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Ölpreis stabilisiert sich: IEA und G7 wollen Rekordreserven freigeben

Bohrstellen im Ölfeld San Ardo in San Ardo, Kalifornien, USA. 9. März 2026.
Bohrlöcher im Ölfeld San Ardo bei San Ardo, Kalifornien, USA, am neunten März 2026. Copyright  AP Photo/Nic Coury
Copyright AP Photo/Nic Coury
Von Doloresz Katanich & Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Ölpreis tritt auf der Stelle. Händler erwarten, dass die IEA eine Rekordfreigabe von Reserven über den 182 Millionen Barrel von 2022 anstößt. Am Mittwoch berät die G7 über einen Einsatz der Bestände.

Die Ölpreise liegen weiter deutlich unter dem Wochenhoch von fast 120 Dollar. Sie pendeln sich zum Zeitpunkt des Schreibens bei rund 90 Dollar ein, kurz vor dem G7-Treffen am Mittwoch, bei dem die Freigabe strategischer Reserven auf der Agenda steht.

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An den Märkten hat sich die Stimmung offenbar aufgehellt, seit die Internationale Energieagentur (IEA) vorgeschlagen hat, eine Rekordmenge an Ölreserven freizugeben. Damit soll der weltweite Angebotsschock durch den Krieg mit Iran abgemildert werden.

Der IEA-Vorschlag würde Berichten zufolge die 182 Millionen Barrel übertreffen, die die Staaten im Jahr 2022 nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine auf den Markt brachten. Die zweiunddreißig Mitgliedsländer der Agentur sollen am Mittwoch über den Plan abstimmen, nachdem sie sich bei einem ersten Treffen am Dienstag nicht einigen konnten.

Die IEA-Mitglieder würden „die aktuelle Versorgungssicherheit und die Marktlage bewerten, um danach über einen möglichen Einsatz von Notfallreserven der IEA-Staaten zu entscheiden“, erklärte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol.

Die Mitgliedsländer halten gemeinsam mehr als eine Milliarde zweihundert Millionen Barrel an staatlichen Notfallreserven. Hinzu kommen rund 600 Millionen Barrel, die die Industrie auf Grundlage staatlicher Vorgaben vorhält.

Zu Wochenbeginn waren die Ölpreise sprunghaft gestiegen. Händler fürchteten einen längeren Krieg mit Iran, der die Störungen der Energieversorgung und die Folgen für die Weltwirtschaft verschärfen könnte.

Seeminen in der Straße von Hormus

Die Spannungen an den Energiemärkten nehmen weiter zu. Die Revolutionsgarden (IRGC) kündigten am Dienstag an, in der Straße von Hormus Seeminen zu legen, um die Schifffahrt in der Region zusätzlich zu behindern.

Die Ankündigung löste eine umgehende Reaktion von US-Präsident Donald Trump aus. Er drohte mit einer Ausweitung der US-israelischen Angriffe, falls sich bestätige, dass die Revolutionsgarden tatsächlich mit dem Legen von Minen begonnen haben.

Präsident Trump droht den Revolutionsgarden wegen Seeminen

Wenige Stunden nach Trumps Drohung meldete das US-Zentralkommando CENTCOM, US-Streitkräfte hätten mehrere iranische Marineschiffe zerstört, „darunter 16 Minenleger in der Nähe der Straße von Hormus“.

Der CENTCOM-Bericht enthielt auch ein Video der Angriffe.

CENTCOM-Bericht über Angriffe auf iranische Marineschiffe

Noch ist unklar und schwer unabhängig zu überprüfen, ob iranische Einheiten tatsächlich Seeminen in der Straße von Hormus platziert haben oder ob das US-Militär Irans Pläne vollständig durchkreuzt hat.

Fest steht: Der Verkehr durch die Straße von Hormus liegt praktisch still. Analysten von Wood Mackenzie schätzen, dass rund 15 Millionen Barrel vom Weltmarkt verschwunden sind.

Falschnachricht von US-Energieminister

Für zusätzliche Turbulenzen vor allem am Ölmarkt sorgte US-Energieminister Chris Wright. Er behauptete in einem Beitrag in sozialen Medien fälschlich, die US-Marine habe erfolgreich einen Tanker durch die Straße von Hormus eskortiert.

Die Ölpreise brachen unmittelbar nach Wrights Beitrag um mehr als 17 % ein. Der Minister löschte den Post wenige Minuten später wieder, woraufhin die Preise auf ihr vorheriges Niveau zurücksprangen.

Kurzzeitig stellten sich die Märkte bereits auf ein Szenario ein, in dem die USA die Sicherheit in der Straße von Hormus verstärken.

Nach dem Vorfall stellte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, klar: „Die US-Marine hat bisher keinen Tanker und kein anderes Schiff eskortiert.“

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