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Bericht: Fast die Hälfte der Europäer ohne Eigenheim will oder kann keines kaufen

Auf diesem Foto vom Dienstag, 12. Mai 2020, ist „Julian“, eine Unterkunft für osteuropäische Arbeiter, in Rosendahl in Deutschland zu sehen.
Auf diesem am Dienstag, dem zwölften Mai 2020, aufgenommenen Foto sieht man „Julian“, eine Unterkunft für osteuropäische Arbeiter in Rosendahl. Copyright  Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Von Servet Yanatma
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Fast die Hälfte der Europäer ohne eigenes Zuhause möchte keine Immobilie kaufen oder kann es sich schlicht nicht leisten; je nach Land fällt der Anteil sehr unterschiedlich aus.

Viele Europäerinnen und Europäer ohne eigenes Zuhause rechnen kaum damit, eines kaufen zu können. In 23 Ländern sagt fast die Hälfte, sie werde sich nie Wohneigentum leisten können oder habe kein Interesse daran, so der RE/MAX European Housing Trend Report 2025.

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Das Bild unterscheidet sich stark von Land zu Land. In welchen Ländern ist der Anteil der besonders pessimistischen Menschen am höchsten – und warum?

Die im August 2025 durchgeführte Umfrage stellte nur eine einfache Frage: „Wann, wenn überhaupt, glauben Sie, dass Sie eine Immobilie kaufen können?“

Drei von zehn glauben, nie ein Eigenheim zu kaufen

Im Durchschnitt antworteten 29 %: „Nie – ich glaube nicht, dass ich mir jemals eine Immobilie leisten kann.“ Der Anteil reicht von 13 % in der Türkei bis 44 % in Tschechien.

Mindestens jede dritte befragte Person gab diese Antwort in Slowenien (39 %), Italien (35 %), Malta (34 %), Irland (33 %), Polen (33 %) und Ungarn (33 %). Über dem europäischen Durchschnitt lagen auch Finnland (32 %), Griechenland (30 %), die Schweiz (30 %) und Österreich (29 %).

Am unteren Ende folgt auf die Türkei Luxemburg mit 17 %. Litauen liegt bei 21 % und damit immer noch bei mehr als jeder fünften Person.

Unter den fünf größten Volkswirtschaften Europas verzeichnete Italien mit 35 % den höchsten Anteil. Spanien und Frankreich liegen mit jeweils 25 % am unteren Ende, dicht gefolgt vom Vereinigten Königreich mit 26 %. Deutschland kommt auf 28 % und liegt damit leicht unter dem europäischen Durchschnitt.

„Das schwache Wirtschaftswachstum hat die Einkommenszuwächse in vielen Teilen Europas gebremst, während die Immobilienpreise weiter gestiegen sind. Dadurch bleibt Wohnen für viele schwer bezahlbar – vor allem für jüngere Generationen, selbst in Märkten mit relativ stabiler Beschäftigung“, sagte Michael Polzler, CEO von RE/MAX Europe, gegenüber Euronews Business.

Er beobachtet, dass sich in Ländern wie Deutschland, Österreich und Tschechien immer mehr Menschen vom Traum vom Eigenheim verabschieden. Steigende Preise und immer längere Sparphasen rücken Wohneigentum für viele in weite Ferne.

15 % ohne Interesse am Kauf

Rund 15 % der Befragten gaben an, überhaupt kein Interesse am Erwerb einer Immobilie zu haben. Der Anteil reicht von vier Prozent in Irland bis 31 % in Deutschland. Über 20 % sind es auch in den Niederlanden (27 %), in Österreich (25 %) und in der Schweiz (22 %).

Polzler betont, dass es nicht nur um Immobilienpreise geht, sondern auch um kulturelle Prägungen. „In Deutschland und Österreich ist Mieten viel verbreiteter und gesellschaftlich fest verankert. Die langfristige Stabilität der Mietmärkte, gestützt durch einen starken Mieterschutz, nimmt vielen Haushalten den Druck, früh Eigentum zu erwerben“, sagt er.

Der Anteil der Menschen ohne Kaufinteresse liegt in mehreren Ländern im einstelligen Bereich, darunter in der Türkei (fünf Prozent), Spanien (sieben Prozent), Bulgarien (sieben Prozent) und Ungarn (neun Prozent).

Fast die Hälfte kann oder will nicht kaufen

Addiert man die Anteile derjenigen, die sagen „Nie – ich glaube nicht, dass ich jemals eine Immobilie kaufen kann“, und derjenigen ohne Kaufinteresse, ergibt sich ein ernüchterndes Bild: Fast die Hälfte der Europäerinnen und Europäer ohne eigenes Zuhause (44 %) zweifelt daran, jemals Eigentum zu erwerben.

In mehreren Ländern liegt dieser Wert sogar über fünfzig Prozent, etwa in Deutschland (59 %), Österreich (54 %), Tschechien (54 %), den Niederlanden (53 %) und der Schweiz (52 %).

Malta (49 %), Italien (49 %), Finnland (48 %) und Slowenien (48 %) liegen knapp darunter, Polen (44 %) und das Vereinigte Königreich (44 %) entsprechen etwa dem europäischen Durchschnitt.

Türkei als Ausreißer nach unten

Am geringsten ist der Anteil derjenigen, die sich ein Eigenheim nicht leisten können oder nicht kaufen wollen, in der Türkei. Weniger als jede fünfte befragte Person (18 %) stimmte dieser Aussage zu. Im nächstniedrigen Land, Litauen, sind es bereits 28 % – die Türkei sticht damit deutlich heraus.

„Es ist interessant zu sehen, wie stark diese Sichtweise in der Türkei weiterhin ist. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Immobilien trotz Inflation und finanzieller Turbulenzen dort als wichtigste Wertanlage gelten“, sagte Michael Polzler.

Unter den fünf größten Volkswirtschaften Europas weist Spanien mit 32 % den niedrigsten Wert auf, gefolgt von Frankreich mit 40 %. Deutschland liegt mit 59 % an der Spitze, vor Italien (49 %), während das Vereinigte Königreich ziemlich genau dem europäischen Durchschnitt entspricht.

Polzler sieht in Spanien eine weiterhin starke Eigentumstradition.

„Wohneigentum gilt dort eng verknüpft mit langfristiger finanzieller Sicherheit und familiärer Stabilität. Trotz strengerer Kreditbedingungen und Unsicherheit am Arbeitsmarkt bleibt der Wunsch nach einem eigenen Zuhause hoch. Viele Menschen sind überzeugt, dass Immobilien sie gegen künftige wirtschaftliche Risiken absichern“, sagt er.

Warum sich manche bewusst gegen den Kauf entscheiden

Die Gründe dafür, keine Immobilie erwerben zu wollen, sind vielfältig. Insgesamt macht diese Gruppe jedoch nur rund 15 % der Menschen ohne Wohneigentum aus.

Im Durchschnitt über 23 Länder sagen mehr als die Hälfte von ihnen (53 %), sie seien mit ihrer derzeitigen Wohnsituation zufrieden und sähen keinen Bedarf, Eigentum zu kaufen.

Weitere 21 % schrecken die laufenden Verpflichtungen ab, die mit Eigentum einhergehen. Fast jede fünfte Person (19 %) findet, dass sich Wohneigentum finanziell nicht lohnt oder dass Immobilien überteuert sind.

Auch Flexibilität spielt eine wichtige Rolle. 16 % ziehen es vor, leicht umziehen zu können und sich nicht an einen Ort zu binden, während 13 % sagen, sie könnten in Gegenden zur Miete wohnen, in denen sie sich keinen Kauf leisten könnten. Nur fünf Prozent geben an, sie hätten Angst vor fallenden Immobilienpreisen.

Sozialer Meilenstein oder Finanzstrategie

Michael Polzler unterstreicht, dass der Wohnungsmarkt zwar große Hürden bereithält. Für die meisten Europäerinnen und Europäer bleibt Wohneigentum dennoch ein wichtiges Lebensziel.

Gleichzeitig verändert sich die Rolle von Immobilien. „Frühere Generationen sahen das Eigenheim vor allem als wichtigen sozialen Meilenstein. Heute gilt es zunehmend als Baustein einer finanziellen Strategie“, sagt er.

Nach Angaben der Statistikbehörde Eurostat besitzen fast 70 % der Menschen in der EU ein eigenes Zuhause, die übrigen rund 30 % leben zur Miete.

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