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Alphabet plant seltene 100-Jahres-Anleihe bei großem Multiwährungs-Bonddeal

ARCHIV: Eingang des europäischen Google-Technologiezentrums in der Schweiz, März 2008.
ARCHIV: Eingang des europäischen Google-Technikzentrums in der Schweiz, März 2008. Copyright  AP Photo/Walter Bier
Copyright AP Photo/Walter Bier
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Alphabets Google-Mutter plant eine seltene Anleihe mit hundert Jahren Laufzeit in Pfund, nachdem ihre Emission über zwanzig Milliarden Dollar stark überzeichnet war, und wäre damit die erste Techfirma mit solcher Jahrhundertanleihe seit Motorola neunzehnhundertsiebenundneunzig.

Alphabet hat laut Medienberichten am Montag Unternehmensanleihen im Volumen von 20 Milliarden Dollar (16,8 Milliarden Euro) verkauft. Das Angebot wurde demnach von ursprünglich geplanten 15 Milliarden Dollar (12,6 Milliarden Euro) aufgestockt, weil die Nachfrage mit Bestellungen von mehr als 100 Milliarden Dollar (84 Milliarden Euro) die Erwartungen deutlich übertraf.

Der Konzern plant nun Anleihen in mehreren Währungen. In London ist eine Emission in Pfund Sterling vorgesehen, die auch eine seltene Hundertjahresanleihe enthalten könnte. Ein Verkauf in Schweizer Franken dürfte ebenfalls kurz bevorstehen.

Sollte sich das bestätigen, wäre es die erste Hundertjahresanleihe eines Tech-Konzerns seit fast drei Jahrzehnten. Zuletzt hatte Motorola im Jahr 1997 eine solche Anleihe platziert.

Der in Dollar denominierte Teil der Transaktion besteht aus sieben Tranchen. Das längste Papier ist eine vierzigjährige Anleihe, die 2066 fällig wird. Ursprünglich rechneten Banker damit, dass diese Schuldpapiere mit einem Aufschlag von 1,2 Prozentpunkten auf US-Staatsanleihen gehandelt werden. Inzwischen wird erwartet, dass sich der Risikoaufschlag auf rund 0,95 Prozentpunkte einengt.

Die größte Nachfrage gab es am kurzen Ende der Laufzeitenkurve. Die dreijährigen Anleihen wurden nur mit einem Aufschlag von 0,27 Prozentpunkten auf US-Staatsanleihen bepreist.

JPMorgan, Goldman Sachs und die Bank of America begleiten Alphabet bei den Anleiheplatzierungen in allen drei Währungen.

Schuldenaufnahme in mehreren Währungen

Eine Schuldenaufnahme in mehreren Währungen bietet mehrere Vorteile. Das könnte erklären, warum sich Alphabet für diese Strategie entschieden hat.

Zum einen kann der Konzern so seine Investorenschaft breiter aufstellen. Das ist in der aktuellen Lage besonders wichtig, denn der Kapitalbedarf der großen Tech-Konzerne für den Ausbau ihrer KI-Infrastruktur steigt rasant.

Großbildschirm mit dem Google-Logo beim AI Action Summit in Paris im Februar 2025
Großbildschirm mit dem Google-Logo beim AI Action Summit in Paris im Februar 2025 AP Photo

Indem Alphabet nicht nur im Dollarraum, sondern weltweit Investoren anspricht, vermeidet der Konzern ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage im US-Markt. Das würde sonst die Preise der eigenen Anleihen nach oben treiben, die Renditen drücken und Anleger abschrecken.

Zudem sind die Zinsen im Pfund-Markt niedriger als bei Dollar-Anleihen. Eine mögliche Hundertjahresanleihe wird damit für Alphabet günstiger – und für Investoren attraktiver.

Rekordjahr für die Schulden von Big Tech

Alphabet greift verstärkt zum Fremdkapital, kurz nachdem der Konzern Rekordinvestitionen in KI von mehr als 185 Milliarden Dollar (155 Milliarden Euro) angekündigt hat. Das ist etwa doppelt so viel wie im Vorjahr und soll die Entwicklung von Gemini und den Ausbau der Cloud-Infrastruktur finanzieren.

Zur Finanzierung hat sich die langfristige Verschuldung des Tech-Unternehmens im Jahr 2025 bereits auf 46,5 Milliarden Dollar (39 Milliarden Euro) vervierfacht. Gleichzeitig verfügt Alphabet über mehr als 125 Milliarden Dollar an Barmitteln, die bereitstehen.

Auch andere Konzerne aus dem Big-Tech-Sektor ziehen nach. Oracle etwa nahm in der vergangenen Woche 25 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) über eine Anleiheemission ein, die Kaufaufträge von rekordhohen 129 Milliarden Dollar (108 Milliarden Euro) anzog.

Die Investmentbank Morgan Stanley schätzt, dass die Tech-Hyperscaler im Jahr 2026 rund 400 Milliarden Dollar (335,7 Milliarden Euro) aufnehmen werden. Das wäre mehr als doppelt so viel wie die 165 Milliarden Dollar (138,5 Milliarden Euro), die sie 2025 geliehen haben.

Der Boom könnte das Gesamtvolumen der Emissionen von US-Unternehmensanleihen mit hoher Bonität im Jahr 2026 auf einen Rekordwert von 2,25 Billionen Dollar (1,88 Billionen Euro) treiben.

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