Finden Sie uns
Werbung

AstraZeneca steigert Gewinn dank Krebsmedikamenten, plant großes Sparprogramm

Archiv: AstraZeneca-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Kendall Square, Massachusetts
Archivaufnahme: AstraZenecas globales Forschungs- und Entwicklungszentrum Kendall Square in Massachusetts -  Copyright  AP Photo/Aram Boghosian via Business Wire
Copyright AP Photo/Aram Boghosian via Business Wire
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

AstraZeneca steigert den Nettogewinn im dritten Quartal um 23 Prozent dank boomender Krebsmedikamente und startet ein Sparprogramm über 1,5 Milliarden Dollar jährlich für neue Arzneien.

AstraZeneca, der größte Pharmakonzern Großbritanniens, meldete am Freitag: Der Gewinn nach Steuern stieg im Zeitraum von Juli bis September um 23 Prozent auf 3,12 Milliarden Dollar (2,79 Milliarden Euro). Haupttreiber waren die Krebsmedikamente des Konzerns.

WERBUNG
WERBUNG

Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber einem Anstieg von knapp über zwei Prozent im vorherigen Quartal. Zudem hat der Konzern ein Programm gestartet, das jährlich 1,5 Milliarden Dollar (1,34 Milliarden Euro) einsparen soll. Das Geld will AstraZeneca überwiegend in Medikamente stecken, die sich noch in der Entwicklung befinden.

Der Umsatz legte um sieben Prozent auf 16,2 Milliarden Dollar (14,5 Milliarden Euro) zu.

Das Onkologie-Geschäft ist die größte Sparte und steuerte 48 Prozent des Gesamtumsatzes bei. Die Verkäufe stiegen um 17 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar (6,99 Milliarden Euro), angeführt vom Lungenkrebsmedikament Tagrisso und der Immuntherapie Imfinzi. Der bereinigte Gewinn je Aktie, der Posten wie Restrukturierungskosten und Abschreibungen auf übernommene Medikamente ausklammert, erhöhte sich um 17 Prozent auf 2,79 Dollar.

Das Sparprogramm mit dem Namen Reshaping for Sustainable Growth kostet bis zu zwei Milliarden Dollar (1,79 Milliarden Euro) an einmaligen Restrukturierungsaufwendungen. Es soll bis Ende 2029 weitgehend abgeschlossen sein.

Nach Unternehmensangaben fließen die Einsparungen wieder ins Unternehmen, vor allem in die Entwicklung neuer Medikamente. AstraZeneca plant, Ressourcen im bestehenden Geschäft „neu zuzuweisen“, um mehr als 180 Projekte in der Pipeline zu unterstützen.

Die Neuordnung könnte auch Stellenstreichungen bedeuten. Bisher hat AstraZeneca jedoch keine Kürzungen angekündigt.

„Mit mehreren potenziellen Blockbuster-Medikamenten in der späten Entwicklungsphase und schnell skalierenden, transformativen Technologien liegen wir auf Kurs, unsere Zielvorstellung für 2030 zu erreichen“, sagte Vorstandschef Pascal Soriot in einer Mitteilung.

Generika und China bremsen Wachstum

Die Zahlen steigen, obwohl ältere Medikamente unter Druck stehen.

Der Umsatz mit Farxiga, einem Mittel gegen Diabetes sowie Herz- und Nierenerkrankungen, sank um 25 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,43 Milliarden Euro), nachdem günstigere Generika auf den US-Markt gekommen waren. Auch das Blutverdünnungsmittel Brilinta verlor seinen Patentschutz.

In China steht AstraZeneca zudem einem volumenbasierten Beschaffungssystem gegenüber, einem staatlichen Großeinkauf, bei dem Pharmaunternehmen die Preise senken müssen, um große Aufträge zu erhalten.

Das Unternehmen bestätigte seine Prognose für 2026. Es rechnet weiterhin damit, dass der Umsatz im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wächst und der bereinigte Gewinn je Aktie im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, jeweils ohne Wechselkursschwankungen.

AstraZeneca sieht sich weiter auf Kurs für sein Ziel von 80 Milliarden Dollar (71,7 Milliarden Euro) Jahresumsatz bis 2030. Zum Vergleich: 2025 sollen es fast 59 Milliarden Dollar (52,9 Milliarden Euro) sein. Das Unternehmen erwartet, dass rund die Hälfte des Umsatzes aus den USA kommen wird.

AstraZeneca richtet seinen Fokus zunehmend auf den US-Markt. Im Februar kam eine direkte Börsennotierung in New York hinzu. Zugleich versprach der Konzern, bis 2030 rund 15 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro) in China zu investieren.

Bisher meldete AstraZeneca in diesem Jahr zwölf positive Ergebnisse aus spätphasigen Studien. Zudem arbeitet der Konzern an einem Abnehm-Medikament, das mit Präparaten wie Wegovy von Novo Nordisk und Mounjaro von Eli Lilly konkurrieren soll.

Die Aktie von AstraZeneca legte im frühen Freitagshandel um mehr als 4,5 Prozent zu.

Weitere Quellen • AFP

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

BP-Gewinn vervierfacht: Iran-Krieg treibt Raffineriemargen, Schulden sinken

Tech-Konzerne geraten unter Druck: schwache Bilanzen schüren KI-Sorgen

Binance nach großem Hack: Milliarden in Krypto-Guthaben nach Hackeingefroren