Loader
Finden Sie uns
Werbung

Von der Leyen: Gesundheits-KI auf europäische Art, Ärzte bleiben unersetzlich

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht mit Kanadas Premierminister Mark Carney (rechts) bei der jährlichen Rede zur Lage der EU.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht beim jährlichen Lagebericht zur Union gemeinsam mit Kanadas Premierminister Mark Carney Copyright  AP Photo/Pascal Bastien
Copyright AP Photo/Pascal Bastien
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont in ihrer Rede zur Lage der Union: KI soll Europas Gesundheitssystem stärken, Ärzte aber nie ersetzen.

In ihrer heutigen Rede zur Lage der Union hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auch das Thema Gesundheit aufgegriffen und zentrale Prioritäten sowie neue Leitinitiativen für das kommende Jahr vorgestellt.

WERBUNG
WERBUNG

Sie nannte die Gesundheit als Beispiel dafür, wie künstliche Intelligenz der Gesellschaft nutzen und in der Europäischen Union einen Unterschied machen kann – Ärztinnen und Ärzte aber nicht ersetzen darf.

„Will ich, dass meine Ärztin oder mein Arzt sofortigen KI-Zugang zu allen Daten hat, die für die beste Diagnose oder Therapieentscheidung nötig sind? Ja, natürlich. Aber will ich, dass meine Ärztin oder mein Arzt ein Roboter ist, KI-gestützt? Nein, selbstverständlich nicht. Ich möchte keinen Roboter, der mir sagt, ob ich Krebs habe oder nicht“, sagte von der Leyen in ihrer jährlichen Rede zur Lage der Europäischen Union im Europäischen Parlament.

Doch dank KI-Werkzeugen, die riesige Datenmengen verarbeiten, macht die Medizin Fortschritte. Die Chefin der EU-Kommission will, dass Europa davon profitiert.

Von der Leyen, selbst ehemalige Ärztin, verwies auf die Gesundheit als Beispiel für Fortschritte, die den Menschen zugutekommen können, und betonte, dass dies auf „europäische Art“ geschehen sollte.

„KI-gestützte Mammografie kann bei der Früherkennung mehr und frühere Krebsfälle identifizieren. Dadurch überleben mehr Frauen. Deshalb brauchen wir KI für die Gesundheit“, sagte sie.

Früherkennung spielt im Kampf gegen Krebs eine zentrale Rolle. Mehrere Studien und klinische Tests deuten darauf hin, dass KI die Krankheit früher erkennt, als es bisherige Methoden erlauben.

Krebsfrüherkennung ist nicht der einzige Bereich, in dem KI im Gesundheitswesen zum Einsatz kommt. Die Technologie verändert die Branche, treibt Fortschritte in der Diagnostik, der Arzneimittelentwicklung voran und entlastet das medizinische Personal.

„Gesundheit wird eines der fünf Schwerpunktfelder sein, in denen Europa die Nutzung industrieller KI gezielt beschleunigen will“, schrieb Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi in einem Beitrag auf LinkedIn als Reaktion auf von der Leyens Rede.

Er ergänzte, Europa müsse seine hochwertigen Daten sowie starke Gesundheits- und Forschungsökosysteme nutzen, um diesen Vorsprung in Innovation zu verwandeln, die Patientinnen und Patienten schneller erreicht und die Gesundheitssysteme stärkt.

„Innovation und Widerstandsfähigkeit müssen Hand in Hand gehen, damit unsere Gesundheitssysteme stark und dauerhaft tragfähig bleiben“, fügte er hinzu.

KI darf Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen

Mit der rasanten Ausbreitung von KI nehmen auch die Sorgen und Warnungen von Fachleuten zu. Die Kommissionspräsidentin mahnte, dass menschliche Ärztinnen und Ärzte trotz aller Fortschritte niemals ersetzt werden dürfen.

Neue Forschungen haben gezeigt, dass Sprachmodelle bei der Suche nach medizinischem Rat ein gefährliches Werkzeug sein können, weil sie die Dringlichkeit eines Falls nicht immer richtig einschätzen.

Expertinnen und Experten warnen zudem vor der Sensibilität biologischer Daten und fordern klare Regelwerke dafür, wie KI-Modelle auf diese Daten zugreifen dürfen.

Lücken bei der rechtlichen Verantwortlichkeit, ungleiche Investitionen in die Qualifizierung von Beschäftigten und neue Risiken der Ausgrenzung zeigen nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation, wie wichtig Wachsamkeit, Zusammenarbeit und kontinuierliches Lernen bleiben, warnte die Organisation in einem aktuellen Bericht. (Quelle auf Englisch)

Die Organisation stellte fest, dass nur acht Prozent ihrer Mitgliedstaaten eine nationale, speziell auf Gesundheit ausgerichtete KI-Strategie beschlossen haben – „eine dringende Erinnerung daran, dass ehrgeizige Ziele mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden müssen“.

Präsidentin von der Leyen kündigte in ihrer Rede „bahnbrechende Initiativen“ an, die im November für jene Sektoren vorgestellt werden sollen, in denen industrielle KI das größte Potenzial hat und genügend Daten vorliegen: Gesundheit, Verkehr, Agrar- und Lebensmittelbranche, Hightechfertigung sowie Verteidigung und Raumfahrt.

Dieser Beitrag wurde aktualisiert, um die Aussagen von Olivér Várhelyi aufzunehmen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Rede zur Lage der Union: Fünf zentrale Punkte von Ursula von der Leyen

Studie: Luftverschmutzung erhöht Risiko für Suizid und Suizidgedanken

Von der Leyen: Gesundheits-KI auf europäische Art, Ärzte bleiben unersetzlich