Bildungsministerin Karin Prien (CDU) nennt die Ergebnisse der PISA-Studie "dramatisch". Bei den Kompetenzen sind deutsche Schüler im OECD-Vergleich weiter zurückgefallen.
In Berlin hat Bildungsministerin Karin Prien (CDU) gemeinsam mit Wissenschaftlern die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 vorgestellt. Die Studie erhebt international die Schulleistungen von 15-Jährigen.
In Deutschland ist der Anteil der Jugendlichen ohne ausreichende Basiskompetenzen weiter gestiegen - und es fehlt an Chancengleichheit. Die Schere zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Schülern wachse weiter. Die Unterschiede sind demnach "heute so groß wie zu keinem anderen Zeitpunkt seit Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000". Laut dem Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) sind die Differenzen im sozialen Bereich größer als jene nach dem Zuwanderungshintergrund.
Zudem liegen die Leistungen in allen drei erhobenen Bereichen in Deutschland unter dem Niveau der ersten PISA-Studie. Untersucht wurden naturwissenschaftliche Kompetenzen, Lesefähigkeiten und Mathematik. In den Naturwissenschaften erzielten deutsche Schüler durchschnittlich 486 Punkte (OECD-Schnitt: 482 Punkte), im Lesen 465 Punkte (OECD: 461 Punkte) und in Mathematik 464 Punkte (OECD: 463 Punkte).
Bildungsministerin Prien bezeichnet die Ergebnisse als "dramatisch". Das deutsche Bildungssystem stehe vor neuen Herausforderungen: "veränderte Mediennutzung, wachsende psychische Belastungen junger Menschen, Künstliche Intelligenz, demografischer Wandel und steigender Fachkräftebedarf". Ein zukunftsfähiges Bildungssystem müsse darauf Antworten geben und früher ansetzen, bevor sich Benachteiligungen verfestigen.
Leistungen der Schüler international auf historischen Tiefstand
Doch auch in vielen anderen OECD-Ländern haben die Leistungen in Mathematik und Lesen einen historischen Tiefstand erreicht.
In der gesamten EU liegen die Schüler in Spanien, Kroatien, Luxemburg, Malta, Griechenland, Rumänien, Zypern und Bulgarien in allen drei Bereichen – Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften – unter dem OECD-Durchschnitt.
Über dem OECD-Durchschnitt schneiden dagegen nur Estland, Finnland, Irland, Österreich, Polen und Tschechien ab.
Besonders stark ist die Lesekompetenz zurückgegangen: Zwischen 2015 und 2025 sanken die Werte in den OECD-Ländern um 28 Punkte. Besonders deutlich waren die Einbußen bei Schülern aus wohlhabenden Familien.