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Angriff bei Hormus und Saudis Pipeline-Stopp: Ölpreis steigt über 108 Dollar

ARCHIV: Satellitenaufnahme von Planet Labs PBC zeigt eine schwarze Rauchwolke über einer Saudi-Aramco-Raffinerie nördlich von Abha, Saudi-Arabien, am achten September 2026.
ARCHIV. Dieses von Planet Labs PBC bereitgestellte Bild zeigt eine schwarze Rauchwolke über einer Saudi-Aramco-Ölraffinerie nördlich von Abha in Saudi-Arabien, 8. Sept. 2026 Copyright  Planet Labs PBC via AP
Copyright Planet Labs PBC via AP
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Brent-Öl steigt über 108 Dollar je Barrel, nachdem im Golf von Hormus ein Frachter angegriffen wird, ein Besatzungsmitglied stirbt und Saudi-Arabien seine wichtigste Umgehungs-Pipeline schließt.

Der Ölmarkt bildete am Montagvormittag ein Wochenende voller schlechter Nachrichten aus dem Golf im Preis ab.

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Brent zur Lieferung im Oktober und November legte um über drei Prozent zu und überschritt die Marke von 108 US-Dollar je Barrel. Der US-Referenzwert WTI für Oktober stieg um 2,3 Prozent auf rund 102 Dollar. Beide Sorten setzten damit ihren Anstieg der vergangenen Woche fort, nachdem sie jeweils die Marke von 100 Dollar zurückerobert hatten.

Die Notierungen zogen an, nachdem Saudi-Arabien mitgeteilt hatte, dass seine Ost-West-Pipeline nach Drohnenangriffen vorübergehend stillsteht.

Über diese Leitung fließt Rohöl quer durch das Königreich zu Häfen am Roten Meer. So erreicht Öl Exportterminals, ohne durch die Straße von Hormus fahren zu müssen. Fällt die Pipeline aus, entfällt die wichtigste Ausweichroute – ausgerechnet in dem Moment, in dem die Passage durch die Meerenge am gefährlichsten ist.

Wie groß die Gefahr ist, zeigte sich auch am Sonntag: In der Meerenge wurde ein Handelsschiff getroffen; ein Mensch starb, drei weitere wurden verletzt, so die iranischen Behörden.

Die Passage durch die Wasserstraße läuft inzwischen ganz anders ab als vor dem Krieg.

Schiffe brauchen inzwischen eine iranische Genehmigung für die Durchfahrt, und Teheran prüft ein Modell, um Gebühren für diese Dienste zu erheben. Tanker, die sich nicht daran halten, geraten regelmäßig ins Visier. US-Truppen bombardieren in Abständen die iranische Küste, um Teherans Anspruch auf Kontrolle über die Meerenge entgegenzutreten.

Auch die diplomatischen Bemühungen liegen auf Eis.

Oman hat geplante Gespräche zwischen Iran und Golfstaaten über die Zukunft der Wasserstraße verschoben, über die ein großer Teil des weltweiten Seeölhandels läuft.

Rekordpreise für Kraftstoff: Streit um die Schuldfrage

Die Folgen zeigen sich deutlich an den Zapfsäulen in den USA.

Der landesweite Durchschnittspreis für Diesel überschritt am Freitag erstmals in der Geschichte die Marke von sechs Dollar je Gallone. Eine Woche zuvor lag er noch bei rund 5,85 Dollar. Damit zahlen Autofahrer gut 60 Prozent mehr als die 3,71 Dollar vor einem Jahr.

Auch Benzin kostet im Schnitt 4,22 Dollar je Gallone, nachdem die Preise am Labor-Day-Wochenende Rekordstände erreicht hatten.

US-Präsident Donald Trump sucht die Verantwortung anderswo.

„Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj muss aufhören, die Dieselproduktion in Russland auszuschalten“, sagte Trump am Sonntag vor Journalistinnen und Journalisten in Irland, wo er bei den Irish Open auf seinem Golfresort in Doonbeg weilte.

„Er kann andere Ziele angreifen, aber nicht Dieselraffinerien, denn er sorgt für einen Mangel an Diesel“, ergänzte Trump.

Die Ukraine hat in diesem Sommer mehr als 20 russische Raffinerien oder Treibstoffdepots angegriffen; Moskau reagierte mit einem Exportverbot für Diesel.

Auf dem Rückflug von seinem Staatsbesuch in Irland an diesem Wochenende wiederholte Trump diese Behauptung.

Die Zahlen zur Versorgung sprechen jedoch eine andere Sprache.

Analysten führen laut Lipow Oil Associates rund 800.000 Barrel pro Tag an ausfallender Dieselversorgung auf das russische Exportverbot zurück. Störungen rund um die Straße von Hormus schlagen demnach mit etwa 1,2 Millionen Barrel täglich zu Buche.

Im größeren Bild ist das Ungleichgewicht noch deutlicher: Vor dem Krieg flossen rund 20 Millionen Barrel Rohöl pro Tag durch die Meerenge, inzwischen sind es nur noch etwa sieben Millionen.

Zusammen haben die beiden Kriege zudem Raffinerien stillgelegt, die für eine Kapazität von rund fünf Millionen Barrel pro Tag stehen.

Weitere Quellen • AFP

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