Das Internet-Slangwort bzw. -Suffix „Maxxing“ ist von Dictionary.com offiziell zum Wort des Jahres 2026 gekürt worden und spiegelt einen aktuellen Trend im Netzjargon wider.
Es ist wieder so weit: Die sogenannten Words of the Year werden ausgewählt. Sie sollen den wichtigsten Begriff oder Ausdruck im öffentlichen Raum repräsentieren.
Den Anfang macht Dictionary.com. Nach der Wahl von „6-7“ im vergangenen Jahr hat das Online-Wörterbuch erneut einen Slangbegriff der Generation Z und Generation Alpha gekürt: Das Wort des Jahres 2026 lautet „Maxxing“.
Der Ausdruck ist eine Kurzform von „maximizing“. Laut Dictionary.com lässt er sich allein verwenden oder an andere Wörter anhängen und drückt aus, dass man etwas bis zum Äußersten tut oder so weit wie möglich optimiert.
Seinen Ursprung hat der Begriff in der englischen Wendung „to max out a credit card“, also das Kreditlimit vollständig auszuschöpfen, und in der Videospielkultur.
In den 2010er-Jahren verbreitete sich das Wort in der sogenannten Manosphere und in Incel-Subkulturen über den Begriff „looksmaxxing“. Gemeint ist, die eigene körperliche Attraktivität durch Trainingsprogramme und intensive Pflege zu maximieren. Der Ausdruck tauchte meist im Zusammenhang mit gescheiterten Beziehungen und romantischer Zurückweisung auf.
Richtig populär wurde „maxxing“ mit dem Aufstieg umstrittener Manosphere-Influencer wie Braden Peters, auch bekannt als Clavicular. Der Livestreamer propagiert extreme Hingabe an männliche Schönheit und wurde 2025 beschuldigt, eine junge Frau sexuell angegriffen zu haben. Er plädierte vergangene Woche auf nicht schuldig.
Viele versuchen inzwischen, den Begriff von seinem toxischen Ruf und den Verbindungen zu aggressiver Männlichkeit zu lösen. Generation Z und Generation Alpha haben ihn in sozialen Medien aufgegriffen, die Suchanfragen nach dem Wort explodierten im August.
„Maxxing ist der sprachliche Ausdruck einer Kultur, die immer stärker davon besessen ist, aus allem das Maximum herauszuholen“, sagt Steve Johnson, Direktor für Lexikografie bei der Dictionary Media Group von IXL Learning.
„Was auch immer wir tun, wir wollen es noch weiter treiben“, erklärte Johnson in einer Stellungnahme. „Die immer breitere Verwendung zeigt aber auch, wie Menschen auf diesen Impuls reagieren. Manche leben ihn aus. Manche überzeichnen ihn zum Spaß. Andere stellen ihn komplett auf den Kopf und nutzen das Wort, um den Schritt zurück von der unerbittlichen Jagd nach immer mehr zu beschreiben.“
Er fügte hinzu: „In diesem Jahr stach ‚maxxing‘ heraus, weil es so viele Bereiche des Lebens berührt. Menschen proteinmaxxen ihr Frühstück, tokenmaxxen ihren Einsatz von KI im Arbeitsalltag, cozymaxxen am Freitagabend.“
Weitere Varianten von „maxxing“ sind „hardmaxxing“ (extremes Diäten, Gesichtsrekonstruktionschirurgie oder sogar Bone-Smashing), „softmaxxing“, ähnlich dem Begriff „Glow-up“, etwa ein neuer Haarschnitt, sowie „jestermaxxing“, also der Einsatz von Humor, um soziale Anerkennung oder Einfluss zu gewinnen, und „sleepmaxxing“, das Steigern von Menge und Qualität des Schlafs.
So verbreitet der Ausdruck inzwischen ist, seine eher düsteren Implikationen lassen sich kaum ausblenden. Er spiegelt eine Gesellschaft, die immer stärker online lebt, und erhält immer neue, belastende Bedeutungen. Ein Beispiel ist „tokenmaxxing“: Unternehmen ermutigen ihre Beschäftigten, KI-Werkzeuge so intensiv wie möglich zu nutzen.
Auf der Shortlist für das Wort des Jahres 2026 bei Dictionary.com standen außerdem „Affordability“, „Data center“ und „Odyssey“. Diese Wahl dürfte vom Boom der Online-Suchanfragen und dem neuen Interesse an Homer nach dem Start von Christopher Nolans Erfolgsfilm The Odyssey beflügelt worden sein. Ebenfalls nominiert war „Unc“, die Kurzform von „uncle“, mit der Generation Z und Generation Alpha ältere Menschen bezeichnen, die als nicht mehr auf der Höhe oder uncool gelten.