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Im Urlaub ein anderer Mensch? Viele Reisende sehen das so

Viele von uns verhalten sich im Urlaub anders. Doch warum?
Viele von uns verhalten sich im Urlaub anders. Doch warum? Copyright  Helena Lopes/Unsplash
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Von Saskia O'Donoghue
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Auf Reisen werfen viele Menschen ihren Alltag über Bord: Sie bleiben länger aus und kaufen Dinge, die sie sonst für überflüssig halten, zeigt eine neue Studie.

Reisen verändert oft überraschend, wie wir unseren Alltag leben. Fernab von den gewohnten Pflichten zu Hause fühlen sich viele Menschen freier: Sie bleiben länger unterwegs, geben mehr Geld aus oder sagen zu Dingen Ja, die sie sonst ablehnen würden, obwohl gleichzeitig der Druck steigt, jede Minute maximal zu nutzen.

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Neue Forschung deutet darauf hin, dass dahinter mehr steckt als bloße Urlaubseuphorie. Viele Reisende erlauben sich ganz bewusst, sich unterwegs anders zu verhalten. Manche sind von ihren eigenen Entscheidungen überrascht, wenn sie wieder nach Hause kommen.

Hint App (Quelle auf Englisch), eine Plattform, die auf Grundlage von Geburtshoroskopen Tipps gibt, hat Reisende befragt, wie sie sich fernab der Heimat verhalten.

Rund 14.673 Erwachsene aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Kanada, der Europäischen Union, Australien und Lateinamerika nahmen teil. Überraschende 61 % gaben an, sich auf Reisen ganz bewusst anders zu verhalten als zu Hause.

Und das, obwohl sich die Befragten im Alltag ohne Urlaub meist als berechenbar und stark von Routinen geprägt beschreiben.

Das hat die Befragung sonst noch gezeigt.

Wie Reisen unser Verhalten verändert

Viele Menschen würden im Ausland nie etwas tun, das völlig aus dem Rahmen fällt. Dennoch erklärten 47 % der Befragten, sie hätten auf Reisen bewusst etwas getan, weil es sich für diesen Moment passend angefühlt habe.

Sie fügten hinzu, dass sie dieselbe Entscheidung zu Hause wahrscheinlich abgelehnt hätten. Das deutet darauf hin, dass Menschen unterwegs ihre Maßstäbe für eigene Entscheidungen vorübergehend verschieben.

Dieser Wandel in der Haltung betrifft viele typische Urlaubsaktivitäten.

So lassen sich Einkäufe oft leichter rechtfertigen, wenn sie mit einem Ort verknüpft sind, den man wahrscheinlich nie wieder besucht. Laut Daten gaben 38 % zu, etwas gekauft zu haben, das sie sonst als unnötig einstufen würden, nur weil es untrennbar mit der Erinnerung an die Reise verbunden war.

Ähnlich bewerten viele einen spät verbrachten Abend höher, weil es auf einer Reise nur begrenzt viele Abende gibt. 42 % gaben an, länger ausgegangen zu sein, als ihnen eigentlich lieb war, weil sie keinen „Urlaubsabend“ verschwenden wollten.

Die Befragung zeigt zudem: Auch wenn sich Reisende ungewohnt verhalten, ersetzen sie meist nur ein Erwartungsset durch ein anderes. Sie achten darauf, dass sich Zeit, Geld und Aufwand der Reise für sie selbst „lohnen“.

Die Veränderung des Verhaltens ist unterwegs oft schwer zu erkennen. 35 % berichteten, sie seien nach Hause zurückgekehrt und dort über etwas erstaunt gewesen, das sie auf Reisen getan oder zugesagt hatten.

Letztlich verrät die Umfrage nicht, ob unser Urlaubsverhalten ein wahreres Bild unserer Persönlichkeit zeichnet. Sie legt aber nahe, dass die Routinen zu Hause wohl flexibler sind, als wir denken.

Für die 61 %, die ihr Verhalten auf Reisen bewusst verändern, wird der Urlaub zu einer temporären Erlaubnis, die eigenen Regeln neu zu schreiben. Das kann heißen, Geld für etwas Überflüssiges auszugeben, noch ein Getränk dranzuhängen oder einer Erfahrung zuzustimmen, die sie sonst ablehnen würden.

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