Edelmetalle legen zu. Aktien fallen. Dollar-Risiken nehmen zu. Der Konflikt zwischen den USA und der EU um Grönland spitzt sich zu.
Der Goldpreis sprang am Mittwoch auf ein weiteres Rekordhoch und überschritt 4.800 US-Dollar je Unze. In Davos warten Staats- und Regierungschefs beim Schweizer Gipfel auf die Ankunft von US-Präsident Donald Trump.
Zwischen EU und USA gibt es weiter Streit über Trumps Plan, Grönland zu kaufen. Gold gewann mehr als zwei Prozent. Neue Zoll-Drohungen treiben Anleger in sichere Häfen. Der Silberpreis kletterte um 0,44 % auf 95,055 US-Dollar.
„Das werden Sie schon sehen“, sagte Trump am Dienstag auf die Frage, wie weit er gehen würde, um Grönland zu kaufen. Die USA schließen einen Militäreinsatz nicht aus und drohen acht europäischen Ländern mit zusätzlichen Zöllen, falls sie seinen Forderungen in der Grönland-Frage nicht nachkommen.
Nach dem Rekordjahr 2025 bleiben Analysten für die Entwicklung von Gold in 2026 zuversichtlich. US-Zinsen fallen, der Dollar schwächelt, und Zentralbanken stocken ihre Goldreserven weiter auf.
Fällt der US-Dollar im Wert, wird Gold für ausländische Käufer vergleichsweise günstiger. Das treibt Nachfrage und Preise.
Niedrige US-Zinsen erhöhen die Attraktivität von Gold gegenüber zinstragenden Anlagen. Die Opportunitätskosten sind gering, wenn Anleger das Metall statt Anleihen wählen.
Dollar-Dominanz
Anleger setzen darauf, dass die nächste Spitze der US-Notenbank, die Jerome Powell nach Ablauf seiner Amtszeit im Mai ablöst, geldpolitisch lockerer agiert als er. Also mehr Fokus auf Zinssenkungen, weniger auf die Eindämmung von Inflationsrisiken.
Den Kandidaten nominiert Präsident Trump. Er hat Powell im vergangenen Jahr scharf für dessen vorsichtigen Kurs bei der Lockerung der Geldpolitik kritisiert.
Auch wenn Zentralbanken ihre Abhängigkeit vom Dollar zugunsten von Gold verringern, bleibt der US-Dollar auf absehbare Zeit die weltweite Reservewährung. Er steht weiterhin für rund 57 % der gesamten Zentralbankreserven. Dennoch könnte sein Status nach und nach erodieren, wenn US-Politik seine Stabilität weiter untergräbt.
„Wir gehen davon aus, dass der Dollar heute etwas Spielraum zur Erholung hat“, schrieben ING-Analysten am Mittwoch in einer Notiz. Sie betonten, der Rückgang des US-Dollars am Vortag habe mit Instabilität am japanischen Anleihemarkt zu tun gehabt und mit der Sorge, Europäer könnten ihre US-Staatsanleihen verkaufen.
„Japanische Anleihen haben sich erholt. Und da Trump nach Davos unterwegs ist, sehen wir Spielraum für eine Entschärfung des Grönland-Risikos und der Angst vor europäischem Abverkauf von US-Vermögenswerten“, so die ING-Analysten.
Der Dollar-Index, der den US-Dollar gegenüber sechs anderen Währungen misst, lag am Mittwoch nach dem Rückgang am Dienstag weniger als 0,1 % im Plus.
Bei Aktien rutschten Europas Leitindizes nach zwei Verlusttagen am Mittwoch erneut ins Minus.
Frankreichs CAC 40 lag gegen 11.30 Uhr MEZ 0,18 % im Minus, Deutschlands DAX fiel um 0,68 %, Spaniens IBEX 35 verlor 0,53 %. Italiens FTSE MIB lag 0,68 % tiefer, der britische FTSE 100 sank um weniger als 0,1 %, der breitere STOXX Europe 500 gab 0,35 % nach.
Vor US-Handelsbeginn legten die S&P-500-Futures um 0,34 % zu, die Dow-Jones-Futures stiegen um 0,13 %, die Nasdaq-Futures um 0,19 %.