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US-Präsident Trump lockert erneut Beschränkungen für H200-Chip-Exporte nach China

ARCHIV. Nvidia-Chef Jensen Huang spricht über die KI-Supercomputing-Plattform NVIDIA Rubin bei einer Nvidia-Pressekonferenz vor der CES. Las Vegas, am fünften Januar 2026.
Archiv: Nvidia-Chef Jensen Huang spricht über die KI-Supercomputing-Plattform NVIDIA Rubin auf einer Nvidia-Pressekonferenz vor der CES. Fünfter Januar 2026, Las Vegas. Copyright  AP/John Locher
Copyright AP/John Locher
Von Eleanor Butler
Zuerst veröffentlicht am
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Einige Abgeordnete fürchten, was Beijing mit Spitzentechnologie macht. Andere betonen: Beschränkungen treiben Chinas heimische Industrie erst recht zur Innovation.

Die USA lockern die Exportbeschränkungen für den Verkauf von Nvidias H200-Chip nach China. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Verordnung des US-Handelsministeriums hervor.

Die Behörde entscheidet künftig fallweise statt nach der bisherigen Ablehnungsvermutung.

Hintergrund ist eine Ankündigung von Präsident Donald Trump im vergangenen Monat. Demnach dürfen fortgeschrittene Chips an „genehmigte Kunden“ in China gehen, verbunden mit einem staatlichen Zuschlag von 25 Prozent. Zuvor hatte Nvidia-Chef Jensen Huang monatelang geworben.

Aus Sorge um die nationale Sicherheit hatte die Regierung Exporte zuvor eingeschränkt. Abgeordnete befürchteten, China könne Halbleiter für militärische Zwecke nutzen.

Die neue Regelung enthält mehrere Auflagen, um Risiken zu mindern. Vor einer Lieferung nach China muss ein unabhängiges Prüflabor die Leistungsfähigkeit der Chips bestätigen.

Zudem darf nur exportiert werden, wenn die Versorgung in den USA gesichert ist. China darf nicht mehr als 50 Prozent der für den US-Markt bestimmten Produkte erhalten. Exporteure müssen „Know Your Customer“-Verfahren anwenden, die Identität und Einsatzzweck prüfen. Sie sollen unerlaubten Fernzugriff durch Unbefugte verhindern.

Die Neuregelung gilt für den H200, Nvidias zweitfortschrittlichsten Halbleiter, sowie für weniger leistungsfähige Produkte. Der fortschrittlichere Blackwell-Prozessor und das kommende Rubin-Modell sind ausgenommen.

Die Regeln betreffen auch fortgeschrittene Chips von Rivalen wie AMD.

„Wir begrüßen die Entscheidung von Präsident Trump, Amerikas Chipindustrie den Wettbewerb zu ermöglichen und damit gut bezahlte Jobs und Fertigung in Amerika zu fördern“, sagte ein Nvidia-Sprecher zu Euronews. Die aktualisierte Vorschrift finde „einen klugen Ausgleich“.

„Die Kritiker der Regierung fördern ungewollt die Interessen ausländischer Wettbewerber auf US-Sanktionslisten“, so der Sprecher. „Amerika sollte seiner Industrie immer erlauben, um geprüfte und genehmigte Geschäfte zu konkurrieren. Das schafft echte Jobs für echte Amerikaner.“

Der Technologiewettlauf zwischen den USA und China wird intensiver. Halbleiter sind zum strategischen Brennpunkt geworden. Beide Seiten versuchen, die Fortschritte der jeweils anderen zu bremsen.

Die winzigen Chips stecken in Smartphones, Medizingeräten und vielen anderen Elektronikprodukten. Sie sind für die Verarbeitung von KI unverzichtbar.

Die USA führen derzeit die weltweite Halbleiterproduktion an. China holt auf. Kritiker der Exportverbote in Washington argumentieren, der eingeschränkte Zugang zu Nvidia-Technik zwinge chinesische Firmen zur Innovation. Langfristig komme das Peking zugute.

Vor diesem Hintergrund ordnete die chinesische Regierung Medienberichten zufolge im Juli vergangenen Jahres einen Boykott von Nvidia-Chips an, nachdem Trump das Exportverbot für den weniger leistungsfähigen H20 aufgehoben hatte. Ursprünglich hatte der Präsident das Verbot im April verhängt, obwohl der Chip auf die Exportauflagen der Biden-Ära zugeschnitten war.

Der H200 liefert etwa das Sechsfache der Leistung des H20.

Für Nvidia ist die Entscheidung vom Dienstag ein weiterer Erfolg nach Monaten des Werbens um US-Präsident Donald Trump. Solange Chinas eigene Fähigkeiten nicht deutlich zulegen, bleibt die Nachfrage nach dem H200 hoch. Es sei denn, Peking verhängt ein strengeres Verbot für US-Chips. Das dürfte Nvidias Einnahmen stützen, obwohl die Trump-Regierung weiterhin 25 Prozent der Verkäufe abschöpft.

Laut einem Reuters-Bericht von Ende Dezember haben chinesische Technologiekonzerne mehr als zwei Millionen H200 für 2026 bestellt. Das übersteigt Nvidias Lagerbestand von 700.000 dieser Prozessoren.

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