Elon Musks Raumfahrt- und Satellitenfirma könnte noch in dieser Woche Unterlagen bei US-Behörden einreichen. Der Börsengang soll Saudi Aramcos Rekord-IPO von 2019 deutlich übertreffen.
Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX bereitet laut dem US-Technologieportal The Information die Vorlage eines Prospekts für einen Börsengang vor. Der Schritt könnte schon in dieser Woche erfolgen und den größten Börsenstart aller Zeiten einläuten. Das Portal gilt in der Branche als gut vernetzt.
SpaceX peilt demnach eine Kapitalaufnahme von mehr als 75 Milliarden Dollar (69 Milliarden Euro) an, so eine Person mit direkter Kenntnis der Pläne. Damit läge das Volumen deutlich über den bislang erwarteten 50 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro) für einen möglichen Börsenstart im Sommer.
Schon dieser frühere Wert hätte den bisherigen Rekord des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco von 29,4 Milliarden Dollar (27,1 Milliarden Euro) aus dem Jahr 2019 deutlich übertroffen.
Im Vorfeld eines spekulierten Börsendebüts Mitte Juni soll SpaceX Anlegern als Plattform-Unternehmen präsentiert werden. Die angepeilte Bewertung liegt laut dem Analysehaus Morningstar bei rund 1,5 Billionen Dollar (1,38 Billionen Euro) – etwa dem 94-fachen des für 2025 erwarteten Umsatzes.
Das Portal The Information hält sogar mehr als 1,75 Billionen Dollar (1,61 Billionen Euro) für möglich.
Treiber dieser Bewertung ist Starlink, der Satelliten-Internetdienst des Unternehmens.
Morningstar schätzt, dass SpaceX im Jahr 2025 knapp 16 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) Umsatz und 7,5 Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) EBITDA erzielt. Fast der gesamte Zuwachs gehe auf das explosive Kundenwachstum im Starlink-Geschäft zurück.
Zur Börsengeschichte gehören zudem zwei sehr ambitionierte Investitionsziele: Rechenzentren im All und „Moonbase Alpha“, eine sich selbst versorgende Mondstadt. Analysten betonen jedoch, dass es für letzteres bislang keinen klaren Weg zu Einnahmen gibt.
Der Weg an den Markt ist komplizierter geworden, seit SpaceX im Februar Musks KI-Unternehmen xAI übernommen hat. xAI wurde im Rahmen eines Aktientauschs als hundertprozentige Tochter eingegliedert; die kombinierte Firma kam dabei auf rund 1,25 Billionen Dollar (1,15 Billionen Euro).
Der Schritt erweitert zwar das Unternehmensprofil zu einer Plattform für KI und Weltrauminfrastruktur, erhöht aber auch die Komplexität der Integration – ein Risiko, das Investoren nur schwer einschätzen können.
SpaceX hat bislang noch nie einen öffentlichen Finanzbericht vorgelegt. Investoren sind daher auf indirekte Daten und Schätzungen von Analysten angewiesen.