preilack. Copyright  AP Photo
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Von Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Nach mehreren mutmaßlichen Sabotageakten auf die Strominfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg hat die Polizei einen 48-jährigen Verdächtigen festgenommen. Nach dem Mann aus Gevelsberg war seit Tagen gefahndet worden.

Die Fahndung nach einem mutmaßlichen Saboteur der deutschen Strominfrastruktur ist offenbar beendet. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat die Polizei den seit Tagen gesuchten 48-Jährigen festgenommen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde er in der Nähe des Kraftwerks Weisweiler bei Aachen aufgegriffen. Die Welt berichtet, der Verdächtige sei bei einer Verkehrskontrolle festgenommen worden.

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Bei dem Verdächtigen handelt es sich nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU) um einen Mann aus Gevelsberg bei Hagen.

Erst am Montag war ein weiteres mutmaßliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Nach Angaben der Polizei wurde es zusammen mit mehreren Abschussvorrichtungen an einer Hochspannungsleitung nahe dem Kraftwerk Weisweiler gefunden.

Was bisher bekannt ist

In den vergangenen Tagen hatten mehrere mutmaßliche Sabotageakte an der Strominfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg die Ermittler beschäftigt. In Bergheim westlich von Köln setzte ein Kurzschluss mehrere Kraftwerksblöcke für einige Tage außer Betrieb. Am Umspannwerk Turnow-Preilack nahe dem brandenburgischen Kraftwerk Jänschwalde kam es zu zwei weiteren Kurzschlüssen. Dort sollen mehr als 20 selbst gebaute Raketen leitfähiges Material auf Hochspannungsleitungen geschossen haben. Zu Stromausfällen kam es bei diesen Vorfällen nicht.

Am Samstag waren bei mehreren Medienhäusern zwei Schreiben eingegangen, die mit dem Namen des 48-Jährigen unterzeichnet waren. Der Verfasser übernahm darin die Verantwortung für versuchte Anschläge auf das Stromnetz rund um die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg. Zudem bekannte er sich zu Vorfällen an der Strominfrastruktur in Gohr, Bergheim-Rheidt, Dormagen und Weisweiler in Nordrhein-Westfalen.

Bereits einen Tag zuvor hatten Ermittler die Wohnung des Verdächtigen in Gevelsberg durchsucht und dort Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando in einem Wald bei Niederzier, rund 100 Kilometer entfernt, einen offenbar zum Wohnmobil umgebauten Lastwagen. Der Gesuchte befand sich jedoch nicht darin.

Ob der 48-Jährige tatsächlich für einen oder mehrere der mutmaßlichen Anschläge verantwortlich ist, ist bislang nicht abschließend geklärt. Auch das Motiv ist Gegenstand der Ermittlungen. Neben einem möglichen linksextremistischen Hintergrund schließt Innenminister Reul nach eigenen Angaben auch eine „fremdstaatlich gesteuerte Sabotage“ nicht aus.

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