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Saudi-Pipeline gestoppt: Ölexporte nach Europa und Asien in Gefahr

Saudi-Arabien: Schäden an Ost-West-Pipeline
Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline beschädigt Copyright  Satellite image ©2026 Vantor via AP
Copyright Satellite image ©2026 Vantor via AP
Von Mohamed Elashi
Zuerst veröffentlicht am
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Die Pipeline steht still, Golf-Ölexporte sind stark eingebrochen, weitere Routen bedroht. Ohne Neustarttermin ist unklar, wie lange Europa und Asien auf Öl warten.

Saudi-Arabien greift auf eingelagertes Öl zurück, um seine Ausfuhren aufrechtzuerhalten. Zuvor hatten Drohnenangriffe die Ost-West-Pipeline lahmgelegt und damit Lieferungen an Abnehmer in Europa und Asien gefährdet.

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Das Energieministerium des Königreichs meldete die Abschaltung am Freitag als Vorsichtsmaßnahme. Am Donnerstag war die Leitung in den Regionen Riad und Medina angegriffen worden.

Nach eigenen Angaben sichern Notfall- und Technikteams die Leitung und überprüfen ihre Sicherheit.

Nach Angaben saudischer und irakischer Behörden starteten die Drohnenangriffe von Irak aus. Die Mitteilung des Ministeriums nannte keinen Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Förderung und lieferte auch keine vollständige Schadensbilanz.

In Berichten vom Sonntag zitierte saudische Ölkäufer und Händler schätzen, dass ein längerer Stillstand rund vier Millionen Barrel pro Tag gefährden könnte. Das entspräche etwa vier Prozent der weltweiten Ölversorgung.

Nach diesen Einschätzungen reichen die Vorräte im Rotmeerhafen Yanbu aus, um die Ausfuhren fünf bis sieben Tage lang zu stützen. Offizielle Stellen in Saudi-Arabien haben keine der beiden Zahlen bestätigt.

Die Auswirkungen auf die Belieferung hängen davon ab, wie schnell die Förderung wieder anläuft und wie viel Öl noch in den Lagern liegt.

Die Futures auf Brent-Öl stiegen im frühen Handel am Montag um rund drei Prozent, nachdem es zu weiteren Angriffen auf Energieanlagen und die Schifffahrt im Nahen Osten gekommen war.

Route abseits der Straße von Hormus

Die rund 1.200 Kilometer lange Pipeline transportiert Öl aus dem Osten Saudi-Arabiens nach Yanbu an der Westküste. So können Lieferungen über das Rote Meer verschifft werden, ohne dass Tanker die Straße von Hormus passieren.

Aramco erklärte im Mai, es habe die Fördermenge in dem Leitungssystem im ersten Quartal auf die maximale Kapazität von sieben Millionen Barrel pro Tag erhöht. Damit konnte der Konzern die Ausfuhren stützen, als der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus gestört war.

Die Pipeline versorgt zudem Raffinerien an der Westküste des Königreichs. Ihre Kapazität entspricht daher nicht eins zu eins der exportierten Menge.

Die Stilllegung bedeutet nicht, dass das weltweite Ölangebot sofort um sieben Millionen Barrel pro Tag sinkt. Tanker können weiterhin auf Vorräte in der Nähe der Verladeterminals zugreifen. Diese Bestände schrumpfen jedoch, falls kein zusätzliches Öl nachkommt.

Lieferwege nach Europa und Asien

Von Yanbu aus fahren Tanker mit Ziel Europa nach Norden durch das Rote Meer in Richtung Suezkanal und Mittelmeer. Eine weitere Option ist die ägyptische SUMED-Pipeline, die Öl zwischen den Küsten am Roten Meer und am Mittelmeer transportiert.

Die direkte Seeroute nach Asien führt nach Süden durch Bab al-Mandab, die enge Passage zwischen Rotem Meer und Golf von Aden, und weiter in Richtung Indischer Ozean.

Diese Route ist einer eigenen Gefahr ausgesetzt. Die Huthi aus Jemen haben die in der Passage gelegene Insel Perim und große Teile der jemenitischen Küste am Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht und damit faktisch die Macht über die Meerenge übernommen.

Tanker mit Ziel Asien könnten stattdessen nach Norden durch den Suezkanal fahren und Afrika umrunden. Die Reise wäre dann jedoch deutlich länger. Eine geänderte Route löst zudem nicht das Grundproblem, nämlich genügend Öl nach Yanbu zu bringen.

Die Internationale Energieagentur (IEA) meldete in ihrem Ölmarktbericht für September, dass die weltweiten Lagerbestände seit Februar um 507 Millionen Barrel gesunken sind, davon 95 Millionen Barrel allein im August.

Für August schätzte die Behörde die Ölausfuhren aus den Golfstaaten auf rund 13 Millionen Barrel pro Tag, fast die Hälfte des Niveaus vor Kriegsbeginn. Zudem verzeichnete sie deutlich höhere Dieselpreise in Europa und Asien, da Störungen die Treibstoffversorgung schmälerten.

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