Schon im Januar hatte der US-Präsident damit gedroht, Bombardier-Flugzeugen die Zulassung in den USA zu entziehen. Jetzt geht Donald Trump noch weiter.
US-Präsident Donald Trump warnt den kanadischen Flugzeugbauer Bombardier: Das Unternehmen soll in den USA nichts mehr verkaufen dürfen, falls es dort keine Produktionsstätten aufbaut. Diese Drohung ist Teil der jüngsten Eskalation im Handelsstreit zwischen Washington und Ottawa.
Auf seinem Netzwerk Truth Social schrieb Trump: "Bombardier soll in den Vereinigten Staaten nichts mehr verkaufen!"
"Ihre Produkte sind nicht gut genug", so Trump, der behauptete, das Unternehmen lebe von "amerikanischen Käufern, amerikanischen Unternehmen, amerikanischen Flughäfen und amerikanischem Service".
Und weiter: "Wenn sie unseren Markt wollen, müssen sie hier produzieren und aufhören, Amerika wie ein ‚Sparschwein‘ zu behandeln."
Das Unternehmen aus Montreal beschäftigt in den USA derzeit etwa 3500 Mitarbeiter und betreibt dort mehrere Produktionsstätten.
Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident Bombardier ins Visier nimmt.
Im Januar hatte er Kanada gedroht, einen 50-Prozent-Zoll auf alle Flugzeuge zu erheben, die in die Vereinigten Staaten verkauft werden. Außerdem kündigte er an, Bombardier-Maschinen ihre Zulassung zu entziehen. Anlass war sein Ärger über Kanadas angebliche Weigerung, bestimmte in den USA gefertigte Jets des Bombardier-Konkurrenten Gulfstream zu zertifizieren.
Bombardier wurde 1942 von Joseph-Armand Bombardier gegründet, zunächst um seine Motorschlitten und später andere Schneefahrzeuge zu verkaufen. 1986 stieg das Unternehmen mit der Übernahme von Canadair, dem Hersteller des Businessjets "Challenger“, in die Luftfahrt ein.
USA und Kanada: eskalierender Handelsstreit
Die Drohung fällt in eine Phase zunehmender Handelskonflikte zwischen den USA und Kanada, der durch die Zölle des US-Präsidenten gegen das Nachbarland ausgelöst wurde.
Der Dauerstreit mit Strafzöllen beider Seiten ist im vergangenen Monat neu entflammt. Gespräche über ein Abkommen zur Vermeidung hoher Zölle auf bestimmte kanadische Waren scheiterten, nachdem sich Washington und Ottawa gegenseitig vorgeworfen hatten, in letzter Minute Änderungen durchsetzen zu wollen.
Nach dem Abbruch der Verhandlungen traten Ende August US-Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 28 Milliarden kanadischen Dollar in Kraft. Ottawa kündigte daraufhin Vergeltungsmaßnahmen auf Importe aus den USA im Umfang von etwa 27,6 Milliarden kanadischen Dollar an.
Die US-Strafzölle treffen Produkte von Eishockeyschlägern über Wein bis hin zu Zement.
Die kanadische Regierung erklärte, ihre Gegenzölle, die an diesem 8. September 2026 in Kraft treten sollen, konzentrierten sich auf Branchen wie Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, Milchprodukte, Landmaschinen, Kunststoffe, Zellstoff und Papier sowie Elektronik.