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Von Lieferketten zu Liefernetzen: Unternehmen überdenken ihre Strategie

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Von Guy Shone, Jack Parrock
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Konflikte, die Covidkrise und der Klimawandel haben die globalen Lieferketten verändert, Unternehmen müssen umdenken.

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Globale Krisen zwingen Unternehmen dazu, komplexere Lösungen für Lieferkettenrisiken zu finden: Konflikte, Covidkrise und Klima - ein perfekter Sturm für die globalen Lieferketten. Aber es war auch eine Gelegenheit für Unternehmen, ihre Strategien zu überdenken und in Technologien zu investieren, die ihnen helfen, die zunehmende Komplexität zu bewältigen.

Die 5 Faktoren, mit denen globale Lieferketten zu kämpfen haben

Wie bewältigen Firmenchefs das stürmische Wirtschaftswetter?

Laut Weltwirtschaftsforum gibt es 5 Faktoren, mit denen globale Lieferketten zu kämpfen haben

  1. Hochschnellende Inflation - was bedeutet, dass Millionen Verbraucher sparen, was sich auf die Nachfrage auswirkt, aber auch zu Unsicherheiten führt, die den Experten für Lieferketten die Planung erschwert.
  2. Arbeitsunruhen - in ganz Europa gab es in jüngster Zeit viele Beispiele für Arbeitnehmer-Streiks, die zum Teil darauf zurückzuführen sind, dass ihre Gehälter jetzt weniger wert sind.
  3. Energieknappheit - steigende Energiepreise haben die Unternehmen ebenfalls zu Kürzungen veranlasst. Sie schränken die Produktion ein und machen das Leben für die Planer der Lieferketten noch schwieriger.
  4. Geopolitische Unsicherheit - politische Spannungen und Konflikte haben zu noch mehr Problemen und Unsicherheit geführt.
  5. Wetterextreme - all dies geschieht vor dem Hintergrund der Klimakrise. Änderungen in der Gesetzgebung, aber auch die sehr realen Schäden und Problme, die durch die dramatischen Veränderungen in Wettermustern verursacht werden, die wir alle bereits zu spüren bekommen.

Das sind wichtige Themen. Auf der anderen Seite hat die WEF-Studie aber auch gezeigt, dass 77 % der Chefvolkswirte erwarten, dass die Unternehmen auf die schwierigen Bedingungen mit Innovationen reagieren und die Lieferketten optimieren.

Von Lieferketten zu Liefernetzen

Sollten wir uns also Sorgen machen oder optimistisch sein, was die Fähigkeit der Unternehmen angeht, uns mit den nötigen Produkten und Dienstleistungen zu versorgen? Ranjeev Menon ist Geschäftsführer der GWC-Gruppe, einem führenden Logistik- und Lieferkettenunternehmen mit Sitz in Katar.

"Es erhöht die Komplexität, weil man mehrere Anbieter hat, die dieselben Produkte liefern, und es wirkt sich auch auf die Kosten aus - aber das entschärft die Herausforderungen bei der Versorgung oder die Versorgungsschocks."
Ranjeev Menon
Geschäftsführer der Gruppe GWC Logistik
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Ranjeev Menon ist Geschäftsführer der GWC-Gruppeeuronews

Er glaubt, dass es positive Anzeichen am Horizont gibt: "Die globalen Lieferketten erholen sich nach etwa drei harten Jahren", sagte er Euronews. _"_Sie haben sich sehr verändert. Unternehmen haben sich angepasst, indem sie ihre Produktion diversifiziert haben und sich nicht auf eine einzige Lieferquelle oder ein einziges Land verlassen. Lieferketten heute sind eher ein Liefernetz. Das erhöht zwar die Komplexität, weil mehrere Anbieter dieselben Produkte liefern, und wirkt sich auch auf die Kosten aus, aber das entschärft die Probleme bei der Versorgung oder die Versorgungsschocks, wie wir sie in der jüngsten Vergangenheit erlebt haben."

Die Schifffahrtsbranche investiert in Technologie

Die Schifffahrt ist nach wie vor die treibende Kraft der Weltwirtschaft: Elf Milliarden Tonnen an Gütern werden jedes Jahr um die Welt verschifft.

Der Hafen im belgischen Antwerpen gehört zu den am schnellsten wachsenden Häfen Europas, und es sind die Investitionen in Technologie, die es dem Hafen ermöglichen, dieses Wachstum zu bewältigen.

Ein futuristisches Gebäude überragt den Hafen, und sein sehr modernes Aussehen steht im Einklang mit dem, was man in der Praxis zu tun versucht. Man ist bestrebt, den Hafen zu einem der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Digitalisierung zu machen.

Erwin Verstraelen, der Chief Digital Information & Innovation Officer des Hafens von Antwerpen, ist der Mann, der im Mittelpunkt dieses Projekts steht. Er beaufsichtigt die Einführung eines sogenannten "digitalen Zwillings" des Hafens zur Unterstützung der Terminals, der Reedereien und der Binnenschifffahrt.

"Wir führen Daten zusammen und bieten die gewünschte Ansicht auf den Datensatz, den man zu diesem Zeitpunkt benötigt", erklärt er. "Man kann damit spielen, etwas hinzufügen oder Datenschichten auswerfen. Es wächst, löst neue Anwendungsfälle und Initiativen aus: Ein neues Datenfeed oder eine neue Datenquelle bringen wir ein. Das löst einen weiteren Innovationszyklus aus und wir sagen: Oh, das ist interessant."

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Erwin Verstraelen ist Chief Digital Information & Innovation Officer des Antwerpener Hafenseuronews

Die nautische Kommunikation erfolgt nach wie vor hauptsächlich von Telefon zu Telefon - über Telefone und Funkgeräte - und ist daher schwer zu verfolgen.

Vor zwei Jahren hat der Hafen ein Pilotprojekt gestartet, bei dem künstliche Intelligenz eingesetzt wurde, um das gesprochene Wort in Text umzuwandeln. Damals scheiterte das Projekt. Aber heute hat sich die Technologie so weit verbessert, dass die KI sogar Gefühle in Stimmen erkennen kann - sie weiß, wenn zwei Schiffskapitäne einen Streit haben.

"Wenn also Leute, die für die Untersuchung eines Unfalls oder eines anderen Ereignisses zuständig sind, jetzt nach der Nadel im Heuhaufen suchen, können sie das abfragen und in 5 bis 10 Sekunden sagen: OK, das war es", sagt Erwin Verstraelen.

Mit einer Fläche von fast 130 Quadratkilometern ist der Hafen von Antwerpen der 14. größte der Welt und der zweitgrößte in Europa. Den Betrieb zu digitalisieren, ist eine aufregende Aufgabe.

Hightech-Systeme sparen Platz und Zeit

Der Einsatz von Hightech-Systemen zur Einsparung von Platz und Zeit ist zu einem Milliardengeschäft geworden. Einer der Weltmarktführer für Innovationen in diesem Bereich ist GXO logistics, Mark Manduca ist deren Chief Investment Officer.

"GXO ist ein Unternehmen, das in den vergangenen 20 Jahren durch eine Reihe von Übernahmen entstanden ist", erklärt er. "Heute sind es mehr als 900 Lagerhäuser, die in über 28 Ländern auf der ganzen Welt betrieben werden. Wir versuchen, die Lager effizienter, schneller und genauer zu machen, sodass die Leute vor Ort es selbst tun können."

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Mark Manduca ist Chief Investment Officer bei GXO logisticseuronews

Er sagt, dass sich das Unternehmen in puncto Versand in den vergangenen drei Jahrzehnten stark verändert hat;

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"In den vergangenen 30 Jahren wurden Waren vom Standpunkt des Welthandels aus im Wesentlichen nach Asien verschifft, wo sie hergestellt wurden, um dann letztendlich wieder zu den Verbrauchern zu gelangen. Diese traditionelle Handelsroute ist unter erheblichen Druck geraten, nicht nur wegen der Pandemie oder der Null-Covid-Strategie, sondern auch, weil die Löhne erheblich gestiegen sind, sodass sich der Unterschied zwischen den Märkten im Osten und den Märkten im Westen in den letzten zehn Jahren verringert hat."

Raum für Optimismus

Der sogenannte "perfekte Sturm" aus Konflikten, Covid und Klimawandel hat globale Lieferketten hart getroffen. Aber in den Bereichen der Planung, des Transports und der Lagerung löst die Technologie die Probleme so schnell, dass die Prognose weitaus differenzierter und optimistischer ist, als viele befürchtet haben.

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