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Europas größte Fake-Parfum-Fabrik in Katalonien aufgedeckt, Wert 94 Mio. Euro

In Katalonien wird eine kriminelle Struktur zerschlagen, die den Handel mit gefälschten Parfüms von Spanien nach Frankreich betreibt
In Katalonien wird eine kriminelle Struktur zerschlagen, die den Handel mit gefälschten Parfüms von Spanien nach Frankreich betreibt Copyright  Mossos d'Esquadra
Copyright Mossos d'Esquadra
Von David Artiles Garcia
Zuerst veröffentlicht am
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Spanische und französische Behörden haben einen Industriekomplex in Girona aufgedeckt. Das Netzwerk produzierte 4 Millionen Flacons pro Jahr, der Wert der beschlagnahmten Waren beläuft sich auf 94 Millionen Euro.

Es soll sich um die größte Fabrik dieser Art in Europa handeln, die jemals entdeckt wurde. In dem Industriegebäude wurden schätzungsweise mehr als 4 Millionen Flacons mit gefälschten Parfums pro Jahr für den europäischen Markt produziert.

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Eine gemeinsame Operation der spanischen Mossos d'Esquadra und des Zollüberwachungsdienstes der Steuerbehörde hat zur Zerschlagung der kriminellen Struktur geführt.

Fabrik im Herzen von Girona

Die Anfang Oktober in Zusammenarbeit mit dem französischen Zoll eingeleiteten Ermittlungen ergaben, dass sich das Epizentrum des Netzes in der Region La Selva befindet. Was auf den ersten Blick wie ein herkömmliches Vertriebsnetz aussah, entpuppte sich als hochtechnologischer Industriekomplex.

In einem Lagerhaus in Fogars de la Selva entdeckten die Ermittler eine professionelle Produktionsanlage mit sieben kompletten Fertigungsstraßen, automatisierten Abfüllmaschinen, einem Verpackungsbereich für Kunststofffolien und sogar Druckplatten für die Logos von mehr als 50 Luxusmarken.

Bei der gerichtlichen Durchsuchung waren die Beamten vom Ausmaß der Operation überrascht: Sie beschlagnahmten 150.000 Liter und aromatische Elixiere sowie Hunderte von Tanks mit vergälltem Alkohol, die zum Mischen bereitstanden.

Die Anlage war perfekt in Abfüll-, Verschließ-, Verpackungs- und Druckbereiche unterteilt, so dass die Organisation das Originalprodukt bis ins kleinste Detail nachbilden konnte, einschließlich gefälschter Preisschilder und elektronischer Alarmbatches.

Der Wert des beschlagnahmten Materials würde sich auf mehr als 94 Millionen Euro belaufen, wenn es sich um echte Produkte handeln würde, was eine Vorstellung vom Ausmaß des von dieser Organisation betriebenen Betrugs mit gewerblichem Eigentum vermittelt.

Internationales Logistik- und Lagernetz

Das Netzwerk stellte nicht nur her, sondern verfügte auch über ein komplexes logistisches Netzwerk , um den europäischen Markt vollständig zu überschwemmen.

Am 8. Februar beschlagnahmte die Regionalpolizei fast 350.000 Parfüms, die bereits verpackt und für den sofortigen Vertrieb bereit waren. Das Netzwerk nutzte eine Flotte von Last- und Lieferwagen, oft mit rumänischen Nummernschildern, um die Waren auf der Straße zu transportieren.

Der Modus Operandi bestand darin, dass versucht wurde, die Grenzkontrollen durch uneinheitliche Lieferscheine und den Einsatz von Scheinfirmen zu umgehen, die in Branchen registriert waren, die nichts mit der Parfümerie zu tun hatten, wie z. B. der Drogerie- oder Reinigungsmittelhandel.

Dank der Verfolgung dieser Sendungen über das Internet und des Abgleichs von Daten in europäischen Zolldatenbanken konnten die Ermittler Verbindungen zwischen den verschiedenen Sicherheitslagern in Sant Feliu de Buixalleu und La Cerdanya herstellen, in denen Tausende von etikettierten und codierten Flaschen mit Essenzen versteckt waren.

Verhaftungen und Bilanz der Operation

Bislang wurden im Rahmen der Operation 7 Personen verhaftet, von denen einige bei der Arbeit an den Fließbändern angetroffen wurden, und gegen 11 Personen wurde wegen Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Schmuggel und Verstoßes gegen gewerbliches Eigentum ermittelt.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Organisation mit einer hierarchischen Struktur arbeitete, bei der jedes Glied, von den Bedienern bis zu den Transporteuren, bestimmte Aufgaben erfüllte, um den ständigen Fluss der Produkte zum Rest des Kontinents aufrechtzuerhalten.

Gerichte in Spanien leiten das Verfahren, das noch nicht abgeschlossen ist und bei dem weitere Verhaftungen nicht ausgeschlossen sind, bsi alle sichergestellten logistischen Unterlagen ausgewertet sind.

Die Maßnahme dient nicht nur dem Schutz des Luxusmarktes, sondern gewährleistet auch die Sicherheit der Verbraucher angesichts von Produkten unbekannter Herkunft, die ungeachtet jeglicher Gesundheitskontrollen eine potenzielle Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellen.

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