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Hotels und Restaurants: Europas teuerste und günstigste Länder

Archivbild. Blick auf Restaurantterrassen in Lille, Nordfrankreich, kurz vor der Öffnung. 18. Mai 2021.
Archivbild: Blick auf Restaurantterrassen in Lille, Nordfrankreich. Bereit zur Öffnung. 18. Mai 2021. Copyright  AP/Michel Spingler
Copyright AP/Michel Spingler
Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am
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Von Frankreichs Käseplatten bis zu Italiens Pasta: Europa verwöhnt Besucher mit weltberühmter Küche. Hotel- und Restaurantpreise schwanken. Wo reicht das Geld am weitesten?

Europa beheimatet viele der bekanntesten Reiseziele der Welt, von den Hügeln Lissabons mit ihren Ausblicken bis zum Eiffelturm in Paris.

Eine Nacht auf dem Kontinent kann allerdings teuer werden. Wer sparen will, muss Angebote genau prüfen.

Wer Preise zwischen Ländern vergleichen will, greift zu Eurostats Preisniveauindex für Restaurants und Hotels.

Der EU-Durchschnitt liegt bei 100. Wenn Restaurants und Hotels in der EU im Schnitt 100 Euro kosten, zeigt der Index, wie viel derselbe Warenkorb in jedem Land kostet.

Werte über 100 bedeuten: Das Ziel ist teurer als der EU-Durchschnitt. Werte unter 100 bedeuten: Es ist günstiger.

Es ist ein Indexwert, kein Geldbetrag. Er dient ausschließlich als Referenz.

Laut den jüngsten Daten von Eurostat ist die Schweiz unter 37 europäischen Staaten am teuersten bei Restaurants und Hotels.

Ein Standard-Warenkorb dieser Dienstleistungen kostet in der Schweiz 171 Euro, also 71 Prozent mehr als der EU-Durchschnitt.

Nordmazedonien ist am günstigsten. Die Preise liegen 50 Prozent unter dem EU-Durchschnitt, bei 50 Euro.

Unter den EU-Ländern ist Dänemark am teuersten bei Restaurants und Hotels. Ein Standard-Warenkorb kostet dort 148 Euro, 48 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

Bulgarien ist das günstigste EU-Land, der Warenkorb liegt bei 53 Euro.

Regionale Unterschiede

In den nordischen Ländern sind Restaurants und Hotels meist teurer. Auch in Westeuropa liegen die Preise oft über dem Durchschnitt.

Irland, die Niederlande, Belgien, Deutschland und Frankreich erreichen den EU-Referenzwert von 100 Euro oder liegen darüber.

Osteuropa und der Balkan liegen deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 100 Euro.

In Südeuropa sind Portugal, Spanien und Griechenland spürbar günstiger als der EU-Durchschnitt. Italien bildet die Ausnahme.

Entlang anderer Mittelmeerküsten liegt Kroatien nahe am Referenzwert von 100 Euro. Zypern und Malta sind etwas günstiger, aber immer noch teurer als viele Vergleichsländer.

Warum unterscheiden sich die Preise in Europa?

Bei diesen Unterschieden sind die Lohnkosten entscheidend, sagt Kristóf Gyódi von der Universität Warschau.

Er sagte Euronews Business: „Die Beherbergungsbranche ist stark arbeitsintensiv. Unterschiede bei den Löhnen schlagen daher direkt auf die Preise durch. Weitere Faktoren tragen dazu bei: Energie- und Nebenkosten, die Mehrwertsteuer und andere Steuern sowie die Kosten für Gewerbeimmobilien.“

Der europäische Branchenverband HOTREC betont ebenfalls, dass Betriebe je nach Land mit sehr unterschiedlichen Kostenstrukturen arbeiten.

„Personal macht den größten Kostenblock aus. Länder mit höheren Löhnen und strengeren Sozialabgabensystemen liegen in Preisvergleichen daher naturgemäß weiter oben“, sagte ein Sprecher gegenüber Euronews Business.

Neben Energie und Mehrwertsteuer verwies HOTREC auch auf Lebensmittelinflation, Lieferkettenprobleme und regulatorische Vorgaben, die vor allem für kleine und mittlere Unternehmen zur schweren Kostenlast werden können.

In Ländern mit hohen Compliance-Kosten schlägt sich das zwangsläufig in den Endpreisen nieder.

Preisniveau spiegelt Erschwinglichkeit nicht wider

Eurostats Preisniveauindex misst die Erschwinglichkeit nicht, weil er Einkommen nicht berücksichtigt. Menschen mit höherem verfügbaren Einkommen können sich in ihren Ländern daher trotz höherer Nominalpreise mehr Restaurant- und Hotelleistungen leisten.

Auf Reisen spielt das eine Rolle. Menschen aus einkommensstärkeren Ländern profitieren oft von niedrigeren Preisen in anderen Teilen Europas, etwa wenn Reisende aus den nordischen Ländern nach Osteuropa oder in Teile Südeuropas fahren.

„Am Ende zählt für Reisende das Preis-Leistungs-Verhältnis. Steigen die Preise schneller als die Kaufkraft, verkürzen Menschen ihre Aufenthalte, reisen außerhalb der Saison oder wählen Ziele, die als erschwinglicher gelten“, so HOTREC.

Gyódi ergänzte, dass neben Preisunterschieden weitere Faktoren wichtig sind. Entfernung, einfache Anreise und ortsspezifische Attraktionen sind ebenfalls klare Treiber.

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