Belgien: Cyberangriff legt 40 Supermärkte von Delhaize, Carrefour und Spa lahm, Waren im Wert von 100.000 Euro müssen entsorgt werden.
Dutzende belgische Supermärkte sind von einem Cyberangriff betroffen. Die Täter stellten die Kühlgeräte auf bis zu 70 Grad Celsius, sodass Lebensmittel im Wert von 100.000 Euro entsorgt werden mussten, berichteten belgische Medien am Montag.
Berichten zufolge waren etwa 40 Supermärkte der Kette Delhaize, 15 Filialen von Carrefour und fünf Standorte von Spar betroffen. Die Metzgereigruppe De Laet en Van Haver meldete ebenfalls, dass ihre Kühlschränke betroffen waren.
„Wir haben einen IT-Vorfall festgestellt, der die Kühlsysteme in mehreren Dutzend Geschäften beeinträchtigt. Wir haben sofort die nötigen Maßnahmen ergriffen, um unsere Geschäfte weiter offen zu halten“, sagte ein Sprecher von Delhaize gegenüber Euronews.
Die Cyberkriminellen führten den Angriff zwischen Sonntagabend und Montagmorgen aus und ließen die Temperaturen in den Kühlgeräten stark ansteigen.
Berichten zufolge traten in der vergangenen Nacht auch in mehreren Filialen der schwedischen Supermarktkette ICA Probleme auf.
Der Vorfall folgt auf einen ähnlichen Angriff in Frankreich vor wenigen Wochen, am zwölften Oktober, als Hunderte französische Supermärkte der Ketten Intermarché und Coopérative U Ziel eines Cyberangriffs auf ihre Kühlsysteme wurden.
Stephan Moelans, Geschäftsführer des Kühlanlagen-Installateurs Sabcobel, sagte der Nachrichtenagentur Belga, beim Angriff in Belgien sei exakt derselbe Mechanismus eingesetzt worden wie bei dem vorherigen Cyberangriff in Frankreich.
„In den vergangenen Wochen haben wir sehr intensiv daran gearbeitet, die Kühlsysteme unserer Kunden gegen diese Schwachstelle zu schützen“, sagte Moelans.
Der Manager erklärte, ein reines Software-Update reiche nicht aus, um die Lücke zu schließen; stattdessen seien physische Anpassungen nötig.
„Das erfordert Investitionen. Die einfachste Lösung ist, die Kühlgeräte über eine gesicherte Internetverbindung zu steuern. Die meisten unserer Kunden sind nach dem Angriff in Frankreich auf dieses System umgestiegen.“
Sabcobel kennt nach eigenen Angaben rund 20 betroffene Anlagen, von den mehreren Hundert, die das Unternehmen in Belgien betreibt.
Dies ist eine laufende Meldung, die unsere Journalisten aktualisieren.
Euronews hat Carrefour und Spa um eine Stellungnahme gebeten.